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Rettung für VierbeinerErste-Hilfe-Kurs für Hunde und Halter in Köln zeigt, was im Notfall zu tun ist

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Teil des Kurses ist auch eine Lektion zum Anlegen eines Verbands. Gebübt wird das an einem Pfotenmodell.

Teil des Kurses ist auch eine Lektion zum Anlegen eines Verbands. Geübt wird das an einem Pfotenmodell. 

Die Johanniter zeigen in ihrem Angebot unter anderem, wie Reanimation und das Versorgen von Wunden funktionieren.  

„Die Schnauze zuhalten und durch die Nase Luft reinpusten“:  Eine Wiederbelebung funktioniert nicht nur beim Menschen. Im Erste-Hilfe-Kurs für Hunde der Johanniter Köln vermittelt Rettungsassistent Christian van Duijnen-Leiße, wie den Vierbeinern im Notfall geholfen werden kann. Rund sieben Stunden lang lernen die Teilnehmenden neben der Reanimation unter anderem, wie man Blutungen stoppt oder Fremdkörper aus dem Hals entfernt. An einer Hunde-Puppe und einem Pfotenmodell legen sie dabei auch selbst Hand an. 

Dabei geht es um Szenarien, die bei einem Dorn in der Pfote anfangen und bis zu einem Schlaganfall oder einer Überhitzung reichen. Der Kurs vermittelt Wissen, das den Vierbeinern im Ernstfall ein Leben retten kann. Andererseits hilft er, Situationen richtig einzuschätzen. „Wir sind mit unseren Tieren emotional sehr stark verbunden und es fühlt sich einfach gut an, im Notfall nicht hilflos zu sein. Jedoch kommt es durch diese emotionale Bindung auch leicht dazu, dass man die Dinge überbewertet“, sagt van Duijnen-Leiße.

Christian van Duijnen-Leiße ist Leiter des Kurses.

Christian van Duijnen-Leiße ist Leiter des Kurses.

Auch wenn der Hund bei Bewusstsein ist und atmet, gibt es noch eine weitere spezifische Stelle, an der sich sein Gesundheitszustand überprüfen lässt. „Ich muss mir die Schleimhäute im Maul angucken“, sagt der Kursleiter. „Dafür klappe ich die Lefzen hoch und drücke aufs Zahnfleisch.“ Ist es rosa, geht es dem Hund gut, wenn es jedoch gräulich ist, hat er wahrscheinlich einen Schock.

Der Rettungsassistent ist selbst seit Jahren Hundebesitzer. Um seinen Kurs leiten zu können, hat er eine Fortbildung bei einer Biologin gemacht, die sich auf Hunde spezialisiert hat. Dort lernte er, wie sich gängige Rettungsmaßnahmen auf den Hund anpassen lassen. So müssen die Vierbeiner für eine stabile Seitenlage immer auf die rechte Seite gelegt werden. Der Kopf darf nicht – wie beim Menschen – leicht nach hinten überstreckt werden, sondern muss so positioniert werden, dass der Hals gerade ist. Bei einer Herzrhythmusmassage, werden dann die Handballen auf Höhe des Ellbogens des Hundes auf den Brustkorb gelegt. „Die Massage funktioniert im selben Rhythmus wie bei Erwachsenen, also im Tempo von 120 Schlägen pro Minute.“ 

An einer Puppe üben die Teilnehmenden unter anderem eine Reanimation.

An einer Puppe üben die Teilnehmenden unter anderem eine Reanimation.

Ein Hundetrainer ist van Duijnen-Leiße nicht. Trotzdem macht er im Kurs darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, die Vierbeiner richtig zu trainieren, gibt also Tipps zur Unfallprävention. „Man sollte seinem Hund abgewöhnen, ständig Dinge vom Boden aufzunehmen, um das Risiko zu minimieren, dass er einen Giftköder frisst.“ Wenn es doch dazu kommt, gilt: „Ganz schnell zum Tierarzt, es gibt keine Möglichkeit, das Gift wieder herauszubekommen. Deshalb sollte man sich vorher darüber informieren, wo im Umkreis Tierkliniken und Notdienste angeboten werden.“

Der Kursleiter selbst hat bisher noch keinen solchen Notfall erlebt, und auch seine bisherigen Kursteilnehmer blieben verschont. Oft sind es laut van Duijnen-Leiße aber die offenbar ungefährlichen, alltäglichen Dinge, die dem Hund großen Schaden zufügen können. „Wer bei 25 Grad mit Fahrrad fährt und seinen Hund nebenher laufen lässt, oder lange mit dem Hund tobt, kann leicht einen Hitzschlag hervorrufen. Denn die Tiere lassen sich immer weiter animieren. Schon mit ein bisschen gesundem Menschenverstand lassen sich Hunde also vor großen Schäden schützen.“


In Köln findet der nächste Kurs am 21. März von 9-16 Uhr statt. Eine Teilnahme kostet 95 Euro. Alle Infos zum Kurs gibt es auf der Website. Eine Liste von Erste-Hilfe-Maßnahmen für Heimtiere haben die Johanniter auch online zusammengestellt.