Nach der Tat im Mülheimer Stadtpark steht ein 23-Jähriger unter anderem wegen schwerer Vergewaltigung vor Gericht.
Prozess in KölnFrau mit Eisenstange bedroht und Sex verlangt

Blick auf das Landgericht in Köln.
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Mit einer Eisenstange soll er eine Frau bedroht und zur Herausgabe ihres Handys aufgefordert haben. Doch die Frau flehte, der Mann möge das nicht tun. Daraufhin soll der Täter Abstand vom Raub des Handys genommen haben und stattdessen sexuelle Handlungen sowie schließlich Geschlechtsverkehr verlangt haben. Seit Dienstag steht nun ein Mann (23) unter anderem wegen besonders schwerer Vergewaltigung vor der auf Verbrechen gegen die sexuelle Selbstbestimmung spezialisierten 13. Großen Strafkammer am Landgericht.
Im Februar 2022 soll der 23-Jährige der Frau nachts um 2.25 Uhr am Mülheimer Stadtgarten begegnet sein, wo es zu den angeklagten Taten gekommen sein soll. Der 23-Jährige will zunächst zu den Vorwürfen schweigen, wie Verteidiger Ingo Lindemann dem Gericht nach Anklageverlesung mitteilte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte von seinem ursprünglichen Plan eines Handy-Raubs während der Tat Abstand genommen und sexuelle Handlungen verlangt habe. Dies wertet die Anklage als „Ersatzforderung“, die vom Opfer auch so verstanden worden sei, wie es in der Anklageschrift hieß.
Mit der Faust ins Gesicht geschlagen
Das Opfer habe befürchten müssen, ansonsten Gewalt mit der Eisenstange angedroht zu bekommen. „Darüber hinaus drohte der Angeschuldigte der Zeugin weiter mit dem Tode, sollte sie seiner Forderung nicht nachkommen“, so die Staatsanwältin. Die Frau soll jedoch sexuelle Handlungen zunächst unter dem Hinweis, sie habe einen freund, abgelehnt haben. Erst als der 23-Jährige zugesichert haben soll, ihr nicht weh zu tun und die Stange fallen gelassen haben soll, soll es zu sexuellen Handlungen gekommen sein. Nach einiger Zeit soll der Angeklagte dann aber auch Geschlechtsverkehr verlangt haben. Unter Drohung mit dem Tode und dem Versprechen ein Kondom nutzen zu wollen, soll das Opfer sich dann entblößt haben. Als sie jedoch gemerkt habe, dass der Angeklagte ungeschützten Geschlechtsverkehr habe ausführen wollen, soll die Frau geschrien und geschlagen haben.
Daraufhin soll der Angeklagte der Frau den Mund zugehalten und ihr mehrmals mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Als das Tatgeschehen durch das Licht eines Lkw „erhellt“ worden sei, sei der Angeschuldigte davon ausgegangen, entdeckt worden zu sein. Anschließend habe er die Flucht ergriffen. Der Angeklagte soll bereits in der Jugend durch aggressives, zum Teil sexualisiertes Verhalten aufgefallen sein. Er steht laut Informationen der Rundschau unter Betreuung und soll bereits mehrfach, unter anderem wegen Raubes und gefährlicher Körperverletzung, vorbestraft sein.
Der Prozess ist mit weiteren vier Verhandlungstagen bis Ende Oktober terminiert
