Dort, wo heute das Maritim-Hotel steht, befand sich früher das stattliche Vanderstein-Bellen-Haus. Es wurde 1942 zerstört.
Köln früher und heuteAls das Haus Vanderstein-Bellen ein Schmuckstück am Heumarkt war

Das Haus Vanderstein-Bellen geht auf das Jahr 1541 zurück und war ein Ort „bürgerlicher, weitläufiger Gediegenheit“ am Heumarkt.
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Im Nordosten hat der Heumarkt sein einst mittelalterliches Flair beibehalten. Das Martinsviertel wurde nach enormen Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg im historischen Stil wiederaufgebaut. Doch im Süden haben Krieg und Bauprojekte bleibende Wunden hinterlassen. Einen großen Einschnitt bedeutete der Bau der Markthalle, für die Anfang des 20. Jahrhunderts allein 70 Altstadt-Häuser abgebrochen wurden. Hier befindet sich heute das Maritim-Hotel.
Weitere Gebäude des mittelalterlich geprägten Handelsviertels fielen ab 1913 für die Deutzer Hängebrücke, ein erster schwerer Eingriff in den Platzcharakter des Heumarkts. Für ihre begonnene, aber nicht abgeschlossene Ost-West-Achse opferten schließlich die Nazis im Südwesten des Heumarkts historische Bausubstanz. „Es wurde immer weiter reduziert“, so der ehemalige Kölner Stadtkonservator Ulrich Krings.

Wo heute das Maritim-Hotel steht, befand sich einst die Markthalle. Das Haus Vanderstein-Bellen gehörte zu dessen historischer Randbebauung.
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Recht lange hielt das Haus Vanderstein-Bellen durch, ein stattliches Gebäude aus dem Jahr 1541, das an der südöstlichen Flanke des Platzes stand. Unter den leicht gebogenen Fensterreihen verliefen Friese mit Renaissance-Ornamenten, an den abschließenden Zinnen schauten die Köpfe römischer Imperatoren auf den Heumarkt herab. „Ein Denkmal bürgerlicher, weitläufiger Gediegenheit“, hieß es im „Altkölnischen Bilderbuch“. Bauherr war der gut vernetzte Hansekaufmann und Lokalpolitiker Gerhard Pilgrum, der geschäftlich in halb Europa tätig war. Ab dem 19. Jahrhundert trug das Gebäude den Namen Vanderstein-Bellen und diente als Weinrestaurant, bis es nach einem Luftangriff 1942 ausbrannte und später einstürzte.
Zwischenzeitlich Parkplatz
„Es war ein Schmuckstück der Ostseite des südlichen Heumarkts“, so Ulrich Krings. Das Haus Vanderstein-Bellen gehörte zu den uralten Häuserzeilen, die bewusst stehen gelassen wurden, um die 1904 eröffnete Markthalle an drei Seiten historisch einzurahmen: „Das waren städtebauliche Überlegungen, weil die Markthalle als damals moderner Bau nicht so dominieren sollte.“ Doch nach dem Krieg wurde der beschädigte Markthallenkomplex vollständig abgetragen.
Bis zum Bau des Hotels in den 1980er Jahren blieb es bei einer freien Fläche, die als Parkplatz genutzt wurde. Das Bedauern um das Haus Vanderstein-Bellen setzte offenbar früh ein: „Es ist eines der profanen Denkmäler, um die es ewig schade sein wird“, hieß es 1952 im „Altkölnischen Bilderbuch“, das die Stadt Köln mit dem Untertitel herausgab: „Eine nachdenkliche Wanderung durch Zeiten und Räume.“
