Köln – Dass es am Eigelstein bisweilen immer noch etwas hakt, konnte man beim Pressetermin zur Umgestaltung genau beobachten. Die beiden ebenfalls anwesenden Polizeibediensteten zogen während der kurzen Zeit ein gutes halbes Dutzend Falschfahrer aus dem Verkehr.
Doch ansonsten war bei trübem Herbstwetter alles eitel Sonnenschein: Die abgeschlossene Umgestaltung der historischen Straße – die Rundschau berichtete mehrfach – wurde allseits als „Maximum des Machbaren“ innerhalb kürzester Zeit angesehen.
Der Eigelstein sollte autofrei werden
Sowohl von Verkehrsdezernent Ascan Egerer wie von Bezirksbürgermeister Andreas Hupke, vor allem aber auch von Burkhard Wennemar vom Bürgerverein.
Und noch einer war sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis: Klaus Harzendorf vom Amt für Straßen und Verkehrsentwicklung. Ihm und seinem Team nämlich oblag nämlich die Aufgabe, den Beschluss der Bezirksvertretung Innenstadt zu einem weitgehend autofreien Eigelstein umzusetzen.
Jetzt ist der Eigelstein eine reine Fahrradstraße
Der wurde erst im März dieses Jahres nach einer Eingabe des Bürgervereins gefällt. In die Hände spielte allen Beteiligten, dass bereits bei der ersten Umgestaltung von vor über 20 Jahren keine Bordsteinkanten mehr verbaut worden waren. Nun also präsentiert sich der Eigelstein bis auf wenige Meter Ausnahmen als reine Fahrradstraße mit Zulieferverkehr bis 11 Uhr vormittags. Wenn sich denn alle dran halten.
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Die komplizierte Einbahnstraßenregelung im Viertel machte es unmöglich, den Kraftverkehr komplett herauszuhalten – es gibt Querverbindungen etwa vom Stavenhof zur Dagobertstraße oder von Unter Krahnenbäumen zur Eintrachtstraße. Auch die Zufahrten zu den Hotels sind möglich. Aber auch hier laufen die Einbahn-Regelungen bewusst gegeneinander, so dass die Lust am „Einfach-weiter-Fahren“ gar nicht erst aufkommt. Es gibt Abstellmöglichkeiten für Räder und Lastenräder.
Es ist auch deutlich grüner geworden
Und noch ein Versprechen wurde gehalten. Der Eigelstein ist deutlich grüner geworden. 25 große Pflanzkübel wurden gesetzt, die mit Bäumen, Sträuchern und Gräsern bestückt sind.
Nach dem Abbau der Baustelle am ehemaligen Kämpgen-Haus direkt an der Torburg sollen hier noch drei weitere hinzukommen. „Eine fünfte Kerze“ will Hupke anzünden, dass nun auch die Hauseigentümer mitziehen und eine bunte Vielfalt an Handel und Gastronomie möglich machen: „Die öffentliche Hand jedenfalls hat hier ihre Hausaufgaben erledigt“, meinte er. Und das in bemerkenswerter Einigkeit mit allen am Prozess Beteiligten, sowohl der Geschäftsleute also auch der Anwohner und dem Bürgerverein.
Auch die Breite Straße und Ehrenstraße sind autofrei geplant
Egerer verwies im Übrigen darauf, dass dies nur der Anfang einer stadtweiten Entwicklung sei. Noch im ersten Halbjahr 2022 sollen Breite Straße und Ehrenstraße dazukommen, die Severinstraße wird wohl ebenfalls teilweise autofrei, die Venloer Straße zum Modellprojekt. Und Weiteres wird folgen. Aber wie schon so oft in seiner Geschichte gilt einmal mehr: Der Eigelstein hat damit angefangen.


