Wer viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, erlebt schon mal unschöne Situationen. Eine Führung durch den Hauptbahnhof soll zeigen, was für Sicherheit getan wird.
Gefahr Bahnhof?Führung durch den Kölner Hauptbahnhof soll Fahrgästen Sicherheit geben

Eine Sicherheitsführung am Hauptbahnhof gibt Fahrgästen Einblicke hinter die Kulissen.
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Ein überfüllter Bahnsteig, dichtes Gedränge beim Einsteigen oder ein einsames Gleis in der Nacht: Wer mit der Bahn unterwegs ist, kann sich schnell mal unsicher fühlen. Doch was tun, wenn eine Situation plötzlich unangenehm wird?
Um diesem Gefühl zu begegnen, gibt es seit geraumer Zeit kostenlose Sicherheitsführungen durch den Kölner Hauptbahnhof, am Dienstag fand die vierte Führung statt. Interessierte lernen dabei, wie sie sich in Gefahrensituationen am besten verhalten. Organisiert wird das Angebot von Vertretern der Bundespolizei, der Deutschen Bahn, der Kölner Verkehrsbetriebe, der Zweckverband go.Rheinland und der Bahnhofsmission.
Marcus Schenker nimmt an der Führung teil. Er sei viel mit Bus und Bahn unterwegs, fahre immer von Aachen nach Köln mit dem Zug. Schon öfter habe er unangenehme Situationen erlebt. Unsicher fühle er sich vor allem dann, „wenn man fast alleine am Gleis steht“.
Tipps für den Reisealltag
Genau für diese Situationen wollen die Fachleute den Teilnehmenden Tipps mitgeben. Dabei betonen die Veranstalter ihre Zusammenarbeit. In einer Notlage müsse man sich als Fahrgast nicht fragen, ob KVB, DB oder Polizei zuständig ist: Jeder könne helfen. „An Bahnhöfen ist immer Personal, das ich ansprechen kann. Die nehmen das ernst“, so Dilara Ceviz vom Präventionsteam der Deutschen Bahn.
Wie das konkret aussehen kann, zeigt sich an den verschiedenen Stationen des Rundgangs. An der Rolltreppe zu den U-Bahngleisen geht es um die Frage: Was tun bei einem Sturz? Die Antwort: Den Notgriff ziehen und Hilfe holen. In der S-Bahn wird geklärt, welcher Sitzplatz am sichersten ist. Am besten am Gang, erklärt Ceviz. Wer ein unwohles Gefühl hat, könne sich so leichter aus einer Situation entfernen. Am leeren Gleis empfiehlt die Vertreterin der Deutschen Bahn außerdem, sich nach weiteren wartenden Fahrgästen umzusehen: „Bin ich wirklich alleine am Bahnhof? Oder kann ich mich zu anderen Menschen dazustellen?“
Auch beim Gepäck bekommen die Fahrgäste Sicherheitstipps: Das sollte möglichst so in der Gepäcklage verstaut werden, dass es immer in Sichtweite ist, sagt Theresa Schröter von der Bundespolizei. Und keine Scheu vor dem Sprechknopf in der Bahn. Dieser führe erstmal zum Lokführer, der im Zweifel weitere Hilfe hole.
Neben dem Verhalten der Fahrgäste geht es dann aber auch um technische und personelle Maßnahmen für mehr Sicherheit, zum Beispiel Videoüberwachung. Der Hauptbahnhof ist nahezu vollständig durch Kameras abgedeckt, so die Vertreterin der Bundespolizei. Hinzu kommen etwa noch regelmäßige Doppelstreifen von DB-Sicherheitsmitarbeitenden und Bundespolizei.
Rund 30 Anmeldungen gibt es im Schnitt für die Rundgänge, berichtet Organisator Marcel Priwitzer von go.Rheinland. Geplant sei, das Angebot auch auf andere Bahnhöfe zu erweitern.
Und, hat sich die Teilnahme gelohnt? Marcus Schenker findet schon: „Es waren viele interessante Sachen dabei. Das sind Alltagssituationen, tausendmal passiert nichts und dann eben doch. Es ist gut zu wissen, was man dann am besten tut.“