Seit 2013 ist das Dom-Hotel am Welterbe geschlossen, und das bleibt noch mindestens bis nächstes Jahr so. Das hat Konsequenzen.
Erste Absagen an GästeKölner Dom-Hotel soll erst 2027 eröffnen

Das Dom-Hotel, aufgenommen am Freitag.
Copyright: Costa Belibasakis
Die Fertigstellung des Dom-Hotels verzögert sich erneut – und das wirkt sich auf den geplanten Betrieb des neuen Fünf-Sterne-Superior-Hotels am Roncalliplatz aus. Nach Informationen dieser Zeitung sollen zahlreiche Kölnerinnen und Kölner für die erste Jahreshälfte Räume für Veranstaltungen gebucht haben – unter dem Vorbehalt, dass das Hotel nach 14 Jahren Bauzeit auch vorher eröffnet worden ist. Da dies nicht der Fall sein wird, sollen die Absagen inzwischen verschickt worden sein.
Die Bayerische Versorgungskammer (BVK) als Eigentümer und Bauherr bestätigte gegenüber dieser Zeitung die Verzögerung. Laut eines Sprechers sollen die Sachverständigen die technischen Gewerke wie etwa Brandschutz, Heizung oder Lüftung bis 29. Januar erfolgreich abschließen. Damit steht fest: Das Hotel eröffnet frühestens 2027. Das war zuletzt eine begründete Vermutung, jetzt ist es fix.
Althoff bedauert Verzögerung
Die Althoff-Gruppe als Pächter und Betreiber äußert sich nicht zu konkreten Daten. Althoff-Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Althoff sagte dieser Zeitung aber: „Wir bedauern die erneute Verschiebung sehr. Wir leiden unter den Verzögerungen selbst am meisten – gerade, weil wir wissen, wie groß das Interesse der Kölnerinnen und Kölner am Dom-Hotel ist.“
Wann das Hotel mit rund 130 Zimmern im Jahresverlauf 2027 eröffnet, ist unklar, weil nach den Abnahmen der spätere Hotelbetreiber laut BVK-Sprecher noch Restarbeiten erledigt.
Nach Informationen dieser Zeitung sollen beispielsweise rund 400 sogenannter Revisionsklappen ausgetauscht werden müssen, weil sie beschädigt sind. Sie ermöglichen den einfachen Zugang zu verlegten Leitungen in den Wänden. In anderen Zimmern sollen insgesamt rund 80 Duschtassen ausgetauscht werden müssen.
Der BVK-Sprecher bestätigt diese Mängel nicht, er sagte: „Es ist richtig, dass noch einige Mängel beseitigt werden müssen. Das ist in diesem Stadium der Bauphase jedoch nichts Ungewöhnliches. Auf den beschriebenen Zeitablauf werden sich diese Arbeiten jedoch nicht auswirken.“
Danach startet der Probebetrieb. Das dürfte Wochen bis Monate dauern. In der Vergangenheit war die Rede von rund sechs Monaten. Dann würde das Hotel sogar erst in der zweiten Jahreshälfte eröffnen.
Dabei hatte die BVK den Hotelbereich vor mehr als einem Jahr an Althoff übergeben, damit der Betreiber die Zimmer gestalten kann. Die Althoff-Mitarbeiter waren vor Ort, die Ausstattung vieler Zimmer war weit fortgeschritten. Trotzdem ist das Hotel ein Jahr später noch nicht eröffnet. Mittlerweile ist das Hotel zumindest größtenteils von seinen Bauzäunen befreit, die ersten Einzelhandelsgeschäfte sind im Erdgeschoss eingezogen.
Mehrmaliges Verschieben der Termine
In ihrem Jahresbericht 2023 hatte die BVK als Termin für die Inbetriebnahme März 2025 genannt. Das Hotel dürfte also mehr als zwei Jahre später als damals geplant eröffnen.
Doch auch zuvor hatte die BVK die Fertigstellung häufig verschoben, unter anderem war auch mal die Rede vom Jahreswechsel 2022/2023. Gemessen daran wird das neue Haus gut vier Jahre später fertig sein. Immer wieder hieß es vonseiten der BVK als Begründung, das Bauvorhaben sei komplex.
Im Jahresbericht 2025 nennt die BVK nun kein konkretes Datum mehr. Dort heißt es, dass das Dom-Hotel „nach Fertigstellung eine dem Platz entsprechend repräsentative Immobilie“ sein soll. Zur Frage, wie viel Geld die BVK das Bauprojekt kostet, äußert sie sich nicht.
Das Hotel hatte im Jahr 2013 geschlossen, ursprünglich für eine Sanierung im laufenden Betrieb. Doch die Schäden erwiesen sich als viel größer als gedacht, weil das Hotel im Zweiten Weltkrieg teils zerstört und danach mit dem verfügbaren Trümmermaterial wieder aufgebaut wurde.
Projektsteuerer spricht von Lebensgefahr
Das entwickelte sich nach der Schließung 2013 zum langwierigen Problem: Der damalige Projektsteuerer Turadj Zarinfar hatte 2017 auf der Baustelle sogar von „einer lebensgefährlichen Situation“ gesprochen. „Wenn man das Ausmaß gekannt hätte, dann hätten hier sicher keine Gäste mehr übernachten dürfen.“

Thomas Althoff von der Althoff-Gruppe im Oktober 2024 auf der Baustelle.
Copyright: Martina Goyert
Statt der geplanten Sanierung im Bestand brach die BVK bis auf die denkmalgeschützte Fassade und das Treppenhaus alles ab und errichtete dahinter einen Neubau. Dafür musste die Fassade gestützt und später mit dem Neubau verbunden werden.
Der damalige BVK-Vorsitzende Daniel Just verteidigte diesen Plan 2017. Er sagte über eine Sanierung: „Es müsste ständig nachgebessert werden, und dann hätten wir hier am Roncalliplatz eine Dauerbaustelle.“ Das könne niemand wollen. Neun Jahre später ist das Dom-Hotel bisher nicht fertig.
Sollte das Hotel nächstes Jahr eröffnen, hätte es 14 Jahre gedauert, das Großbauprojekt umzusetzen. So lange hat auch die Sanierung der Kölner Bühnen am Offenbachplatz gedauert. Und sollte das Römisch-Germanische Museum gegenüber des Hotels wie geplant nach der Sanierung 2030 eröffnen, hätte das zwölf Jahre gedauert.
