Noch hat Pandion keinen Mieter für das geplante neue Bürohaus gefunden. Zuletzt hat das Unternehmen hohe Verluste gemacht.
Sollte längst abgerissen seinWie geht es mit dem Kriegsbunker am Kölner Hauptbahnhofweiter?

Das Bild zeigt unten rechts das Gebäude, um das es geht.
Copyright: Marvin Hillebrand
Trotz der erteilten Baugenehmigung hat Projektentwickler Pandion noch nicht mit dem Abbruch des früheren Weltkriegsbunkers direkt am Kölner Hauptbahnhof und dem Bau des neuen Bürogebäudes begonnen. Das teilte eine Sprecherin des Kölner Unternehmens mit. Das Bauprojekt für bis zu 600 Arbeitsplätze läuft unter dem Namen „Spark“.
In einer Liste eigener Projekte hatte Pandion Ende März den Fertigstellungstermin mit August 2029 angegeben. Doch das bestätigte die Sprecherin nicht. Gut zwei Jahre zuvor hatte das Unternehmen in der Liste noch März 2028 genannt, als Baubeginn sogar Dezember 2025. Es sind Termine, die überholt sind. Die Sprecherin wollte stattdessen gar keinen Zeitplan mehr nennen, weil es zunächst einen Mieter braucht, um die Umsetzung zu forcieren. Das sei ein „wesentlicher Baustein“.
Verlust von 69 Millionen Euro
Die Sprecherin sagte: „Vor diesem Hintergrund können wir derzeit weder einen belastbaren Zeitplan für den Abbruch des Bestandsgebäudes noch für den Baubeginn oder die Fertigstellung kommunizieren.“ Auf der Internetseite heißt es trotzdem „Coming soon“, kommt bald.
Zudem nannte die Sprecherin die „aktuellen Rahmenbedingungen“ am Gewerbeimmobilienmarkt als Grund. Auf der Internetseite heißt es: „Nach Jahren des profitablen Wachstums hat der Markteinbruch seit Mitte 2022 auch Pandion erfasst.“ In einer Pressemitteilung verkündete Pandion zuletzt einen Vorsteuerverlust von 69 Millionen Euro im Vorjahr.

So sah der Weltkriegsbunker aus, bevor die RWZ ihn umbaute.
Copyright: Crifa Festungsarchitektur
Darin heißt es: „Zusätzlich wirkten sich Wertberichtigungen auf ausgewählte Gewerbeprojekte belastend aus. Diese stehen im Zusammenhang mit dem weiterhin herausfordernden Marktumfeld für gewerbliche Immobilien, insbesondere infolge veränderter Bewertungsparameter, gestiegener Finanzierungskosten und verzögerter Transaktionsmärkte.“ Explizit genannt wird „Spark“ aber nicht.
Wie mehrfach berichtet, sind zuletzt mehrere große Immobilienprojekte geplatzt. Unter anderem haben sowohl die DEVK als auch der Vermögensverwalter Flossbach von Storch ihre Planungen für zwei Büro-Hochhäuser aufgegeben (wir berichteten).
Die DEVK begründete das unter anderem mit einem geringeren Flächenbedarf und der Digitalisierung. Auch bei Flossbach waren die veränderten Rahmenbedingungen im Vergleich zum Anfangsstadium der Planungen der Grund.

So soll das neue Bürohaus „Spark“ (links) am Hauptbahnhof aussehen.
Copyright: Pandion
Ein Bericht über den Büromarkt in Köln zwischen April und Juni des Immobiliendienstleisters BNP Paribas Real Estate hat gegenüber des Vorjahreszeitraumes einen Anstieg der Leerstandsquote für Büroimmobilien von 4,25 auf 5,5 Prozent festgestellt.
BNP Paribas schreibt dazu: „Während hochwertige Flächen in guten Lagen knapp und preisstabil bleiben, stehen ältere Bestände und periphere Lagen zunehmend unter Druck.“

So sieht es derzeit aus: Die frühere RWZ-Zentrale.
Copyright: Arton Krasniqi
Und der Bunker steht an einer prominenten Stelle nördlich des Hauptbahnhofs an der Ecke Altenberger Straße/Domstraße. Er stammt aus dem Jahr 1942, bot bis zu 5000 Menschen Platz und hat bis zu 1,80 Meter dicke Wände. Das Gebäude sollte vor Fliegerbomben schützen.
Das Schutzhaus ist aber nicht von außen zu sehen, weil die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main AG (RWZ) ihre Zentrale in den 80er Jahren um den Bunker gebaut hat. Er erhielt eine Glasfassade und wurde um Büros aufgestockt. Schon vor drei Jahren hatte die Stadt mitgeteilt, keine Pläne zu verfolgen, das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen.
Enges Parkhaus im Inneren
Lange Jahre nach dem Krieg war der Bunker ein Schandfleck, obwohl Architekt Wilhelm Riphahn ihn so geplant hatte, dass er in Friedenszeiten als Parkhaus dienen kann. Statt Treppen baute er Rampen für Autos, es war aber ziemlich eng. Doch von außen sah das Parkhaus ziemlich trist aus, es gab keine ordentliche Fassadengestaltung. Das änderte sich erst mit dem Umbau durch die RWZ in den 1980er-Jahren.
Doch Raiffeisen ist seit dem Frühjahr 2025 ausgezogen in ein modernes Bürogebäude im Kölner Süden. Von außen sichtbar ist bisher wenig passiert an der früheren Zentrale.

Der neue Verwaltungssitz der RWZ in der Gaedestraße 9 in Köln-Marienburg.
Copyright: Alexander Schwaiger
Pandion prüft laut der Sprecherin die verschiedenen Aspekte der weiteren Projektentwicklung, auch die Baustellenlogistik am Hauptbahnhof ist ein Aspekt. Der Abbruch des Bunkers mit den dicken Wänden wird aufwendiger als üblich.
Trotzdem gehen die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) nicht davon aus, dass der Abbruch Probleme für den U-Bahn-Betrieb bedeutet. Das Gebäude steht ja nahe des Breslauer Platzes und der U-Bahn-Tunnel. Eine KVB-Sprecherin sagte: „Die Baumaßnahmen können ohne Beeinträchtigung für den Stadtbahnverkehr stattfinden.“
Seit November 2023 steht das Aussehen des neuen Gebäudes fest, Astoc setzte sich in einem Architektenwettbewerb durch.