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Kölner OperBeteiligte Firma: „So kurz vor einer Premiere sollte das nicht auftauchen“

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Die neu sanierte Oper.  Costa Belibasakis

Die neu sanierte Oper.  

Bis zum Eröffnungsstart lassen Stadt und Bühnen offen, welche Auswirkungen die Probleme mit der Technik haben. Das soll sich am Eröffnungstag klären. 

Dass die Bühnentechnik im Kölner Opernhaus kurz vor der Premiere nach 14 Jahren Sanierung noch Probleme macht, ist laut Jens Schröder von der Firma Theater Technische Systeme GmbH (TTS) „unüblich“. TTS  hat die elektronische Steuerung für Ober- und Untermaschinerie sowie die maschinentechnische Einrichtungen im Opernhaus geliefert. So steht es auf der Internetseite des Unternehmens aus Syke bei Bremen.

Schröder sieht keine Fehler bei seinem Unternehmen. Er verwies am Mittwoch gegenüber dieser Redaktion darauf, dass er nicht viel zu den Details sagen könne, aber: „So kurz vor einer Premiere sollten solche Probleme nicht mehr auftauchen.“

Die Stadt und die Bühnen ließen auch am Mittwoch weiter offen, wie schwerwiegend die Probleme sind und was das für die Premiere des „Rosenkavalier“ am Sonntag und die folgenden Wochen heißt. Welches Element lässt sich beispielsweise drehen und absenken und welches nicht? Betroffen ist dem Vernehmen nach nur das Opernhaus und nicht Schauspiel, Kinderoper und Kleines Haus.

Nach Informationen dieser Redaktion wird die Premiere am Sonntag stattfinden, wenn auch eingeschränkt. Zumindest das hatte die Stadt am Dienstag schon bestätigt.

Bühnentechnik hat drei Bestandteile

TTS hat demnach auch die Technik für unter anderem die Opernhäuser in Wuppertal, Graz, Berlin und Malmö geliefert, dazu auch in den Schauspielhäusern in Bochum, Hannover und Nürnberg sowie im Depot in Köln. Dort spielte das Schauspiel während der Sanierung des Haupthauses am Offenbachplatz.

Der Begriff Bühnentechnik steht im Wesentlichen für drei Bestandteile: die Licht- und Medientechnik, die Obermaschinerie und die Untermaschinerie. Mit ihnen wird das Bühnenbild verändert.

Technik war frühzeitig fertig

Wie berichtet, war die Bühnentechnik schon 2017 bis zu 95 Prozent fertiggestellt, 2021 zu 98 Prozent. Diese Aussagen stammen von Bühnen-Verantwortlichen selbst. Sie betonten stets, dass es von Vorteil sei, dass die Technik weit vor den eigentlichen Häusern fertig sei.

Vor fünf Jahren sagten sie: „Die Sparten können also ab dem ersten Tag auf allen vier Bühnen uneingeschränkt proben, die neue Bühnentechnik wird beherrscht, mögliche technische Kinderkrankheiten sind behoben.“

Laut Schröder ist die frühzeitig installierte Technik aber doch ein Problem. Er sagt: „Sie haben ja zu Hause auch keinen Laptop von vor zehn Jahren.“ Zuletzt hatte schon der Kölner Bühnen-Techniker Mino Roy in einem Beitrag der „Tagesthemen“ gesagt: „Die Bühnenmaschinerie ist tatsächlich auch schon an die zehn Jahre alt. Und manche elektronischen Bauteile kommen da einfach an ihre Lebensgrenze.“

Laut Schröder von TTS hat die Stadt Köln die Bühnentechnik nicht von einer Firma eingekauft, sondern von mehreren. „Das ist unüblich“ und könnte laut Schröder Abstimmungsprobleme verursachen.

Stadt beantwortet keine Fragen

Die Stadt Köln und die Bühnen beantworteten alle Fragen dieser Redaktion zu den Aussagen Schröders am Mittwoch nicht. Stattdessen luden sie am Abend für ein Pressegespräch am Donnerstag – dem Tag des Eröffnungsaktes – mit dem ganz großen Besteck ein. Folgende Teilnehmer werden kommen: Kulturdezernent Stefan Charles, die Intendanten Hein Mulders (Oper) und Kay Voges (Schauspiel), der externe Sanierungs-Projektleiter Jürgen Marc Volm, die technische Betriebsleiterin der Bühnen, Andrea Blome, sowie der Geschäftsführende Direktor der Bühnen, Bernd Fülle.

Es ist eine Besetzung, die üblicherweise nur bei besonderen Anlässen oder bei großen Negativ-Nachrichten zusammenkommt. Doch eine Absage soll dem Vernehmen nach nicht der Fall sein.

Wie berichtet, hatte Opernintendant Hein Mulders die Probleme am vergangenen Eröffnungswochenende im „Deutschlandfunk“ mitgeteilt. Er sagte: „Bühnenpodien, Technik, Drehscheibe, Obermaschinerie: Da hakt es im Moment, das muss ich auch ehrlich sagen.“ In dem Beitrag heißt es, dass laut Mulders eine weitere Verschiebung nach 14 Jahren Sanierung aber nicht infrage kommt.

Für das Eröffnungsfest am vergangenen Wochenende hatten die Bühnen angekündigt: „Erleben Sie modernste Bühnentechnik in Aktion.“ Doch für das Opernhaus wurde diese Präsentation abgesagt.

Wer bezahlt für das Beheben der Probleme?

Die Frage ist auch, wer das Ausbessern der Technikprobleme bezahlt. Es dürften die Bühnen sein, aber auch diese Frage ließen sie offen. Denn da die 40 Millionen Euro teure Operntechnik schon lange fertig ist, dürfte die Gewährleistung abgelaufen sein. Zumindest hatten die Bühnen 2017 selbst darauf hingewiesen, dass die Gewährleistung in vier Jahren abläuft, also 2021. 

Damals schrieb diese Redaktion über den damaligen Sanierungschef Bernd Streitberger und das mögliche Problem: „Sollte etwas mit der Technik nicht in Ordnung sein, muss Streitbergers Team die Mängel also identifizieren, ohne dass jemals auch nur eine einzige Oper auf der Bühne aufgeführt worden wäre.“

Prokurist Schröder sagte mit Blick auf die jahrelange Verzögerung der Sanierung: „Köln ist ein Extrembeispiel, aber die Verzögerungen bei öffentlichen Bauten werden immer schlimmer und wirken sich auf die Ausführungstermine der Arbeiten aus. Das ist schlecht zu planen und ein wirtschaftliches Risiko für Firmen.“