Die Antoniter Siedlungsgesellschaft feiert 75 Jahre erfolgreichen Wohnungsbau in Köln. Sie bietet überwiegend öffentlich geförderte Wohnungen an.
Antoniter SiedlungsgesellschaftEvangelische Kirche in Köln baut seit 75 Jahren Wohnungen

Die Darsteller der kleinen Szenen aus dem Arbeitsalltag
Copyright: Stefan RahmannSieben Frauen und Männer stehen auf einer improvisierten Bühne
Die Antoniter Siedlungsgesellschaft (ASG) hatte im wahrsten Sinne des Wortes den roten Teppich ausgerollt und der Chef persönlich begrüßte die Gäste im Haus der Evangelischen Kirche. Geschäftsführer Guido Stephan und seine Mitarbeiter feierten das 75-jährige Bestehen des Wohnungsunternehmens der evangelischen Kirche in Köln und Region mit zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern der Immobilienbranche und der Kirche. Und die bekamen ein kurzweiliges Programm geboten. Im Haus der Kirche hatte man ein Wohnzimmer nachgebaut, das von der Kabarettistin Gabi Weiss in ihrer Paraderolle als Irmgard Knüppel „bewohnt“ wurde. Sie empfing ununterbrochen Gäste, allesamt Mitarbeiter der ASG und des Tochterunternehmens Grube & Räther, die in kleinen Dialogszenen ihre Rolle im Unternehmen als Dienstleister für die Mieter vorstellten.

Der Elektriker George Okuome reparierte eine Steckdose.
Copyright: Stefan Rahmann
Der Elektriker George Okuome reparierte eine Steckdose, dieArchitektin Verena Nelles begutachtete einen Gebäudeschaden, Andrea Gasper gab Ratschläge zu einer Patientenverfügung. Und auch für den Gärtner Ralf Hesse, der vor dem „Wohnzimmerfenster“ einen infernalischen Lärm verursachte, fand Irmgard Knüppel freundliche Worte: „Ich wünsche immer eine Handbreit Laub unterm Bläser.“
Alles geht zurück auf Hans Encke
Guido Stephan warf einen Blick zurück. „Es war nicht selbstverständlich, dass aus der Idee, ein evangelisches Wohnungsunternehmen zu gründen, eine Erfolgsgeschichte wird“, sagte der Geschäftsführer und erinnerte daran, dass man 1951 mit einer Kapitalausstattung von 50.000 D-Mark gestartet sei. Die Gründungsinitiative ging aus von Hans Encke, dem damaligen Kölner Superintendenten, der von 1953 bis 1955 auch Geschäftsführer der ASG war und die Insolvenz abwendete. 1964 war die ASG so weit konsolidiert, dass die erste Dividende an die Gesellschafter gezahlt werden konnte. Darüber freuten sich der Evangelische Kirchenverband Köln und Region sowie die Kölner Kirchenkreise. Heute hat die ASG kölnweit 1781 Wohnungen im Bestand, von denen die Hälfte öffentlich gefördert sind. Darüber hinaus verwaltet sie 1150 Wohnungen von Dritteigentürmern. Das sind oft evangelische Gemeinden, für die die ASG auch als Beraterin in Immobilienangelegenheiten tätig ist.
Grußwort vom OB per Video
Oberbürgermeister Torsten Burmester wandte sich mit einer Videobotschaft an die Festgemeinde: „Der Beginn der Antoniter Siedlungsgesellschaft fiel in eine Zeit der großen Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg. Viele Kölner hatten ihr Zuhause verloren. Ihr Unternehmen hat Verantwortung übernommen und trägt sie weiterhin als Vermieterin von öffentlich gefördertem Wohnraum. “

Stadtsuperitnendent Bernhard Seiger spricht ein Grußwort.
Copyright: Stefan Rahmann
Menschenwürdiges Wohnen sei ein Grundbedürfnis, erklärte Stadtsuperintendent Bernhard Seiger. Das sei die Basis für alles, was Menschen draußen tun. In der eigenen Wohnung könne man geborgen sein und Kräfte sammeln. Nicht zuletzt sei die Bereitstellung von Wohnraum auch Ausdruck von Diakonie. Das Thema Wohnen komme im Alten und Neuen Testament 400 Mal vor, hat der Theologe gezählt. Im 2. Buch der Könige heiße es: „Siehe, es ist gut wohnen in dieser Stadt.“ Seiger ergänzte: „Das ist die erste Erwähnung Kölns in der Bibel.“