Abo

Erneut Geflüchtete in KölnLand richtet Notunterkunft in der Kölnmesse ein

3 min
Im letzten Jahr wurde bereits ein Teil der Messehallen für geflüchtete Menschen bereitgestellt.

Im letzten Jahr wurde bereits ein Teil der Messehallen für geflüchtete Menschen bereitgestellt. 

In der Kölner Messe werden erneut geflüchtete Menschen untergebracht.

Weil der Zuzug geflüchteter Menschen unvermindert hoch ist und zudem deutlich mehr hilfesuchende Menschen aus den Westbalkanstaaten kommen als in Wintermonaten der Vorjahre hat das Land NRW die Messehalle 11.1 als vorübergehende Unterbringungsmöglichkeit gemietet. Hier sollen ab dem 1. Dezember Schlafplätze für bis zu 800 Menschen eingerichtet werden, teilte eine Sprecherin des Landes Nordrhein-Westfalen mit. Stand jetzt steht die Halle, die vom Land als „Überlaufeinrichtung“ genutzt wird, sechs Wochen lang bis zum 12. Januar zur Verfügung.

Der Messebetrieb wird durch die Belegung der Halle nicht beeinträchtigt, weil in den Monaten Dezember und Januar nur sporadisch Veranstaltungen auf dem Gelände stattfinden. Erst ab Februar läuft er wieder an. Die Halle 11.1 liegt im südlichen Bereich des Messegeländes und ist eine der neuen Ausstellungshallen. Hier soll jetzt mit Hilfe vorhandener Rolltore und mobiler Wandelemente eine Aufteilung in verschiedene Bereiche umgesetzt werden. Zudem wird den Menschen so eine gewisse Privatsphäre ermöglicht werden. Geplant sind auch ein Aufenthalts- und ein Kinderbereich.

Zahl der Plätze wird erhöht

Hintergrund der kurzfristig umgesetzten Maßnahme ist eine Vereinbarung der NRW-Landesregierung mit den kommunalen Spitzenverbänden. Die hatten Ende September beschlossen, dass das Land den Kommunen weitere 808 Millionen Euro zur Unterbringung geflüchteter Menschen zur Verfügung stellt. Auch wurde vereinbart, dass die Zahl der Unterbringungsplätze in Landeseinrichtungen deutlich erhöht wird.

Die 800 neuen Plätze in der Kölnmesse sind Teil dieses Prozesses. Werden neue Plätze in Landesunterkünften geschaffen, entlastet das die Kommunen. So muss Köln derzeit zwar Geflüchtete über Landeszuweisungen aufnehmen, kann aber zugleich etwa Menschen, die sich beim Ausländeramt als „unerlaubt eingereist“ melden, schneller an Landesunterkünfte weitergeben, wenn diese genügend freie Plätze haben. Derzeit hielten sich der recht starke Zustrom an geflüchteter Menschen und die Weitergabe an Landeseinrichtungen zur Weiterverteilung die Waage, teilte die Verwaltung kürzlich mit.

Kinderbereich und Duschmöglichkeiten

Wann die geplanten Landeseinrichtungen in Riehl und Porz-Lind mit jeweils rund 500 Plätzen umgesetzt werden, ist derzeit nicht abzusehen. Bereits nach Ausbruch des Krieges gegen die Ukraine im Jahr 2022 hatte die Stadt geflüchtete Menschen in der Kölnmesse untergebracht. Damals waren in der Messehalle 3 abgeteilte oben offene Kojen für bis zu 1100 Personen entstanden.

Als Aufenthaltsbereich stand ihnen eine Restaurantfläche zur Verfügung, es gab einen Kinderbereich und Duschmöglichkeiten in Containern außerhalb der Halle. Neben den mit der Betreuung beauftragten Trägern hatten sich auch viele Ehrenamtliche um die Versorgung der geflüchteten Menschen gekümmert. Im Winter 2022 war die Messehalle dann erneut angemietet worden, da die Zahl der Geflüchteten angestiegen war; sie war in diesem Zeitraum jedoch zumeist eher schwach belegt. (bos/dpa)