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Blindgänger im Rhein
Weltkriegsbombe in Köln-Deutz entschärft – Sperrungen aufgehoben

3 min

Im Rhein in Deutz ist am Donnerstag ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Am Abend wurde die Bombe entschärft.

Nachdem am Mittwoch ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg in Köln-Deutz gefunden worden war, ist die amerikanische Fünf-Zentner-Bombe am Donnerstagabend erfolgreich entschärft worden. Das teilte die Stadt Köln mit. 

Der Blindgänger, der in der Nähe des rechten Ufers auf Höhe des Rheinparks gefunden wurde, hatte zuvor für Evakuierungsmaßnahmen und Sperrungen gesorgt. Der Evakuierungsradius betrug 400 Meter, betroffen war auch das linke Rheinufer mit der Altstadt Nord. 

Niedriger Pegelstand legt Weltkriegsbombe in Köln frei

„Die Weltkriegsbombe wurde im Zusammenhang mit dem niedrigen Pegelstand des Rheins entdeckt“, berichtet die Stadt Köln. Der Fund am Vortag sei zu spät gemacht worden, um die Entschärfung direkt durchzuführen. Eine Bergung benötige einiges an Vorbereitung, sagte der Leiter des Amts für öffentliche Ordnung, Dirk Käsbach.

Im Rhein bei Deutz (Rheinpark) wurde am Mittwochabend eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe gefunden. Das Kampfmittel muss am Donnerstag entschärft werden.

Im Rhein bei Deutz (Rheinpark) wurde am Mittwochabend eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe gefunden. Das Kampfmittel muss am Donnerstag entschärft werden.

Rund 360 Menschen mussten vor der Entschärfung evakuiert werden. Der Großteil der Betroffenen lebt im Vincenz-Haus am linksrheinischen Konrad-Adenauer-Ufer, die Bewohnerinnen und Bewohner konnten aber innerhalb des Gebäudekomplexes in sichere Bereiche gebracht werden. 

Passanten entdeckten Blindgänger

Wie inzwischen bekannt wurde, war der Blindgänger von Passanten entdeckt worden. Er lag offenbar 50 cm unter Wasser, was die Entschärfung verkompliziert hatte. „Wir müssen den Fund zunächst aus dem Wasser an Land bringen, damit dort die Entschärfung stattfinden kann“, erklärte Ordnungsamtsleiter Käsbach das Vorgehen.

Zunächst musste dafür ein passender Radlader organisiert werden. „Wir gehen davon aus, dass die Bombe gestern durch die Sogwirkung eines Schiffes kurz freigelegt wurde.“ Bei der Bombe handelt es sich um eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe mit Heckaufschlagzünder.

RTL-Mitarbeitende mussten Gebäude verlassen

Auch der Sender RTL war von der Evakuierung betroffen. Die Gebäude mussten komplett geräumt werden. Der Sendebetrieb lief bis 15 Uhr weiter, danach mussten alle Mitarbeitenden bis 15.15 Uhr die Räumlichkeiten verlassen. „RTL Aktuell“ um 18.45 Uhr wurde nicht aus Köln, sondern aus dem Hauptstadtstudio in Berlin gesendet, „Explosiv“ vorab aufgezeichnet. 

RTL-Mitarbeitende müssen wegen des Bombenfunds am 6. August das Gebäude verlassen.

RTL-Mitarbeitende müssen wegen des Bombenfunds am 6. August das Gebäude verlassen.

Der Nachrichtensender ntv, der ebenfalls zu RTL gehört, bezog um 15 Uhr ein mobiles Studio vor dem Hyatt-Hotel in Köln. Dieses liegt direkt außerhalb des Evakuierungsbereichs.

Die Seilbahn, die zwischen Zoo und Rheinpark verkehrt, stellte unterdessen ihren Betrieb ein. Auch der Beach Club „km 689“ blieb am Donnerstag ebenso geschlossen wie der Biergarten der Rheinterrassen.

Die Rheinbrücken und auch die DB-Strecke waren bis auf eine Ausnahme nicht von Sperrungen betroffen. Rund um den Rheinpark gab es jedoch einige Sperrungen, die nach der Entschärfung nun schrittweise aufgehoben werden sollen, teilte die Stadt Köln mit. 

Auch Kampfmittel im Rhein bei Bonn gefunden – Stadt warnt

Erst vor wenigen Tagen war derweil am Rhein ein weiterer Kampfmittelfund gemeldet worden: Zwei Frauen entdeckten bei Niedrigwasser im Trockenbett des Flusses nahe der Bonner Südbrücke eine Mörsergranate aus dem Zweiten Weltkrieg, wie der „General-Anzeiger“ berichtete. Der alarmierte Kampfmittelbeseitigungsdienst nahm die Granate mit.

Angesichts des anhaltenden Niedrigwassers warnen die Stadt Bonn und die Abfallwirtschaftsbetriebe „Bonnorange“ eindringlich vor möglichen Kampfmitteln im freigelegten Rheinbett. Neben Müll könnten dort auch Patronen, Granaten oder andere Kriegsmunition aus dem Zweiten Weltkrieg zum Vorschein kommen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Niedrigwasser: Verdächtige Gegenstände nicht anfassen

Auch wenn der niedrige Wasserstand im Rhein der Schifffahrt derzeit Probleme bereite, so begünstige er die Bergungsarbeiten, sagt Käsbach. Für das freigelegte Rheinufer in Köln gilt dementsprechend ebenso Vorsicht beim Spazieren. Mehr Funde könne man nicht ausschließen, das Ordnungsamt rechne damit auch nicht zwingend, sagte er. „Wir sind auf die Situation eingestellt.“

Die Behörden appellieren deshalb, die trockenen Uferbereiche möglichst zu meiden und verdächtige Gegenstände keinesfalls anzufassen oder zu bewegen, da sie auch nach Jahrzehnten noch lebensgefährlich sein können. Stattdessen sollten Funde umgehend der Polizei, Feuerwehr oder dem Ordnungsamt gemeldet werden.

Die Stadt Köln teilte am Donnerstag unterdessen mit, dass in den vergangenen Tagen aufgrund des Niedrigwassers mehrere Kampfmittel im Rhein entdeckt worden seien. Eine Entschärfung sei jedoch in keinem der Fälle erforderlich gewesen. (red)