Im Rhein in Deutz ist ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Die Bombe muss am Donnerstag entschärft werden.
Wegen NiedrigwassersWeltkriegsbombe im Rhein gefunden – RTL-Gebäude werden geräumt

Im Rhein in Köln-Deutz ist ein Blindgänger gefunden worden, der am Donnerstag (6. August) entschärft werden muss.
Copyright: Alexander Schwaiger
In Deutz ist im Rhein am Mittwochabend ein Sprengsatz aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden, wie die Stadt Köln mitteilt. Der Blindgänger, der in der Nähe des rechten Ufers auf Höhe des Rheinparks liegt, soll am Donnerstag entschärft werden. Der Evakuierungsradius beträgt 400 Meter, betroffen ist auch das linke Rheinufer mit der Altstadt Nord. Hier geht es um Teile des Konrad-Adenauer-Ufers und auch die Kirche St. Kunibert.
„Die Weltkriegsbombe wurde im Zusammenhang mit dem niedrigen Pegelstand des Rheins entdeckt“, berichtet die Pressestelle. Rund 360 Menschen müssten evakuiert werden. Der Großteil lebe im Vincenz-Haus am Konrad-Adenauer-Ufer, die Bewohnerinnen und Bewohner könnten aber innerhalb des Gebäudekomplexes in sichere Bereiche gebracht werden. Allein diese Evakuierung werde voraussichtlich bis zu drei Stunden dauern. Krankentransporte werden aber wohl nicht benötigt.
Amerikanische Fünf-Zentner-Bombe im Rhein bei Köln muss entschärft werden
Auch der Sender RTL liegt im linksrheinischen Evakuierungsbereich. Die Gebäude müssen komplett geräumt werden, bevor die Bombe entschärft werden kann. Der Sendebetrieb soll bis 15 Uhr weiterlaufen, danach müssen alle Mitarbeitenden bis 15.15 Uhr die Räumlichkeiten verlassen.

Der Evakuierungsradius für die Entschärfung des Blindgängers im Rhein in Köln-Deutz beträgt 400 Meter.
Copyright: Stadt Köln
Bei dem Fund handelt es sich um eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe mit Heckaufschlagzünder. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf (KBD) und das Ordnungsamt der Stadt Köln sind vor Ort. Der Gefahrenbereich wird jetzt abgesperrt und gegebenenfalls evakuiert.
Eine Anlaufstelle wird nach Angaben der Stadt in der Cafeteria des Marienhospitals, Kunibertskloster 11-13, eingerichtet. Zu welchen Verkehrsbeeinträchtigungen es kommen wird, steht noch nicht fest. Die Rheinbrücken und auch die DB-Strecke sind zumindest nicht betroffen.
Auch Kampfmittel im Rhein bei Bonn gefunden – Stadt warnt
Erst vor wenigen Tagen war am Rhein ein weiterer Kampfmittelfund gemeldet worden: Zwei Frauen entdeckten bei Niedrigwasser im Trockenbett des Flusses nahe der Bonner Südbrücke eine Mörsergranate aus dem Zweiten Weltkrieg, wie der General-Anzeiger berichtete. Der alarmierte Kampfmittelbeseitigungsdienst nahm die Granate mit.
Angesichts des anhaltenden Niedrigwassers warnen die Stadt Bonn und die Abfallwirtschaftsbetriebe „Bonnorange“ eindringlich vor möglichen Kampfmitteln im freigelegten Rheinbett. Neben Müll könnten dort auch Patronen, Granaten oder andere Kriegsmunition aus dem Zweiten Weltkrieg zum Vorschein kommen, heißt es in einer Pressemitteilung.
Die Behörden appellieren deshalb, die trockenen Uferbereiche möglichst zu meiden und verdächtige Gegenstände keinesfalls anzufassen oder zu bewegen, da sie auch nach Jahrzehnten noch lebensgefährlich sein können. Stattdessen sollten Funde umgehend der Polizei, Feuerwehr oder dem Ordnungsamt gemeldet werden. Aufgrund der Gefahrenlage unterstützt „Bonnorange“ derzeit zudem keine Müllsammelaktionen in den betroffenen Rheinbereichen und empfiehlt, auf sichere Sammelorte auszuweichen. (cme/sbo)