Abo

Nach Unglück in MünchenFreifallturm „Hangover“ ist für Deutzer Herbstkirmes gebucht

3 min
Der Freifallturm „Hangover“ auf dem Oktoberfest in München. Das Fahrgeschäft, an dem sich ein tödlicher Unfall ereignet hatte, soll im Oktober in Köln Station machen.

Der Freifallturm „Hangover“ auf dem Oktoberfest in München. Das Fahrgeschäft, an dem sich am Montag ein tödlicher Unfall ereignet hatte, soll im Oktober in Köln Station machen.

Der Freifallturm „Hangover“, an dem sich in München ein tödlicher Unfall ereignet hat, ist als Nächstes auf der Herbstkirmes in Deutz gebucht.

Bei der Neuauflage der Deutzer Kirmes in diesem Herbst möchte der Leverkusener Schausteller Wilfried Hoffmann mit einer Reihe hochkarätiger Fahrgeschäfte aufwarten. Das beliebte Volksfest mit mehr als 100.000 Besuchern findet vom 24. Oktober bis 1. November auf der Deutzer Werft statt – zum ersten Mal seit zwei Jahren. Wegen eines langwierigen Rechtsstreits um ihre Ausrichtung war die Kirmes im Frühjahr 2025, Herbst 2025 und Frühjahr 2026 ausgefallen. Im Juli erteilte die Stadt Köln Hoffmann den Zuschlag für die Volksfeste bis zum Jahr 2029, nachdem das Oberlandesgericht Düsseldorf zuvor den anderen Bieter, die Gemeinschaft Kölner Schausteller e. G. (GKS), vom Verfahren ausgeschlossen hatte.

Unter den geplanten Attraktionen für die kommende Herbstkirmes ist auch der 85 Meter hohe Freifallturm „Hangover – The Tower“, der zurzeit auf dem Oktoberfest in München im Einsatz ist. Bei einem Unfall an der Anlage war am Montagabend gegen 21.50 Uhr ein 52 Jahre alter Security-Mitarbeiter ums Leben gekommen. Er hatte sich aus bislang ungeklärten Umständen im Gefahrenbereich unterhalb des Turms aufgehalten und war von einer herunterfahrenden Gondel eingeklemmt und tödlich verletzt worden.

Der Todesfall auf der Wiesn sorgt auch bei den Schaustellern in Köln für Bestürzung. „Dieses Unglück hat alle Schausteller schwer getroffen. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen, denen wir unser herzliches Beileid aussprechen möchten“, erklärte der Sprecher der Deutzer Kirmes, Hugo Winkels.

TÜV fand nach tödlichem Unfall keine technischen Mängel an der Anlage

Ob das Fahrgeschäft nach dem tödlichen Unfall tatsächlich wie geplant von München nach Köln-Deutz weiterziehen kann, steht momentan nicht hundertprozentig fest. „Wir gehen derzeit fest davon aus, dass der Freifallturm auf der Deutzer Herbstkirmes dabei sein wird. Allerdings laufen die Ermittlungen der Behörden noch, und wir müssen abwarten, was sich daraus ergibt“, betont Winkels.

Der Freifallturm „Hangover“ wurde nach Angaben des Schaustellerbetriebs Schneider 2015 für 2,8 Millionen Euro vom  österreichischen Hersteller Funtime gebaut. 24 Personen finden darin Platz. Die Fallgeschwindigkeit beträgt bis zu 90 Kilometer pro Stunde, kurz vor dem Boden bremst die Gondel sanft ab. Warum sich der Mitarbeiter im Gefahrenbereich aufhielt, wo er nicht hätte sein dürfen, ist Gegenstand der Ermittlungen, die laut Polizei „Tage, wenn nicht Wochen andauern“ können. Bei einer Sicherheitsüberprüfung am Dienstag fand der TÜV nach Angaben der Betreiberfamilie keinen technischen Mangel, das Ordnungsamt gab das Fahrgeschäft anschließend wieder frei.

Da der Freifallturm auf dem Oktoberfest bereits wieder in Betrieb ist, gehe man davon aus, dass das Fahrgeschäft auch in Köln eingesetzt werden dürfe, sagte Winkels. Der „Hangover“ sei eine Premiere für Köln und eine der Hauptattraktionen der Deutzer Herbstkirmes.

Freifallturm soll nach München und Köln in London Station machen

Nach dem Gastspiel in Köln soll das Fahrgeschäft von Ende November bis Anfang Januar Station im Winter Wonderland im Londoner Hyde Park machen. Auf die Frage, ob es einen „Plan B“ gibt, falls die Behörden den „Hangover“-Turm doch noch aus dem Verkehr ziehen, sagte Winkels, Wilfried Hoffmann verfüge über gute Kontakte in der Schaustellerbranche. 

Zu den weiteren Attraktionen der diesjährigen Deutzer Herbstkirmes zählen die 45 Meter hohe Riesenschaukel „XXL Höhenrausch“, das Rundfahrgeschäft „Mister Gravity“ sowie das Gondel-Karussel „Swing Up“. Außerdem werde es eine „Wilde Maus“ mit drehbaren Gondeln geben, so Winkels. Zu Halloween am 31. Oktober werde die Kirmes  entsprechend dekoriert. Geplant seien auch eine besondere Führung für blinde Menschen und ein spezieller Tag für die queere Community am 28. Oktober, analog zum „Pink Monday“ der Düsseldorfer Rheinkirmes.