Für Schlafsäcke und ZahnpastaBen (12) sparte Geld für Kölner Obdachlose

Die Kältehilfe verteilte auf dem Breslauer Platz Schlafsäcke. Warme Suppe gab es auch.
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Köln – Als der zwölfjährige Ben von der Kältehilfe-Aktion des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) hörte, taten ihm die Menschen leid, die anders als er und seine Familie keine warme Wohnung haben. Deshalb sparte der Junge im Laufe des vergangenen Jahres 250 Euro zusammen, damit der ASB noch mehr Schlafsäcke und Hygieneartikel an arme Menschen verteilen kann.
Eine neue Bleibe in Köln zu finden, ist schwer
Zum fünften Mal bildete sich auf dem Breslauer Platz eine lange Schlange von Wohnungslosen, die sich die lebensnotwendigen Hilfsmittel fürs Überwintern ohne Dach über dem Kopf abholten. Die Organisation „Helping Hands“ gab dazu Erbsensuppe mit oder ohne Fleischeinlage aus. Selbstgebackene Plätzchen vom ASB-Team versüßten darüber hinaus ein wenig den Abend. Innerhalb kurzer Zeit waren die 150 Schlafsäcke, die bei Frost bis minus 15 Grad warmhalten, und dieselbe Anzahl Hygienesets mit Zahnpasta, Zahnbürste, Duschgel, Shampoo und Rasierzeugs für die Männer vergeben.
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„Ohne den Schlafsack könnte ich in der Kälte nicht schlafen“, erzählte der 54-jährige Roland, der seit fünf Monaten obdachlos ist. Zusammen mit seinem Bekannten Saki ließ er sich die heiße Suppe schmecken. Beide haben ein Zimmer in einer Jugendherberge nahe dem Hauptbahnhof – wie lange, wissen sie nicht. Im Winter 2020/2021 musste Saki öfter auf der Straße übernachten, auch damals in einem gespendeten Schlafsack. Beiden Männern ist die Armut nicht anzusehen. Saki erklärt: „In Köln gibt es überall Hilfen wie Kleiderkammern und Anlaufstellen, es liegt an einem selbst, ob einem die Obdachlosigkeit anzusehen ist oder nicht.“ Nur eine neue feste Bleibe zu finden, wenn man einmal seine Wohnung verloren hat, das sei schwer.



