Gotland-VereinStadt verzögert Start von Nachbarschaftsprojekt

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Der Gotland e.V. möchte das Schwedenhaus im Volksgarten möglichst bald nutzen. 

Neustadt-Süd – Es zieht sich. Noch immer warten die Mitglieder des Gotland e.V. darauf, dass die Gebäudewirtschaft ihnen den Zutritt zu der ehemaligen Kita gestattet. Aber darauf können sie, Stand jetzt, wohl noch länger warten. „Die verwaltungsinternen Abstimmungen dazu dauern noch an. Eine Vorlage zur Rückübertragung in das allgemeine Liegenschaftsvermögen der Stadt Köln, die Voraussetzung für eine Nutzung durch Dritte wäre, befindet sich in Vorbereitung.“Die ehemalige Kita soll nach Vorstellung der Vereinsmitglieder ein Ort für außerschulische und sportbezogene Bildungsarbeit im linksrheinischen Köln werden.

Gebäudewirtschaft will Holzhaus abreißen 

Die Gebäudewirtschaft möchte das Holzhaus wegen Baufälligkeit abreißen. „Wir wollen das Gebäude als eine bürgernahe Bildungs- und Begegnungsstätte nutzen für unterschiedliche Generationen und Bevölkerungsgruppen. Wir wollen Gemeinschaft bilden und gemeinnützig sein. Wir richten uns in erster Linie an Menschen aus der Nachbarschaft, zu der zum Beispiel Familien, Alleinerziehende, Senioren und Obdachlose gehören“, beschreibt Vereinsmitgründerin Ela Lichtenberg die Idee.

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Ela Lichtenberg vom Gotland e.V.

Dienstags bis freitags soll es ein Café geben. Eine Gartengruppe soll sich gründen. Das Kursangebot in dem Nachbarschaftszentrum soll reichen von Fußballspielen für Kinder, Senioren-Bingo, Kochen, Extra-Zeit zum Lernen, um Corona-Defizite aufzuholen, Ukulele spielen, Yoga, Keramik-Werkstatt bis hin zu Angeboten des Jungen Literaturhauses. 30 Leute haben bereits zugesagt, ehrenamtlich und kostenlos Kurse anzubieten.

Schwedische Honorarkonsulin unterstützt Verein

Die Bezirksvertretung Innenstadt und der Jugendhilfeausschuss des Rates haben einstimmig beschlossen, dem Verein die ehemalige Kita zur Nutzung zu überlassen. Auch die schwedische Honorarkonsulin Dr. Juliane Kronen hat sich die Kita angesehen und ihre Unterstützung zugesagt. Schließlich hat Schweden die Gotland-Kita nach dem Zweiten Weltkrieg bauen lassen, um bedürftige Kinder zu unterstützen.

Die erhielten dort Essen, die sogenannte Schwedenspeisung. Doch in der Verwaltung mahlen die Mühlen langsam. Ela Lichtenberg ärgert sich, dass wieder ein Sommer verstreicht, ohne dass spürbar Bewegung in die Angelegenheit kommt. „Der Verein kann schließlich nicht von heute auf morgen mit der Arbeit beginnen.“

Bezirksbürgermeister ist sauer

Drei Monate Vorlauf müsse man schon einkalkulieren. Und dann sei auch schon wieder Herbst. Ela Lichtenberg fürchtet, dass schon wieder ein Winter verstreicht, in dem die Kita nicht genutzt wird. Immerhin: Für Mitte August hat die Verwaltung ein Gespräch mit allen Beteiligten angekündigt.

Bezirksbürgermeister Andreas Hupke ist ziemlich sauer: „Ich kann nicht verstehen, warum die Verwaltung dieses zivilgesellschaftliche Engagement an allen Ecken und Enden blockiert. Es gibt einen eindeutigen politischen Beschluss, und den hat die Verwaltung umzusetzen. Punkt.“ Sollte die „Blockade“ weiterhin bestehen, kündigte der Bezirksbürgermeister zeitnah eine Sondersitzung zu dem Thema an.

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