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Neuer Deko-Laden in KölnDie Südstadt hat jetzt eine „Insel“

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Zwei Frauen stehen vor einer Eistruhe, die aber ein Kerzenlager ist.

Johanna Pirwitz (links) und Tanja Oskamp stehen vor der Eistheke, in der sie Kerzen aufbewahren. Den Himmel aus blauen Fliesen und die Sonnenlampe haben sie selbst angebracht.

„Frau Schmitt“ ist auf die andere Seite des Chlodwigplatzes gezogen: Tanja Oskamps neues Geschäft heißt „Insel – Laden für Gutes“ und ist jetzt an der Severinstraße.

Die Südstadt ist um eine Attraktion reicher: Sie hat jetzt eine Insel. Das Geschäft von Tanja Oskamp und Johanna Pirwitz, das diesen Namen trägt, ist seit Anfang Oktober an der Severinstraße zu finden. Bei den beiden Geschäftsfrauen mit Sinn für Schönes gibt es Schmuck, Wohnaccessoires, Tassen, Geschirrtücher und Schlüsselanhänger für Kniffelfans. „Die sind von einem kleinen Design-Label aus Stuttgart“, erklärt Johanna Pirwitz die fünf aufgefädelten Würfel, die an der Kasse ausliegen.

Pirwitz und ihre Geschäftspartnerin Tanja Oskamp sind ein eingespieltes Team. Oskamp führte jahrelang den Laden „Frau Schmitt“ an der Merowingerstraße. Gesundheitliche Gründe zwangen sie, im März vergangenen Jahres dazu, den Laden aufzugeben und sich eine Auszeit zu nehmen.

In einem Geschäft sind allerlei hübsche Geschenkartikel auf einem Tisch und an der Wand dekoriert.

Deko-Artikel, Schmuck und Kerzen, gibt es im neuen Insel-Laden an der Severinstraße.

„Dann hatte ich aber noch einmal Lust, wieder ein Geschäft zu eröffnen, das war ja auch vorher mein Traum, als ich mich mit Ende 40 mit ‚Frau Schmitt‘ selbstständig machte.“ Die gelernte Sozialarbeiterin hatte vorher für den TÜV Projekte gemanagt. Mit „Frau Schmitt“ zog sie in das ehemalige  Ladenlokal von „Bett & Decke“ an der Merowingerstraße, es war Oskamp' Herzensprojekt. Johanna Pirwitz war damals dort ihre Angestellte.

Als es jetzt darum ging, es noch einmal an anderer Stelle zu versuchen, war klar: „Alleine mache ich das nicht“, so Tanja Oskamp. Zum Glück musste sie ihre frühere Mitarbeiterin nicht lange überreden. „Ich hatte bei ‚Frau Schmitt‘ immer das Gefühl, mich auf einer Insel zu befinden. Es war so ein schöner Ort, der mich immer positiv inspirierte, eine Welt für sich.“ Der Name des Ladens stand also schnell fest. Länger dauerte es, sich zu überlegen, wie er denn aussehen und was es dort geben sollte.

„Wir haben ein Jahr lang zusammen am Konzept gefeilt“, erzählt Pirwitz, die ihren Sinn für ausgefallene Ideen mit Oskamp teilt. „Wir wollten Einkaufserlebnisse schaffen und den Leuten im wahrsten Sinne eine Insel zum Wohlfühlen bieten.“ Wichtig ist beiden, dass ihre „Insel“ kein „Frau Schmitt“ 2.0 ist, sondern ein ganz neues, eigenständiges Projekt. Schon weil es jetzt zwei Inhaberinnen gibt, die die unternehmerische Verantwortung zu gleichen Teilen tragen.

An einer blaugestrichenen Wand hängt ein umgerüsteter Zigarettenautomat mit Insel-Souvenirs.

Insel-Souvenirs gibt es im ehemaligen Zigarettenautomat.

Dazu gehören kleine Einkaufserlebnisse, wie Johanna Pirwitz sie beschreibt:  Kunden können etwa in dem ehemaligen Fahrradgeschäft aus einem umgebauten Zigarettenautomaten kleine Kunstdrucke ziehen oder am Insel-Büdchen Schleifen und Sticker für liebevolle Verpackungen in ein Tütchen sortieren. Wie am Büdchen, nur dass die süßen Dinge keine Kalorien haben.

Eine Frau steht, daneben sitzt eine andere vor einem Tisch. An der Wand hängt ein roter Briefkasten.

Ein kleiner Tisch in der Ecke, der rote Insel-Briefkasten: Bei Tanja Oskamp (l.) und Johanna Pirwitz kann man aus dem Kurzurlaub in ihrem Laden direkt eine Karte schreiben.

Der Clou ist das Insel-Postamt: In einer Ecke des Ladens sind auf selbstgebauten Regalen Postkarten zu finden. Wer eine schreiben möchte, kann das direkt vor Ort tun. Ein Tisch ist vorhanden, darüber hängt ein Briefkasten. „Wir wollen die Menschen dazu anregen, sich wieder per Stift und Papier zu verständigen“, erzählt Pirwitz.

Neun Wochen haben sie in Eigenarbeit den gesamten Laden auf den Kopf gestellt. „Wir haben sogar selbst die Wände gefliest. ‚Einfach machen‘ war die Devise“, erzählt Tanja Oskamp. Geholfen hätten viele Freunde und Familienmitglieder, die mitgestrichen, gezimmert und gehämmert haben.

Nun strahlt die Sonne von einem hellblauen Fliesen-Himmel auf die Kunden, die sich in aller Ruhe zwischen den Produkten auch vieler lokaler Designer bewegen können: Küchentücher von Studio Cravo, Schlüsselbretter mit Köln-Bezug von Frau Plonka, Schmuck von Moi und Linoldrucke von Papelami zum Beispiel. Die Auszeit auf der neuen Insel in der Südstadt lohnt sich in jedem Fall, und wenn man sich dort nur einen Spaziergang fürs Auge gönnt.


Insel – Laden für Gutes, Severinstraße 49, 50678 Köln, geöffnet Montag bis Freitag, 10 bis 18.30 Uhr, Samstag 10 bis 17 Uhr, www.insel-laden.de