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Rhine Cleanup in KölnFreiwillige sammeln mehrere Tonnen Müll am Rheinufer

3 min
Die Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins Krake

Anpacken statt Rumjammern: Thorsten Driesener (links) und Christian Stock klären über die Auswirkungen von Müll in der Umwelt auf.

Der gemeinnützige Verein Krake organisiert den Rhine Cleanup Day in Köln. 

Köln ist vermüllt. Im Rhein treiben täglich ein bis vier Tonnen Abfall, die bis in die Nordsee gelangen. Natürlich wird einiges auch an das Kölner Rheinufer geschwemmt. Dieser Müllflut hat die Kölner Rhein-Aufräum-Kommando-Einheit (Krake) den Kampf angesagt: Der gemeinnützige Verein organisiert mehrmals im Monat Sammelaktionen am Rheinufer, in Parks und in Wäldern. Einmal im Jahr findet der Rhine Cleanup Day statt, die größte Müllsammelaktion entlang des Rheinufers. Die diesjährige Aktion in Köln ist am Samstag, 13. September.

„Da wo Menschen sind, da ist auch Müll“, sagt Christian Stock, Vorsitzender der Krake. Er zeigt ein Video, in dem ein Laster einen Berg Abfall in einen Fluss kippt. „Die Menschen werfen den Abfall gerne mal einfach irgendwo hin. Wenn man ihn nicht sieht, dann ist er ja weg“, so Stock. „Der Müll aus dem Video landet irgendwann in einem Müllteppich im Meer.“ 

Plastik ist großes Problem

In den Weltmeeren treibt eine Menge Abfall. Der Rhein trägt sicherlich dazu bei: Er ist einer der längsten Flüsse und die meistbefahrene Wasserstraße Deutschlands. „Wir ziehen immer wieder Eimer voller Soßen aus dem Rhein, die wahrscheinlich vom Catering der Schiffe einfach rausgeworfen werden“, so Vorsitzender Thorsten Driesener. Um Plastik gebe es ein großes Missverständnis: Nur weil es sich zersetzt, heißt es nicht, dass es verrottet. „Plastik bleibt trotzdem da, selbst wenn es nicht mehr sichtbar ist“, so Stock. „Es ist ein nützlicher Werkstoff, der uns noch lange begleiten wird, selbst wenn es uns alle nicht mehr gibt. Wir müssen lernen, damit umzugehen.“

Beim Rhine Cleanup sammeln Freiwillige jährlich über eine Tonne Abfall am Rheinufer.

Beim Rhine Cleanup sammeln Freiwillige jährlich über eine Tonne Abfall am Rheinufer.

Auf der Welt gibt es fünf Müllstrudel, der Größte heißt „Great Pacific Garbage Patch“ (Großer Pazifischer Müllteppich). Er liegt mitten im Pazifischen Ozean und die Ausdehnung übersteigt die Vorstellungskraft: Mittlerweile hat die schwimmende Mülldeponie etwa dreimal die Größe von Frankreich. „Die wird natürlich nicht einfach so kleiner“, sagt Stock. „Irgendwann werden wir von hier aus auf dem Müll nach New York rüber laufen können.“ Zwar kann der Verein die Müllteppiche nicht beseitigen, aber gegen die Vergrößerung vorgehen: Beim Rhine Cleanup im vergangenen Jahr haben rund 400 „Kraklinge“, wie der Verein sie nennt, bei der Aktion in Köln mitgemacht. Dabei haben die Freiwilligen rund 1,5 Tonnen Müll vom Rheinufer gesammelt. 

Freiwillige sammeln über eine Tonne Abfall

Auch bei den kleineren, monatlichen Aktionen bergen Freiwillige eine Menge Abfall. „Wir haben bei einer Aktion vergangenen Samstag 2, 3 Tonnen Müll aus einem Naturschutzgebiet gesammelt“, so Driesener. Der Grund für die Menge an Müll in einem geschützten Gebiet sei vor allem Hochwasser. Laut Stock würde der Verein die Arbeit der Abfallwirtschaftsbetriebe Köln (ABW) ergänzen: „Wir räumen in den Gebieten auf, in die sie nicht rein dürfen.“ Die ABW würde den gesammelten Abfall nach den Aktionen abholen und verbrennen. 

Trotz der prekären Lage in den Weltmeeren und an Land bleiben die Vorsitzenden des Vereins motiviert. „Mir geht es auch eher um die Tiere als um den Menschen“, so Stock. „Wir sollten alle so leben, ohne andere zu beeinträchtigen. Natürlich ist uns da bewusst, dass wir alle an einem Strang ziehen müssen dafür.“ Der Verein wolle Menschen nicht erziehen oder ihnen etwas vorschreiben, sondern sie für die Auswirkungen von Abfall auf die Umwelt sensibilisieren. „Es geht auch darum, ein Vorbild für die Gesellschaft zu sein“, so Stock. Driesener ergänzt: „Letztendlich hat niemand etwas davon, sich am Elend der Welt zu orientieren. Einfach aufzugeben geht nicht.“

Der Rhine Cleanup Day findet jedes Jahr am zweiten Samstag im September statt. Am Samstag, 13. September, treffen sich die Freiwilligen um 10 Uhr unter der rechtsrheinischen Zoobrücke. Die Aktion wird von mehreren Sponsoren und Initiativen unterstützt. Handschuhe, Müllsäcke und Kaltgetränke werden bereitgestellt. Mehr Informationen gibt es auf der Webseite. 

www.krake.koeln