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Bis zu drei JahreGrüne, CDU und SPD wollen Kölner Museum vorübergehend schließen

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Das Belgische Haus dient als Interim für das Römisch-Germanisch Museum.

Das Belgische Haus dient als Interim für das Römisch-Germanisch Museum.

Um die Mietkosten zu sparen, wollen die drei Fraktionen das Interim des Römisch-Germanischen Museums ersatzlos streichen.

Das Römisch-Germanische Museum (RGM) könnte nach dem Willen des Haushaltsbündnisses von Grünen, CDU und SPD im Kölner Stadtrat bis zu drei Jahre komplett schließen. Demnach soll das RGM ab voraussichtlich 2028 nicht mehr im Interim im Belgischen Haus an der Cäcilienstraße nahe dem Neumarkt ausstellen, um die Mietkosten zu sparen.

Bis die 177 Millionen Euro teure Sanierung des Haupthauses am Dom abgeschlossen ist, würde das RGM seine Sammlung damit nicht mehr wie bisher an einem festen Standort präsentieren können. Derzeit geht die Verwaltung von einer Eröffnung Ende 2030 aus.

Das bedeutet: Das RGM könnte in diesem Fall ab 2028 bis zu drei Jahre komplett geschlossen sein und nur an anderen Stellen in der Stadt einen Teil ausstellen.

Das Römisch-Germanische Museum.

Das Römisch-Germanische Museum.

Die drei Fraktionen versprechen sich davon, die jährlichen Kosten des Mietvertrages einzusparen. In der am Donnerstag präsentierten Liste der Einsparungen notierten die drei Fraktionen 500.000 Euro.

Der Plan ist Teil des sogenannten Veränderungsnachweises, mit dem die drei Fraktionen den Haushaltsplanentwurf der Verwaltung für die Jahre 2027 und 2028 leicht anpassen wollen. Die jährlich umgeschichteten 25 Millionen Euro erleichtern viele Initiativen und Verbände, weil sie nun doch Geld erhalten – anders, als die Verwaltung es geplant hatte.

Rat entscheidet am 12. November

Gemessen an 7,15 Milliarden Euro geplanten Ausgaben im nächsten Jahr und 7,49 Milliarden Euro im Jahr 2028 entsprechen die Umschichtungen aber nur jeweils 0,35 Prozent beziehungsweise 0,33 Prozent.

Am Freitag soll der Finanzausschuss darüber entscheiden, der Stadtrat folgt final am 12. November. Eine Mehrheit gilt als sicher, weil die drei Fraktionen 58 der 90 Sitze vereinen. Danach entscheidet die Bezirksregierung, ob sie den Haushalt genehmigt angesichts von jährlichen Defiziten von mehr als 800 Millionen Euro.

WRM soll das Vorbild sein

CDU-Fraktionschef Bernd Petelkau verwies im Zusammenhang mit dem RGM auf das Wallraf-Richartz-Museum (WRM), das gerade ebenfalls dauerhaft geschlossen hat, bis die Sanierung des Haupthauses und der Anbau abgeschlossen sind. Nach fast zweieinhalbjähriger Pause soll das WRM Ende 2028 wieder eröffnen.

Petelkau sagte: „Beim WRM haben wir gesehen, dass gegebenenfalls auch mal ein Museum ein Jahr zu ist.“ Er verwies aber auch darauf, dass der aktuelle Mietvertrag für das Belgische Haus und seine Konditionen berücksichtigt werden müssten. Und laut Petelkau werde daran gearbeitet, dass die Sanierung des RGM schneller als derzeit geplant beendet ist.

Grüne begründen Idee mit schlechten Besucherzahlen

Laut Grünen-Fraktionschefin Christiane Martin ist das Interim ohnehin „schlecht besucht“. Seit 2019 stellt das RGM im einen Kilometer vom Dom entfernten Belgischen Haus auf deutlich kleinerer Fläche aus. Im Jahr der Schließung kamen 193.200 Gäste, voriges Jahr waren es nur 35.319, der schlechteste Wert, wenn man die Corona-Jahre ausklammert.

Schon vor zwei Jahren hatte die Verwaltung das Interim schließen wollen. Der Grund war ebenfalls die geplante Einsparung der Mietkosten. Stattdessen sollte das RGM in den Räumen des direkt gegenüberliegenden Kulturzentrum Neumarkt (KAN) ausstellen. Das KAN ist die Heimat von Rautenstrauch-Joest-Museum und Museum Schnütgen.

An dieser Lösung hatte es starke Kritik von Kulturpolitikern und Kulturförderern gegeben, weil keines der betroffenen Häuser in dieser Zeit größere Sonderausstellungen zeigen können würde. Carla Cugini, geschäftsführende Vorständin der Peter und Irene Ludwig Stiftung, befürchtete einen „katastrophalen Reputationsverlust für Köln als international renommierte Kunst- und Kulturmetropole“.

Klaus Piehler, Vorstandsvorsitzender der Museumsgesellschaft des Rautenstrauch-Joest-Museums, nannte die Pläne „im höchsten Maße unglücklich“. Die Stadt zog die Pläne schließlich zurück.