Die Stadt Köln prüft derzeit, ob ein Schutzgerüst an dem Gewölbe zumindest wieder eine Pkw-Durchfahrt ermöglichen kann.
SteinschlaggefahrGulliver-Tunnel am Kölner Dom bleibt noch bis 2027 gesperrt

Die Stadt Köln hat den Gulliver-Tunnel in der Innenstadt gesperrt.
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Der nördliche Abschnitt des Gulliver-Tunnels unter der Hohenzollernbrücke bleibt weiterhin gesperrt. Die Ursache sind schwere Schäden im alten Mauerwerk unterhalb der Brücke (wir berichteten). Nach Angaben der Stadt liegt die Schadstelle dort, wo das Bauwerk im Zweiten Weltkrieg von einer Bombe getroffen und im Jahr 1955 repariert wurde. Diese Reparatur war nach Einschätzung der Stadt nur provisorisch und nicht fachgerecht – aus dem Gewölbe könnten schwere Natursteine herabfallen.
Gutachter sieht Standsicherheit gefährdet
Das Mobilitätsdezernat sieht deshalb derzeit keine Möglichkeit, die Durchfahrt einfach wieder freizugeben. Ein Gutachter habe den Schaden inzwischen analysiert, teilt ein Stadtsprecher auf Anfrage mit. Die Lage sei kompliziert, „da Teile des Bauwerks über 100 Jahre alt sind und mehrfach verändert wurden“. Die Standsicherheit des Gewölbes sei gefährdet, deshalb müsse der Bereich weiter gesperrt bleiben.
Die Sperrung besteht seit sieben Monaten. Hinweise auf Probleme gab es bereits im Jahr 2022: Damals entdeckte die Stadt bei einer Routineprüfung Feuchtigkeit und Hohlstellen im Gewölbe. Eine weitere Untersuchung 2025 zeigte eine Verschlechterung. Als Anfang dieses Jahres eine innere Verkleidung entfernt wurde, kamen die schwerwiegenden Schäden zum Vorschein.
Für Autofahrer sorgt das, wie berichtet, für große Probleme: Es bildet sich regelmäßig ein langer Stau. Wer aus der Altstadt heraus in Richtung Norden auf die Rheinuferstraße fahren will, kann die nördliche Ausfahrt des Gulliver-Tunnels nicht mehr nutzen. Stattdessen müssen Fahrer die südliche Ausfahrt nehmen. Sie können dann erst an der Severinsbrücke wenden – ein Umweg von rund 1,3 Kilometern. Besonders nach Veranstaltungen im Domumfeld und in der Philharmonie verschärft die Sperrung die ohnehin angespannte Verkehrslage zusätzlich – zumal die Trankgasse in Richtung Westen ebenfalls für den Autoverkehr gesperrt ist.

Grafik zur Situation an der Trankgasse
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Die Stadt prüft jetzt im Auftrag der Politik, ob es vor der eigentlichen Sanierung des Gulliver-Tunnels zumindest eine Zwischenlösung geben kann. Konkret geht es um ein Gerüst, das die Lasten des beschädigten Gewölbes abfangen soll. Das Mobilitätsdezernat will klären, ob es so gebaut werden kann, dass darunter möglicherweise wieder Autos hindurchfahren können. „Im Zuge der Instandsetzungsplanung wird derzeit geprüft, ob das erforderliche, die Gewölbelasten tragende Gerüst so errichtet werden kann, dass zumindest eine Durchfahrt für Pkw möglich ist“, teilt der Stadtsprecher mit. Das könnte die Situation insbesondere bei Veranstaltungen deutlich verbessern.
Ob diese Lösung tatsächlich umsetzbar ist, steht aber bislang nicht fest. Eine sichere Aussage erwartet die Stadt erst nach Abschluss der Planungen, voraussichtlich in etwa einem Monat.
Gulliver-Tunnel: Generalsanierung erst 2028 geplant
Zugleich stellt die Verwaltung klar, dass es sich bei der aktuellen Planung nicht um die große, ohnehin geplante Sanierung des gesamten Gulliver-Tunnels handelt. Diese Generalinstandsetzung samt einer Erneuerung des Brandschutzes soll nach derzeitigem Stand frühestens im Jahr 2028 beginnen. Die Reparatur des akuten Schadens unterhalb der Hohenzollernbrücke laufe davon unabhängig und werde „mit höchster Priorität betrieben“, so die Stadt.
Zuletzt hatte die Sperrung auch deshalb für Aufmerksamkeit gesorgt, weil Passanten und Touristen trotz Steinschlaggefahr in den abgesperrten Bereich gelangt waren. Bauzäune waren offenbar zur Seite geräumt worden, eindeutige Warnhinweise fehlten zunächst. Nach einer Anfrage dieser Redaktion brachte die Stadt zusätzliche Schilder mit der Aufschrift „Durchgang verboten“ an.
Nicht betroffen ist nach Angaben der Stadt der südliche Geh- und Radweg der Hohenzollernbrücke über den Kurt-Rossa-Platz. Dort schützt eine später eingebaute Zwischendecke den Weg. Neben der eigentlichen Schadstelle will das Mobilitätsdezernat auch angrenzende Teile der alten Brückenkonstruktion sanieren, an denen Risse festgestellt wurden.
Bevor die Arbeiten beginnen können, muss die Stadt die Sanierung ausschreiben und die Finanzierung politisch beschließen lassen. Eine entsprechende Vorlage ist laut der Stadt in Vorbereitung. Sie soll „voraussichtlich Ende des Jahres“ in die politischen Gremien eingebracht werden. Wann genau der Gulliver-Tunnel wieder vollständig befahrbar ist, bleibt somit weiter offen. Klar ist aber, dass das frühestens 2027 der Fall sein wird.
