Abo

Laurenz Carré in KölnWarum der Politik beim Wohnungsbau die Zeit abläuft

2 min
Bagger leeren die große Baugrube. Im Hintergrund ist der Dom zu sehen.

Die Baugrube für den Bürobau des Laurenz Carré gegenüber des Doms.

Der Streit um den Wohnungsbau im Laurenz Carré reißt nicht ab, doch die Zeit wird langsam knapp. Die Politik soll nach einer verschobenen Abstimmung in der Ratssitzung nun im Hauptausschuss den Wohnungsbau beschließen. 

Die Zeit läuft ab. Bis zum 17. Juli haben Verwaltung und Politik noch die Chance, eine Entscheidung zu treffen. Dann läuft die Änderungssperre für einen Teil der wohl prominentesten Baustelle Kölns - dem Laurenz Carré - aus, die nicht mehr verlängert werden kann. Die Stadt will den Bau von Wohnraum und sozial geförderten Wohnungen in der Innenstadt sichern.

Zuletzt hatte es vor wenigen Wochen einen Aufschrei gegeben, als erst der Investor der Verwaltung kurzfristig mitteilte, dass er den Wohnungsbau dort nicht mehr für realisierbar halte. Die Verwaltung wiederum hatte kurzfristig den Ausschuss für Stadtentwicklung über diese Nachricht informiert.

Stadtrat vertagt Entscheidung

Eigentlich sollte daraufhin ein Satzungsbeschluss durch den Stadtrat folgen, der den Wohnungsbau dort fest in den Planungen verankert. In der ursprünglichen Idee ging es um insgesamt 64 Wohnungen, 30 Prozent davon öffentlich gefördert auf dem Areal im Herzen der Stadt.

Nun soll der Hauptausschuss in seiner Sitzung am Montag, 10. Juli, die Satzung beschließen. Ein Bebauungsplan ist damit noch nicht beschlossen, aber die Satzung legt die Vorgaben für die spätere Bebauung fest, sie ist ein Entwurf für den späteren B-Plan. Deswegen pochen Verwaltung und Politik auf die Entscheidung. Zudem heißt es in Begründung der Eile: "Um den planerischen Zielen der Stadt (...) Geltung zu verschaffen und die städtebauliche Entwicklung in diesem Sinne vorzugeben."

Dafür ist es wichtig, dass der Entwurf des B-Plan vor dem 17. Juli in Kraft tritt. "Andernfalls müssten Bauanträge, die den Inhalten (...) entgegenstehen, ab dem 18. Juli 2023 genehmigt werden." Die Gerchgroup könnte also einfach einen neuen Antrag ohne Wohnungsbau einreichen.

Die Verwaltung erklärt zur anstehenden Entscheidung: "Die aktuelle Vorlage (...) entspricht somit unverändert dem politischen Willen, am Standort Laurenz Carré Wohnungsbau inklusive öffentlich gefördertem Wohnungsbau umzusetzen."