Eine Kölner Imkerin hat bereits 23 Tiere an ihren Bienenstöcken gefangen und geht davon aus, dass es ein Nest in der Innenstadt gibt.
Direkt am StadtgartenAsiatische Hornisse breitet sich bis in Kölner Innenstadt aus

Eine asiatische Hornisse sitzt unter einem Glas neben einer von ihr erbeuteten Biene, die wahrscheinlich aus einem Bienenstock der Kölner Imkerin Iris Pinkepank kommt.
Copyright: Iris Pinkepank
Auch in der Kölner Innenstadt ist sie mittlerweile angekommen: Die Asiatische Hornisse wurde in unmittelbarer Nähe des Stadtgartens gesichtet. Bereits im Juni entdeckte der „Stadtgarten e.V.“ das erste Exemplar, wie Vorstandsvorsitzende und Imkerin Iris Pinkepank berichtet.
Mittlerweile habe sie 23 asiatische Hornissen gefangen, die an ihren drei Bienenstöcken auf ihrer Dachterrasse auf Jagd gingen. „Wir befürchten, dass die Bienenstöcke ausgeräubert werden“, erklärt sie. Denn die Insekten sind die bevorzugte Nahrung der invasiven „Vespa velutina“.
Wo das Nest der Asiatischen Hornisse vermutet wird
Bienen und andere Insekten, die Blüten bestäuben, leisten laut der Imkerin auch in der Stadt einen wichtigen Beitrag, um die Vielfalt der Pflanzen zu erhalten. Weil die Hornisse diese Tiere jagt, sei sie auch eine Gefahr für Kölns Natur.
Die Nester der invasiven Art hängen laut der Imkerin meist in den Kronen von Bäumen und können bis zu einem Meter lang sein. Im Stadtgarten sei bisher noch keines gesichtet worden. „Es kann aber gut sein, dass es in der Nähe des Stadtgartens oder in Richtung Herkulesberg ein Nest gibt.“
Die Gefahr für Gäste des Stadtgartens schätzt die Imkerin bisher als gering ein. „Die Hornissen attackieren uns nicht einfach so. Aber ich würde nicht empfehlen, nah an ein Nest heranzutreten oder es zu berühren. Wenn ihr Volk in Gefahr ist, werden die Hornissen extrem stichbereit.“
Asiatische Hornisse: Verein bittet um Mithilfe bei Sichtungen
Der Verein bittet nun um Hilfe: Auf dem Portal „Neobiota“ vom Landesumweltamt können Sichtungen gemeldet werden. „So will man unter anderem herausfinden, wo sich ein Hornissennest befinden könnte“, sagt Pinkepank.
Die Imkerin bittet insbesondere Bürgerinnen und Bürger, die von ihren Häusern aus in Bäume gucken können, die Augen offen zu halten. Auch Nester können bei „Neobiota“ gemeldet werden.
Die asiatische Hornisse sei extrem vermehrungsfähig. Bereits seit mehreren Jahren verbreite sie sich in NRW. „Je wärmer es wird, desto weiter wandert die Hornisse nach Norden.“ Umso wichtiger sei es, Nester schnellstmöglich entfernen zu lassen.
„Für die Honigproduktion ist die asiatische Hornisse in Deutschland extrem gefährlich“, sagt die Imkerin. Besonders mit Blick auf den Herbst und Winter seien die Bienen bedroht, denn dann würden sie weniger wehrhaft und die Hornissen könnten leichter in die Bienenstöcke eindringen. Noch bis November oder sogar Dezember seien die asiatischen Hornissen aktiv.
