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„Cleverbikes“ mit nachhaltiger IdeeMit gebrauchten Rädern auf Erfolgskurs in Köln

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Henrik Paas (links) und Magnus Beck (rechts) haben Clever Bikes bereits kurz nach der gemeinsamen Schulzeit gegründet.

Henrik Paas (links) und Magnus Beck (rechts) haben Clever Bikes bereits kurz nach der gemeinsamen Schulzeit gegründet.

Die Nachwuchsunternehmer Henrik Paas und Magnus Beck sind aus Hamburg nach Köln gezogen, um hier ihre Geschäftsidee umzusetzen. 

Vielen dürfte der Begriff „Refurbished“ vor allem im Zusammenhang mit Mobiltelefonen oder anderen Elektronik-Artikeln schon begegnet sein: Unter dieses Label fallen gebrauchte Geräte, die professionell aufbereitet werden, um sie anschließend als „fast wie neu“ wieder zu verkaufen. „Cleverbikes“ überträgt dieses Prinzip auf Fahrräder: Henrik Paas und Magnus Beck, die beiden Gründer und Geschäftsführer, kaufen gebrauchte Fahrräder auf und bringen diese mit inzwischen acht Mechanikern in ihrem „Refurbishment Center“ in Porz wieder auf Vordermann. Verkauft werden sie dann in den beiden Filialen am Salierring und in der Christophstraße – für Preise, die bis zu 60 Prozent unter denen für neuwertige Räder liegen.

Sebastian Dohle arbeitet in der Filiale in der Christophstraße, in der sie  vor allem „Bio-Bikes“ anbieten.

Sebastian Dohle arbeitet in der Filiale in der Christophstraße, in der sie vor allem „Bio-Bikes“ anbieten.

Paas und Beck, gerade einmal 23 und 22 Jahre alt und in Hamburg aufgewachsen, sind bereits seit der fünften Klasse miteinander befreundet. „Wir hatten auch irgendwie immer schon gemeinsame Projekte“, erinnert sich Paas, „in der siebten Klasse hatten wir etwa einen Instagram-Account mit mehreren tausend Followern.“ Schon in der Schulzeit begann Paas dann damit, gebrauchte Fahrräder zu restaurieren und mit kleinem Gewinn weiterzuverkaufen. „Daraus entstand dann die Idee, dass man doch eine vollwertige Anlaufstelle für gebrauchte Fahrräder aufbauen könnte, mit dem ganzen Paket aus Service und Beratung – so wie eben der Gebrauchtwagenhändler für Kraftfahrzeuge.“ Nach der Schule fing Beck zunächst eine Banklehre an und Paas ein Studium der Wirtschaftspsychologie – doch schließlich brachen sie beides ab, um ihr Geschäft aufzubauen.

„Cleverbikes“ in Köln: Gebrauchte Fahrräder statt Neukauf

Die Entwicklungen der Zeit spielten ihnen bei der Firmengründung 2022 in die Hände, denn zu diesem Zeitpunkt begannen Leasing-Anbieter, die in der Corona-Pandemie vermehrt vor allem Dienstfahrräder an Berufstätige vermietet hatten, ihre Bestände auszumustern. „Sie waren auf der Suche nach einer Absatzmöglichkeit für ihre alten Räder und wir konnten sie ihnen bieten“, so Paas. Bis heute beziehen sie ihre Ware vor allem auf diesem Weg. Gleichzeitig begannen auch mit der zunehmenden Inflation die Preise für neue Fahrräder anzuziehen, was gebrauchte Räder für weitere Kreise interessant machte. „Viele wünschen sich ein gutes, hochwertiges Fahrrad, wollen aber nicht gleich 5000 oder 6000 Euro dafür ausgeben müssen, die finden bei uns eine gute Alternative“, sagt Cleverbike-Mitarbeiter Sebastian Dohle, der in der Filiale in der Christophstraße tätig ist, der ursprünglichen Firmenzentrale.

Heute bieten sie dort vor allem „Bio-Bikes“ an – ein Trendbegriff für herkömmliche Fahrräder ohne Elektroantrieb, der sich im Fachbereich allmählich durchsetzt. Trekking- und City-Bikes finden sich auch hier im Sortiment, der Schwerpunkt liegt aber auf sportlichen Rädern wie Rennrädern, Gravelbikes oder Mountainbikes. „Mittelfristig wollen wir hier auch eine Werkstatt für unsere Kunden aufbauen. In der Filiale am Salierring konzentrieren wir uns dafür auf E‑Bikes. Da werden auch Kunden fündig, die es etwas bequemer mögen. Sowohl auf Bio-, als auch auf E-Bikes bieten sie ein Jahr Garantie. „Auch darüber hinaus können uns die Kunden jederzeit ansprechen, wenn sich etwa an einem Carbon-Rahmen ein Riss zeigt, der unter der Lackierung verborgen geblieben war“, sagt Dohle.

Das Konzept kommt offenbar an, das zeigt Paas und Becks Expansionskurs: Neben den beiden Kölner Geschäften haben sie weitere Filialen in Münster, Recklinghausen, Ratingen und Hückelhoven eröffnet. Dass die beiden Nordlichter ihr Unternehmen in Köln und Nordrhein-Westfalen anstelle ihrer Hamburger Heimat aufgebaut haben, war eine wirtschaftlich begründete Entscheidung. „Köln und Umgebung sind einfach dichter besiedelt, da ist das Kundenpotential größer“, sagt Paas. „Und wir wollten auf jeden Fall ein Netz von Filialen aufbauen und keinen Online-Handel, wie es andere versuchen. Fahrräder muss man anfassen und ausprobieren können.“