Nach der aufwändigen Sanierung besteht Hoffnung auf einen sauberen Volksgartenweiher. Doch wie sieht es dort nach dem ersten Herbst aus?
Volksgartenweiher in KölnSchadet das Laub der Wasserqualität?

Am Ufergrund des Volksgartenweihers in Köln liegt jede Menge Laub, ein Zaun schützt den angelegten Rasen.
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Der erste Blick täuscht. Wer rund um den Volksgartenweiher spaziert, sieht jede Menge Laub aus dem vergangenen Herbst, das sich in den ersten Ufermetern am Weiherboden abgesetzt hat. Das Wasser ist glasklar, aber passt die dicke Laubschicht zum Plan der Stadtentwässerungsbetriebe (Steb) Köln, den Weiher nach der aufwändigen Sanierung von Ende 2022 bis Frühling 2025 frei von übermäßigem Blatteintrag, Vogelkot und Müll zu halten? „Ja“, sagt Birgit Konopatzki, Sprecherin der Steb. „Wir sind mit der Wasserqualität zufrieden.“ Teams der Steb hätten ab Herbst schon mehrfach mit Handrechen Blätter und Unrat von den Ufern an allen Stellen des Sees entfernt. Das Laub, das im Wasser verblieben sei, sei unproblematisch und Teil der natürlichen Stoffkreisläufe und Nahrungsketten. Positiv wirkt sich auch aus, dass im Herbst und Winter nur relativ wenig Vogelkot in Wasser gelangt. „Er hat aktuell keinen negativen Einfluss auf die Wasserqualität“, so Konopatzki.
Sanierung kostete 5,5 Millionen Euro
Der historische Weiher im zwischen Eifelplatz und Südstadt gelegenen Volksgarten war über zweieinhalb Jahre hinweg saniert worden, die Arbeiten haben 5,5 Millionen Euro gekostet. Um die 130 Jahre alte undichte Weihersohle erneuern zu können, war das vollkommen verschmutzte und mit Algen zugewuchert Gewässer trockengelegt worden. Dann war der nur noch 1,30 Meter tiefe Weiher auf 3,50 Meter Tiefe ausgebaggert worden; dabei blieben die flachen Uferzonen erhalten. Die neuen Tiefwasserzonen sollen mit ihrer niedrigeren Wassertemperatur künftig für eine bessere Wasserqualität und ein langfristig stabiles ökologisches Gleichgewicht sorgen.
Dazu soll auch eine betonierte abgeflachte Uferzone im südlichen Bereich betragen, an der sich das vom Wind angetrieben Laub sammeln soll. Von dort ist es leichter zu entfernen als aus anderen Uferbereichen. Auch das verlaufe nach Plan, so Birgit Konopatzki. „Durch Wind und Strömung sammelt sich ein Großteil des Laubs in diesem Bereich.“ Die Gitterzäune unmittelbar am südlichen Ufer stehen lediglich zum Schutz der Rasenfläche dort, die nach Abschluss der Sanierung im Vorjahr angelegt worden war. Sie sollen im Frühjahr ebenso entfernt werden wir die Zäune im westlichen Parkbereich. Hier hatte der Rasen einer Kiesfläche für Baugeräte und einem Übergangsgewässer weichen müssen.
Vorher müssen sich stabile Nahrungsketten im Weiher entwickeln, damit die Fische genug Nahrung finden,
Gut entwickeln sich auch die im Frühjahr und Sommer 2025 eingesetzten Armleuchteralgen, so die Steb-Sprecherin. „Im Frühjahr findet hierzu ein regelmäßiges Monitoring statt.“ Armleuchteralgen wachsen wie ein dichter Rasen. Sie bieten Jungfischen und Kleinlebewesen Schutz und leisten durch ihre Photosynthese einen wichtigen Beitrag als Nährstoffspeicher. Doch bis die Kölnerinnen und Kölner bei Böötchenfahrten über den Weiher im klaren Wasser Fische beobachten können, dauert es noch. „Vorher müssen sich stabile Nahrungsketten im Weiher entwickeln, damit die Fische genug Nahrung finden“, sagt Birgit Konopatzki. Das werde zwei bis drei Jahren dauern. Dann endlich kommen Karpfen, Hecht und Zander zurück.

