Rheinufer in KölnDie ersten neuen Schiffsanleger stehen schon

Lesezeit 3 Minuten
Schweißer arbeiten an einer Anlegevorrichtung für Rheinschiffe in Köln.

Schweißer auf einer Arbeitsplattform fügen eine neue Dalbe am Kölner Altstadtufer zusammen, an der künftig Schiffe vertäut werden können.

Am Rheinufer in der Kölner Altstadtufer entstehen zurzeit die ersten neuen Schiffsanlegestellen mit Dalben. Schweißer sind eifrig am Werk.

Die Funken fliegen auf einer Arbeitsplattform neben der Deutzer Brücke. Zwei Arbeiter der Firma OHF Hafen- und Flussbau GmbH aus Au am Rhein schweißen ein mächtiges Stahlrohr von rund 1,20 Meter Durchmesser zusammen. Der untere Teil wurde vor kurzem mit einem großen Bohrgerät in das Flussbett gesetzt. Der obere Teil wurde vorgefertigt und per Schiff angeliefert. Zusammen bilden die frisch verschweißten Teile die erste der neuen Dalben am Kölner Altstadtufer, an denen künftig Schiffe festmachen werden.

Ein paar Schritte weiter südlich schweißen zwei Kollegen an einer weiteren Dalbe. Auch sie hat Festmacher, an denen Schiffe vertäut werden können. Und einen Laufsteg für das Schiffspersonal, der an Land führt und mit einem verschließbaren Tor vor unbefugtem Zutritt geschützt wird.

Schiffsanleger werden aus Sicherheitsgründen ersetzt

Nach dem Schweißen werden die unbehandelten Stellen noch im Farbton DB 703 (Eisenglimmer Grau) beschichtet – passend zu den neuen Stahlgeländern am Rheinufer. Nächste Woche sollen die beiden neuen Vertäudalben fertig sein. Sie sind der Auftakt zu einem kompletten Neubau der Anlegestellen am linksrheinischen Altstadtufer. Aus Sicherheitsgründen werden sie alle durch neue Anleger ersetzt.

Grund: Die bisherigen Schiffsanleger sind direkt an der teils mehr als hundert Jahre alten Kaimauer befestigt. Weil die Rheinschiffe heute viel größer sind als früher und somit größere Zugkräfte auf die Festmacher wirken, kann es zu statischen Problemen kommen.

Blick auf die Baustelle der neuen Schiffsanleger am Rhein.

Die neuen Dalben (Mitte rechts) sind durch einen Laufsteg mit dem Land verbunden.

Im Rheinauhafen hatten Frachter im Jahr 2018 zweimal Festmacher aus der Verankerung gerissen. Danach wurde dort von der Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) ein Festmachverbot verhängt. Später vereinbarten Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Köln, HGK und Stadt Köln, alle an der Kaimauer befestigten Anlegestellen durch Lösungen mit Dalben zu ersetzen. Dabei wirken die Zugkräfte der dort vertäuten Schiffe auf die Stahlrohre statt auf die Kaimauer.

71 Dalben werden gebaut

Neben den Vertäudalben werden weitere Dalben vor die Rheinpromenade gesetzt, an denen schwimmende Schiffsanleger befestigt werden. Durch sie werden auch Leitungen für die Versorgung der Schiffe mit Landstrom und Trinkwasser verlaufen. Insgesamt 71 Dalben werden linksrheinisch zwischen Konrad-Adenauer-Ufer und Rheinauhafen für die Personen- und Güterschifffahrt gebaut. Bisher lief alles glatt, die Arbeiten liegen im Plan. Bei der Suche nach Kampfmitteln gab es zwar einige Verdachtsfälle, aber keine Bombenfunde.

Im Vorfeld wurde Kritik laut, die neuen Stahlkonstruktionen könnten das Stadtbild beeinträchtigen, insbesondere das Altstadt-Panorama. Markus Schwartz, bei der Köln-Düsseldorfer (KD) verantwortlich für Nautik und Technik, widerspricht: „Optisch fallen die neuen Anleger kaum ins Gewicht. Von der anderen Rheinseite wird man sie kaum sehen.“ Die neuen Anleger seien eine gute, saubere und dezente Lösung. Parallel zum Bau der Dalben wird derzeit die so genannte Kragplatte erneuert, eine Betonkonstruktion zur Verbreiterung der Altstadtpromenade.

Nachtmodus
Rundschau abonnieren