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Severinsbrücke in KölnStadt sieht gute Sanierungschancen

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Prägender Teil des Stadtbild: Die Stadtverwaltung will die Severinsbrücke in ihrer jetzigen Form erhalten. Die Sanierung soll absoluten Vorrang vor einem Neubau haben.

Abbruch oder Sanierung? Die Schäden sind laut der Stadtverwaltung nicht so gravierend wie bei der Leverkusener Rheinbrücke.

Bei der Generalsanierung der Severinsbrücke, die ab dem Jahr 2030 geplant ist, sieht die Stadtverwaltung gute Chancen, das denkmalgeschützte Bauwerk erhalten zu können.

Die Brücke aus dem Jahr 1959 habe einen „ikonischen, stadtbildprägenden Charakter“ und hatte bei ihrem Bau „die längste Hauptspannweite einer Schrägseilbrücke. Sie war dazu die erste Brücke mit einem A-förmigen Pylon, der zudem noch asymmetrisch angeordnet“ ist, heißt es in einer neuen Mitteilung des Dezernats für Mobilität. Mit der alten Leverkusener Rheinbrücke sei sie nur insofern vergleichbar, dass beide Bauwerke als Schrägseilbrücken konzipiert sind.

„Die Leverkusener Brücke musste erneuert werden, weil sie erhebliche Schäden insbesondere in den Schweißnähten aufwies, die zuletzt auch unter eingeschränktem Betrieb nicht mehr zu sanieren waren.“ Derart gravierend seien die Mängel an der Severinsbrücke nicht, heißt es weiter.

Zuvor hatte die Stadt am Mittwoch mitgeteilt, dass der Rat in der Sitzung am 10. Dezember rund 3,8 Millionen Euro für Gutachten, Voruntersuchungen und materialtechnische Prüfungen des Bauwerks freigeben muss, um die Instandsetzung der Severinsbrücke vorzubereiten.

„Schleichende Verschlechterung des Bauwerkszustands“

Anlass für die geplante Gesamtinstandsetzung des Brückenzuges sei vielmehr, dass das Dezernat „im Zuge von Bauwerksprüfungen eine schleichende Verschlechterung des Bauwerkszustandes festgestellt habe“.

Eine Nachrechnung habe bestätigt, „dass die Brücke für die heutigen Verkehrsmengen und -tonnagen“ nicht ausgelegt ist. Das führe zu einer „Beeinträchtigung der Dauerhaftigkeit“. Erste Anzeichen von Bauwerksschäden seien bereits zu erkennen.

Im Gegensatz zur Leverkusener Brücke könnten mögliche Sanierungen und Verstärkungen der Hohlkästen an der sogenannten Strombrücke theoretisch auch ohne Sperrungen erfolgen. Die Strombrücke ist der Teil der Brücke, der über den Strom führt, in dem Fall den Rhein.

Die Vollsperrung sei erforderlich, weil die Rampen aus Spannbeton auf beiden Seiten der Brücke abgebrochen und neu gebaut werden müssen. Deren Sanierung sei technisch und wirtschaftlich nicht darstellbar.

Am Mittwoch hatte die Stadt zudem mitgeteilt, dass die einzelnen Tragelemente der Strombrücke ergeben habe, dass auch sie rein rechnerisch den „Grenzzustand der Tragfähigkeit“ erreicht haben.

Nun teilte die Stadt mit, sie bemühe sich um den Erhalt der Strombrücke nicht nur aus Gründen des Denkmalschutzes, sondern weil sie ein bedeutender Teil „im weltbekannten Stadtbild“ sei. Sie gelte als „als exemplarisches Bauwerk der Nachkriegsmoderne im Bereich des Brückenbaus, sowohl wegen ihrer technischen Lösung als auch aufgrund ihres gestalterischen Anspruchs. In ihrer Kombination aus Funktionalität, Materialeinsatz und Formgebung steht sie für eine neue Ära des Bauens im urbanen Raum der Nachkriegszeit“.