Damit drogenkranke Menschen die Toilette nicht zum Konsumieren benutzen, wird sie bewacht – und das bleibt vorerst so.
Kölner InnenstadtStadt zahlt bis zu 700.000 Euro für Bewachung einer Toilette

Blick auf den Toilettencontainer (vorne). Dahinter steht der kleinere Container für die Wachleute.
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Der Toilettencontainer in der Krebsgasse nahe dem Neumarkt wird noch mindestens ein knappes Jahr für monatlich bis zu 11.000 Euro bewacht. Das geht aus einer Antwort der Stadt an diese Zeitung hervor. „Es ist davon auszugehen, dass die Toilette Krebsgasse weiterhin geöffnet bleibt und bewacht werden muss, bis das geplante Suchthilfezentrum eröffnet wird.“
Das soll nach jetzigem Stand im August 2027 sein. Vom Suchthilfezentrum erhofft sich die Stadt, dass sich weniger drogenkranke Menschen rund um den Neumarkt aufhalten.
Bei Bewachungskosten von monatlich zwischen 10.000 und 11.000 Euro müsste die Stadt bis nächsten August weitere rund 120.000 Euro einplanen. Da die Wachleute seit Mai 2022 das Klo bewachen, würden insgesamt Kosten zwischen etwa 640.000 und 704.000 Euro entstehen. Die Satire-Sendung „Extra 3“ hatte die Bewachung als „realen Irrsinn“ bezeichnet.
Die Nutzung der Toiletten kostet 50 Cent Gebühr
Wie berichtet, sitzt das Wachpersonal in einem eigens aufgestellten Container direkt neben dem Toilettencontainer und soll aufpassen, dass drogenkranke Menschen die Toilette nicht als Konsumraum nutzen. Die Wachleute sitzen dort werktags zwischen 9 und 21 Uhr sowie sonntags und feiertags zwischen 9 und 18 Uhr. Die Nutzung des Klos kostet 50 Cent.
Laut einer städtischen Sprecherin gehören die Toiletten den städtischen Abfallwirtschaftsbetrieben, die Stadt zahlt eine Kostenpauschale an die AWB. Demnach hält sich die Verwaltung bei der Bezahlung an die Tarifverträge. Die Gesamtkosten von 10.000 bis 11.000 Euro beinhalten laut der Sprecherin die Kosten für den Dienstcontainer (Miete, Strom, Heizung).
Die Überwachung übernehmen die Mitarbeitenden der Kölner Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung mbH (KGAB). Die KGAB ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt und ein Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramm für arbeitslose Menschen. (mhe)
