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Tabletten statt SpritzeDie Abnehmpille Wegovy ist in Köln vorerst ein Ladenhüter

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Drei Packungen der Abnehmtablette „Wegovy“ liegen auf einem Tisch. Die Pille wird einmal täglich eingenommen, während die bereits bekannte Abnehmspritze einmal die Woche injiziert wird.

Die Abnehmtablette Wegovy wird einmal täglich eingenommen, während die bereits bekannte Abnehmspritze einmal die Woche injiziert wird.

Im Vorfeld wurden die neuen Abnehmtabletten als Gamechanger gehandelt, doch Kölner Apotheken berichten bislang von sehr geringer Nachfrage.

Die Abnehmpille Wegovy ist seit dem ersten September auf dem Markt. Die neuen Tabletten versprechen: viel abnehmen in kurzer Zeit. „Apotheken wappnen sich für Ansturm“, titelte das Online-Fachmagazin „Apotheke adhoc“. Doch davon kann in Köln keine Rede sein. Von zehn Apotheken, die diese Zeitung angefragt hat, haben nur zwei die Tabletten überhaupt verkauft. „Es hat sich noch nicht durchgesetzt“, sagt Christoph Dachs, Inhaber der Falkenburg-Apotheke am Stadtwald. Dort hat noch kein Kunde die Pillen gekauft. Dachs vermutet, dass die geringe Nachfrage auch mit den Kosten zusammenhängt. 30 Tabletten mit dem geringsten Wirkstoff kosten etwa 172 Euro, bei höherer Dosierung können es über 200 Euro sein.

Die Easy-Apotheke in Sülz hat in den letzten sieben Tagen zwei Packungen herausgegeben. „Ich glaube, die Nachfrage kommt noch“, meint eine Mitarbeiterin. „Vielleicht ist es noch zu früh“, heißt es auch in der Apotheke Köln-Arcaden in Kalk. Thomas Preis, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), erklärt, warum die Nachfrage noch langsam anläuft: „Wir haben schon viele Patienten, die gute Erfahrungen mit der Wegovy-Abnehmspritze gemacht haben.“ Viele, die es wollten, seien also bereits in Behandlung und würden, wenn überhaupt, erst langsam umsteigen. Neuanwender gebe es vor allem unter Patienten mit einer Spritzenphobie.

Was steckt in der Pille und für wen ist sie gedacht?

Der Wirkstoff Semaglutid, der das Hungergefühl eindämmt, ist auch in der Abnehmspritze enthalten, die derselbe Hersteller Novo Nordisk produziert. „Die Menge des Wirkstoffs, die per Tabletten in der Woche eingenommen wird, ist 70-mal so hoch wie in der einmal wöchentlichen Spritze“, sagt Preis. Das liegt an der unterschiedlichen Aufnahme im Körper. Wer einen Body-Mass-Index (BMI) von 30 oder höher hat, erhält ein Rezept von der Hausärztin oder dem Hausarzt. Dasselbe gilt bei einem BMI ab 27 sowie einer Folgeerkrankung wie beispielsweise Bluthochdruck oder Diabetes Typ 2. Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung können eintreten. Wer die Einnahme beendet, muss mit einem starken Jojo-Effekt rechnen.

Die ABDA warnt vor Fälschungen im Internet. Alles, was ohne ärztliche Verordnung zu bekommen ist, sei wahrscheinlich nicht das richtige Medikament, so Preis. „Ein Klick ersetzt keine Beratung beim Arzt oder in der Apotheke“, sagt er.

107.100 Menschen galten in Köln im Jahr 2024 laut den neuesten Zahlen des Gesundheitsatlas Deutschland offiziell als adipös. Das entspricht etwa 9,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. 86.700 Kölnerinnen und Kölner litten unter der Folgeerkrankung Diabetes Typ 2, knapp 200.000 unter Bluthochdruck.