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Club der 100erMagdalena Schiefer feiert 101. Geburtstag

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Magdalena Schiefer hat viel erlebt, einiges durchgemacht. Am Sonntag feierte sie ihren 101. Geburtstag

Köln – Bei erstaunlicher Fitness hat Magdalena Schiefer ihren 101. Geburtstag gefeiert. Am liebsten wäre sie selbst losgezogen und hätte den Pflaumenkuchen für die Gratulanten eingekauft. Doch anders als vom Seniorenzentrum der Sozial-Betriebe Köln (SBK) in Dellbrück aus, wo die Jubilarin normalerweise lebt, ist der nächste Bäcker nun zu weit entfernt. Weil ihr Wohnort umgebaut wird, lebt die Seniorin im Interimsquartier in Riehl. Sonst ist sie mit dem Rollator noch gut unterwegs.

Schiefer ist Mitglied in einem Club, der immer größer wird: der „Club der 100er“. 222 Menschen in Köln sind nach Angaben der Stadt 100 Jahre oder älter. Besondere Prominenz erlangte in diesem Jahr Elisabeth Steubesand. Sie wurde mit 105 Jahren als erste Kölnerin im Impfzentrum der Messe geimpft. Die älteste Kölnerin ist sie aber nicht. Eine Bürgerin ist bereits 112 Jahre alt (den Namen veröffentlicht die Stadt auf Wunsch der Person nicht).

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Magdalena Schieder wurde am 1. August 1920 in Lindenthal geboren, als Älteste von fünf Geschwistern. Früh musste sie sich um den Haushalt und Versorgung der Familie kümmern. Denn die Gesundheit der Mutter war schwach, der Vater, ein Schlosser, kam mit einer bleibenden Armverletzung aus dem Ersten Weltkrieg zurück. Mehrfach zog die Familie zwischen der Großstadt und dem Kölner Umland hin und her, unter anderem nach Pulheim.

Nach der Schule, die Magdalena Schiefer kurz vor dem 14. Lebensjahr abschloss, meldete sie sich freiwillig zur damaligen Landhilfe. Sie kam in den Raum Bremen. „Ich wollte raus, weil ich zu Hause ja immer nur für andere da sein musste, und ich habe es genossen“, erzählt die Seniorin, die gerne einen Beruf erlernt hätte.

„Ich habe mich immer allein durchgewurschtelt“

Doch das eigenständige Leben dauerte nicht lange, die Familie brauchte sie, sie ging zurück ins Elternhaus der Lintgasse. 1940 heiratete sie und bekam drei Kinder. Aber auch das Eheglück währte nur kurz, kurz vor Kriegsende starb ihr Mann, ein Soldat. „Ich habe mich immer allein durchgewurschtelt“, erinnert sich Magdalena Schiefer. Sie heiratete nach dem Krieg wieder und zog nach Neubrück. Ihre größte Freude waren die Urlaube in Tirol. „Mer hät dä Kopp immer so voll jehatt, da blieb keine Zeit“, antwortet sie auf die Frage nach Hobbys.

Noch heute ergreift sie Trauer, wenn sie an den tödlichen Verkehrsunfall ihres Sohnes an Weihnachten 1962 denkt. Die Geschwister sind verstorben, der Kontakt zu Angehörigen dünn. An ihrem 101. Geburtstag freute sich Magdalena Schiefer über den Besuch des Neffen sowie Aufmerksamkeiten von Mitbewohnern. Ratsfrau Ulrike Kessing überbrachte Glückwünsche der Stadt.