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Aufsichtsrat soll zustimmenKölner Messe will raus aus ihrem Haus

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Das Messehochhaus bröckelt und ist technisch nicht auf der Höhe der Zeit. Die Messe will es verlassen.

Köln – Das letzte Wort hat der Aufsichtsrat in wenigen Wochen. Doch das Urteil über das Messehochhaus dürfte jetzt gefallen sein. Die Geschäftsführung der Kölnmesse will raus aus dem maroden Bau. Sie fühlt sich vom Besitzer, einem Investor, sträflich vernachlässigt. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie wir mit unserem gewachsenem Mitarbeiterstamm und bei den hier herrschenden technischen Mängeln in diesem Haus bleiben können. Ein Umbau nach unseren Erfordernisse würde – wenn überhaupt möglich – Jahre dauern und bei laufendem Geschäft eine hohe Belastung für die Mitarbeiter bedeuten “, sagt Messe-Geschäftsführer Herbert Marner zur Rundschau am Rande der diesjährigen Jahres-Pressekonferenz.

Im großen Sitzungssaal im 13. Stockwerk des Messehochhauses präsentiert sich ein hoch modernes Unternehmen. Mobiliar und Informationstechnik auf der Höhe der Zeit. Die Geschäftszahlen für 2018 (siehe Wirtschaft) zeigen, die Kölnmesse spielt in ihrer Branche weltweit in der ersten Liga. Alles gut, solange sich der Blick nicht durch die Fenster nach außen richtet. Das Messehochhaus ist in Netze verpackt. Fassadenteile haben sich gelöst. Sie könnten bei freiem Fall Passanten gefährden. Dazu kommen technische Probleme. Marner, als Geschäftsführer ein Mann der geschliffenen Worte, haut verbal auf den Tisch: „Wir haben viel Stress mit dem Vermieter. Ich habe die Mietzahlungen um 50 Prozent gekürzt. Ich würde sogar noch mehr kürzen, wenn dadurch nicht die Gefahr eines Sonderkündigungsrechtes für den Vermieter bestünde. Wir werden von dem Investor nur vertröstet.“

Haus hat Mängel und platz aus allen Nähten

Die Mängel sind das eine. Das andere: Mit dem wirtschaftlichen Erfolg der Kölnmesse ist die Zahl der Mitarbeiter im Messehochhaus auf über 600 angestiegen. Das Haus platzt aus allen Nähten. Anbauten sind aber nahezu unmöglich, weil das Messehochhaus unter Denkmalschutz steht. Im vergangenen Jahr berichtete die Rundschau darüber, dass die Messe über Alternativen nachdenkt. Nun scheinen die Würfel gefallen zu sein. Noch in diesem Sommer wird die Geschäftsführung wohl dem Aufsichtsrat empfehlen, das Messehochhaus zu verlassen. Alternativ gibt es drei Standorte im Messegelände und eine Freifläche gegenüber dem Messehochhaus, wo ein Neubau entstehen könnte. Auch ein Umzug in die Messecity, in angemietete Räume, ist denkbar und wird sich auf der Vorschlagsliste für die Aufsichtsratsmitglieder befinden.

An den roten Punkten wäre ein Neubau oder Neubezug für das Verwaltungsgebäude möglich.

Wenn die Entscheidung des Aufsichtsrates nach der Sommersitzung wie zu erwarten feststeht, will Marner direkt in die Planungen einsteigen.

Die Entscheidungen über ihren Hauptsitz hat die Messe selbst in der Hand. Die über Dieselfahrverbote fällt das Oberverwaltungsgericht in Münster Anfang September. Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung, schaut mit Sorge auf diesen Termin. „Dieselfahrverbote wären ohne weitreichende Ausnahmegenehmigungen für uns existenzbedrohend. Wir müssen als Messe im Herzen Kölns erreichbar bleiben.“

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