Bei der 10. Nacht der Technik am 3. Juli in Köln kommen Technik-Fans voll auf ihre Kosten. Mehr als 50 Unternehmen öffnen von 18 bis 24 Uhr ihre Pforten – darunter die Sieger der 24 Stunden von Le Mans.
Nacht der Technik am 3. JuliSpannende Einblicke in Kölner Hightech-Unternehmen

Bei der Nacht der Technik am 3. Juli können Besucher das Werk von Atlas Copco Energas in Köln-Sürth und viele andere Betriebe besichtigen.
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Durch die kleinen Fensterluken ist eine leuchtende orangefarbene Masse zu erkennen. Der warme Farbton erinnert an einen Sonnenuntergang – oder an einen Hochofen. Doch hier glüht kein Stahl, sondern geschmolzenes Glas. Rund 2000 Tonnen davon befinden sich stets in der 1500 Grad heißen Wanne, die permanent mit Rohstoffen beschickt wird und Ausgangspunkt für einen faszinierenden Produktionsprozess ist.
Seit mehr als 125 Jahren wird in der Glasfabrik in Köln-Porz aus Quarzsand, Dolomit, Soda, Kalk und verschiedenen Zuschlägen Glas hergestellt. Heute zählt das Werk mit rund 250 Beschäftigten, das zum französischen Saint-Gobain-Konzern gehört, zu den größten und modernsten Glaswerken der Welt. Rund 800 Tonnen Flachglas werden hier täglich hergestellt, erläutert Werksleiter Nicolas Ehl (35). Im sogenannten Floatglasverfahren wird die flüssige Glasschmelze kontinuierlich auf ein Bad aus flüssigem Zinn geleitet, wodurch eine besonders plane Glasoberfläche entsteht. Das endlose Glasband wird auf Rollen weitertransportiert, abgekühlt und am Ende zugeschnitten.

Pyrometermessung in der Glasfabrik Porz. Dabei wird die Temperatur der Glasschmelze aus der Entfernung über die Infrarotstrahlung gemessen.
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Die weitgehend vollautomatische, 550 Meter lange Anlage läuft Tag und Nacht durch, die Produktion steht niemals still. Würde der Ofen erkalten und die Schmelze aushärten, müsste die Schmelzwanne erneuert werden. Das war planmäßig zuletzt 2024 der Fall, seitdem gilt das Glaswerk als das energieeffizienteste in Europa. „Wir hoffen, dass die Anlage jetzt 20 bis 25 Jahre durchläuft“, so Ehl.
Weltmarktführer öffnen bei der Nacht der Technik in Köln ihre Türen
Zur 10. Nacht der Technik am 3. Juli öffnet die Porzer Glasfabrik ausnahmsweise ihre Türen für Besucher. Von 18 bis 24 Uhr können technikbegeisterte Menschen an diesem Sommerabend in mehr als 50 Betrieben, Forschungseinrichtungen und Hochschulen in Köln und Bergisch Gladbach Weltklassetechnik live erleben, komplexe Produktionsprozesse kennenlernen und sich über neueste Entwicklungen informieren. Das vielseitige Programm bietet spannende Einblicke in die Leistungsfähigkeit der lokalen Wirtschaft, wie man sie sonst nicht zu sehen bekommt. Das Angebot richtet sich insbesondere an junge Menschen, die sich beruflich orientieren wollen.
Das Traditionsunternehmen Leybold an der Bonner Straße zeigt bei der 10. Nacht der Technik die Produktion hochkomplexer Vakuumpumpen, die weltweit in Industrie und Forschung zum Einsatz kommen. Bei Atlas Copco Energas in Sürth, dem Weltmarktführer für Kompressoren und Expansionsturbinen, lernen Besucher alle Produktionsstufen im Detail kennen. Die Firma Igus in Porz-Lind, Experte für technische Kunststoffe in der Automatisierungstechnik, führt in ihrem Testzentrum vor, wie Künstliche Intelligenz (KI) und humanoide Roboter zurzeit die Industrie verändern. Dutzende Roboter sind hier im Einsatz zu sehen.
Sieger der 24 Stunden von Le Mans zeigen ihre Werkstatt
Modernste medizinische Diagnose- und Behandlungsmethoden stellen die Uniklinik in Lindenthal und das Cellitinnen-Krankenhaus St. Marien in der Innenstadt vor. Wer sich für Motorsport begeistert, sollte unbedingt bei Toyota Racing in Marsdorf vorbeischauen, der Heimat des Toyota-Racing-Teams in der FIA-Langstrecken-WM. Mit den in Köln entwickelten Fahrzeugen hat Toyota am vergangenen Wochenende die legendären 24 Stunden von Le Mans gewonnen. In Marsdorf wurde auch der Motor für die Rallye-Weltmeisterschaft entwickelt. Bei der Nacht der Technik erleben Besucher in der Werkstatt, wie Hochleistungsmotoren per Hand aus mehr als 1000 Einzelteilen zusammengesetzt werden. Neben den knapp 50 Stationen in Köln können acht Unternehmen in Bergisch Gladbach besichtigt werden.
Auch Wissenschaft und Forschung kommen bei der Nacht der Technik nicht zu kurz. Auf dem Campus der TH Köln in Deutz kann man etwa im Hochspannungslabor Blitz und Donner bestaunen. Werkstätten der Hochschule sowie externe Aussteller präsentieren zahlreiche Mitmachangebote. Technik zum Anfassen gibt es auch bei der privaten Rheinischen Hochschule Köln (RH) in Ehrenfeld. Hier kann man zum Beispiel virtuelle Maschinen steuern und die Herstellung von grünem Wasserstoff verfolgen. Beide Hochschulen informieren über ihre vielfältigen Studienangebote.
Kostenlose Tickets für Schüler und Auszubildende
Tickets kosten 12 Euro, ermäßigt 6 Euro, und sind online über die Website der Nacht der Technik sowie über Kölnticket erhältlich. Schüler, Auszubildende und Studierende können mit dem IHK-YoungTalent-Ticket der IHK Köln kostenlos teilnehmen. Alle Tickets enthalten einen Code, mit dem sich Teilnehmer in bis zu drei Programmpunkten Plätze reservieren können. Die teilnehmenden Unternehmen werden mit kostenlosen Shuttlebussen von Knotenpunkten in Deutz, Innenstadt und Ehrenfeld aus angefahren.
