Abo

Update

Kinderkrankenhaus evakuiert
Weltkriegsbombe in Köln-Nippes erfolgreich entschärft

3 min

Bombenfund in Nippes

Auch die Zoobrücke musste gesperrt werden. Am frühen Nachmittag konnte die Bombe erfolgreich entschärft werden.

In Nippes ist am Freitagmorgen (10. Juli) bei Sondierungsarbeiten in der Nähe des Johannes-Giesberts-Parks ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Nach Angaben der Stadt handelt es sich um eine amerikanische Zehn-Zentner-Bombe (500 Kilogramm) mit Front- und Heckaufschlagzünder.

Gegen 14.34 Uhr war die Evakuierung abgeschlossen und die Freigabe zur Entschärfung wurde erteilt. Um 15.18 Uhr teilte die Stadt Köln dann mit: Die Weltkriegsbombe konnte erfolgreich entschärft werden. Laut Johannes Brauns, Einsatzleiter vom Ordnungsdienst, waren über 340 Einsatzkräfte vor Ort.

Weltkriegsbombe in Köln-Nippes entschärft – Bereich noch meiden

„Die Straßensperren werden nun nach und nach wieder aufgehoben“, so ein Pressesprecher der Stadt. Verkehrsteilnehmende wurden dennoch gebeten, den Bereich noch eine Weile weiträumig zu umfahren, bis sich die Staus aufgelöst haben. Die Linien 16, 124 und 140 der KVB sollen zeitnah wieder ihre bekannten Routen fahren, hieß es.

Das Krankenhaus Holweide ist inzwischen wieder für die Notfallversorgung angemeldet und nimmt Patient*innen auf, bis Samstagfrüh die Rücktransporte in das Kinderkrankenhaus beginnen.

Das Ordnungsamt hatte den ersten Klingelrundgang um kurz vor 10 Uhr gestartet. Die – kurzfristig klimatisierte – Anlaufstelle für Betroffene befindet sich in der Turnhalle des Erich-Kästner-Gymnasiums, Castroper Straße 7. Rund 4300 Menschen sind von der Evakuierung betroffen.

In Nippes ist ein Blindgänger bei Sondierungen entdeckt worden.

In Nippes ist ein Blindgänger bei Sondierungen entdeckt worden.

Die Einsatzkräfte richteten einen Gefahrenbereich mit einem Radius von 500 Metern ein. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hatte den Johannes-Giesberts-Park schon seit vier Wochen gesperrt und nach Blindgängern gesucht.

Ob Sie von der Evakuierung betroffen sind, sehen Sie auf dieser interaktiven Karte – einfach Adresse eingeben und checken:

Notaufnahmen geschlossen – nur Schwangere dürfen nach Holweide

Auch das Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße der Städtischen Kliniken musste geräumt werden. Die Stadt betonte, dass dieses Szenario bereits im Vorfeld gemeinsam mit allen Beteiligten geplant worden sei. 43 junge Patientinnen und Patienten wurden in das Krankenhaus Holweide verlegt. Darunter waren 20 Kinder von der Intensivstation.

Die Evakuierung laufe nach Plan, sagt Ulrich Laschet, Pressesprecher der Kölner Feuerwehr, gegen 10 Uhr: Schätzungsweise in drei Stunden seien alle Kinder im Krankenhaus Hohlweide untergebracht. Frühchen und nicht gehfähige Menschen transportiert die Feuerwehr.

Krankenwagen stehen zur Patientenverlegung vor dem Kinderkrankenhaus.

Krankenwagen stehen zur Patientenverlegung vor dem Kinderkrankenhaus.

Sowohl die Notaufnahme an der Amsterdamer Straße als auch die in Holweide bleiben bis nach der Entschärfung vom Rettungsdienst abgemeldet. Eltern werden gebeten, sich in medizinischen Notfällen an die Uniklinik Köln, das Krankenhaus Porz oder das Krankenhaus Leverkusen zu wenden. 

Mit erheblichen Verkehrsbehinderungen ist ebenfalls zu rechnen: Betroffen sind unter anderem die Innere Kanalstraße, die Amsterdamer Straße sowie die Stammheimer Straße beziehungsweise der Alte Stammheimer Weg. Die Zoobrücke wird ab 13 Uhr ab Innerer Kanalstraße in Fahrtrichtung Deutz gesperrt. In die Gegenrichtung in Fahrtrichtung Innenstadt wird die Zoobrücke im weiteren Verlauf bis zur Abfahrt Niederländerufer gesperrt.

Einschränkungen bei der KVB – Flora und Lentpark im Evakuierungsradius

Auch der öffentliche Nahverkehr ist betroffen. Einschränkungen wird es bei der Stadtbahn-Linie 16 sowie den Buslinien 124, 140 und 186 der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) geben. Wie die KVB schreibt, wird die 16 vor und hinter der Haltestelle Kinderkrankenhaus getrennt. Auch die Busse umfahren den Bereich.

Neben Wohnhäusern liegen auch mehrere Einrichtungen im Evakuierungsgebiet. Dazu gehören ein Hotel, eine Kita, das Schwimmbad Lentpark sowie der Botanische Garten Flora. Außerdem befinden sich sieben Gebäude mit mehr als fünf Stockwerken innerhalb des Sperrbereichs. Der Zoo bleibt übrigens geöffnet.

Fundort weit umfahren – diese Straßen werden gesperrt

Sobald eine Straßensperre geschlossen ist, können Anwohnende den Evakuierungsbereich nur noch verlassen. Die Einsatzkräfte bitten darum, den Bereich weiträumig zu umfahren und Rettungsgassen zu bilden, wenn Fahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs sind.

Zudem sollen keine Grünflächen innerhalb des Sperrbereichs mehr betreten werden. Die Stadt betont: Je schneller sich keine Menschen mehr im Gefahrenbereich aufhalten, desto früher kann mit der Entschärfung begonnen werden.

Sperrstellen sind unter anderem:

  1. Amsterdamer Straße/Xantener Straße
  2. Theodor-Schwann-Straße Höhe Hausnummern 17/20
  3. Am Botanischen Garten Höhe Hausnummern 59/66
  4. Johannes-Müller-Straße/Garthestraße
  5. Sieboldstraße Höhe Hausnummern 8/11
  6. Stammheimer Straße/Bodinusstraße
  7. Lennéplatz
  8. Frohngasse/Riehler Straße
  9. Riehler Straße/Amsterdamer Straße
  10. Lentstraße Höhe Hausnummern 3/6
  11. Innere Kanalstraße/Niehler Straße
  12. Auerstraße/Schneider-Clauss-Straße
  13. Kuenstraße/Schneider-Clauss-Straße
  14. Beuelsweg Höhe Hausnummer 25, Beuelsweg Höhe Hausnummer 3
  15. Florastraße Höhe Hausnummern 91/104
  16. Seekabelstraße Höhe Hausnummern 7/8
  17. Josefine-Clouth-Straße Höhe Hausnummern 32/41, Josefine-Clouth-Straße/Auf dem Stahlseil
  18. Kautschukstraße Höhe Hausnummer 6
  19. Auf dem Stahlseil Höhe Hausnummern 4a/7

Weitere Infos folgen.