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Über Nacht aufgetauchtPinkfarbene Häuser ziehen Blicke am Kölner Rheinufer auf sich

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Zwölf pinkfarbene Häuschen stehen direkt am Rheinufer.

Viele Spaziergänger fragen sich nun, was hinter der ungewöhnlichen Aktion am Rhein steckt.

Die beiden Männer, die im Rechtsrheinischen auf die Hohenzollernbrücke zusteuern, stolpern geradezu über die zwölf magentafarbenen Häuschen, die dort stehen. „Was ist das hier eigentlich für eine Kunst“, sagt der eine zum anderen, „hast du die gemacht?“ Der andere verneint. Keine Zeit, und die beiden laufen weiter in Richtung Brücke. Eine Frau macht derweil eine kleine Pause im Schatten eines Häuschens, eine Radfahrerin, die in Richtung Dom unterwegs ist, schimpft: „Das steht doch hier einfach im Weg.“

Pinkfarbene Überraschung erwartet Menschen am Rhein

Dieses „Das“ ist ein Kunstwerk des Pforzheimer Architekten und Künstlers Andreas Sarow, das Kölnerinnen und Kölner und Touristen noch bis 26. Juli anschauen und selbst durchschreiten können. Über Nacht ist die Installation in der vergangenen Woche aufgetaucht, eine leuchtend pinkfarbene Überraschung für alle, die hier regelmäßig entlanglaufen und -fahren. Drei Laster brachten die Häuschen an den Rhein.

Die Signatur des Künstlers an einem der Häuschen.

Sarows Häuschen entstanden 2018 in Pforzheim und gingen dann auf künstlerische Wanderschaft. „Aus Immobilie wurde Mobilie“, kommentierte der Künstler im Sommer vergangenen Jahres. Da standen die fenster- und türenlosen Häuser in Stuttgart auf dem Schlossplatz, und auch auf dem Münchner Karlsplatz machten sie schon Station. Nach Köln, das steht schon fest, geht es für die 700 Quadratmeter große Installation Richtung Konstanz an den Bodensee.

Auch eine Funktion in diesen Tagen: Schattenspenden.

Installation steht in Sichtweite zum Kölner Dom

Der Ort, in Sichtweite und direkter Achse zu Hauptbahnhof und Dom, ist überaus prominent und nicht willkürlich gewählt, wie Sarow auf Instagram schreibt. „Der Norbert-Burger-Platz, benannt nach dem langjährigen Oberbürgermeister, steht auch für die umfangreichen Städtepartnerschaften, deren Bedeutung gerade in globalen Krisenzeiten, in Umbrüchen und in Ungerechtigkeiten enorm wichtig ist“, schrieb Sarow auf Instagram dazu. Anderthalb Jahre wartete er laut WDR auf die Genehmigung der Stadt Köln, die Installation „Exkursion“ dort aufbauen zu dürfen.

Sarow setzt sich, so sagte er in einem Interview mit dem SWR, in seinen Arbeiten mit Fragen des Städtebaus auseinander: Wie wollen wir leben, welche Aspekte sind dafür notwendig? Was heißt Glück, was ist Heimat? Sarow wolle Menschen zum Nachdenken anregen: über neue Bauformen, den Wunsch nach den eigenen vier Wänden, über Wohnungsnot und das Bedürfnis nach persönlicher Sicherheit. (gro)

„Exkursion“, bis 26. Juli am Norbert-Burger-Platz; Hohenzollernbrücke auf der Rampe (Brückenkopf Deutzer Uferseite)