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Testphase gestartetPolizei Köln nimmt Anzeigen jetzt per Videochat entgegen

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ILLUSTRATION - 28.09.2021, Nordrhein-Westfalen, Gütersloh: An der Tür von einem Streifenwagen steht der Schriftzug «Polizei». Ein Unbekannter soll einen Gegenstand von einer Autobahnbrücke bei Regensburg auf ein darunter fahrendes Auto geworfen haben.  (zu dpa: «Gegenstand von Brücke auf Auto geworfen – Scheibe zerbricht») Foto: David Inderlied/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Diebstahl, Betrug, Sachbeschädigung und Beleidigung sollen per Videochat zur Anzeige gebracht werden können (Symbolbild)

Strafanzeigen sollen in Köln bald ohne Wartezeit auf der Wache möglich sein: Die Polizei startet einen Pilotbetrieb für Videochat-Anzeigen bei leichten Delikten.

Die Polizei Köln hat einen neuen Service eingeführt: Bürgerinnen und Bürger können per Videochat Strafanzeige erstatten. Seit dem 27. April läuft eine Testphase für Bürgerinnen und Bürger, die den Wachen Ehrenfeld, Weiden, Chorweiler und Nippes zugeordnet sind. Der Service ist, außer an Feiertagen, montags bis mittwochs von 8 bis 16 Uhr sowie donnerstags und freitags von 8 bis 20 Uhr verfügbar. Damit will die Polizei Köln ihr Angebot neben der Onlineanzeige und der klassischen Anzeigenerstattung auf der Wache weiter ausbauen.

Nur leichte Kriminalität

Der Videochat-Service ist derzeit laut Polizei auf leichte Kriminalität beschränkt – darunter Diebstahl, Betrug, Sachbeschädigung und Beleidigung. Zudem muss die angezeigte Tat in Köln oder Leverkusen stattgefunden haben; bei Internetdelikten muss der Wohnsitz der anzeigenerstattenden Person dort liegen. Physische Beweisgegenstände können nicht vorgelegt werden. Derzeit steht der Service ausschließlich in deutscher Sprache zur Verfügung.

Wer den Service nutzen möchte, scannt zunächst einen QR-Code, der in den Wachen aushängt, und wird dann durch einen Fragenkatalog geführt, um die Eignung des Falles zu prüfen. Sind die Voraussetzungen erfüllt, gelangt man in einen virtuellen Warteraum. Sobald eine Beamtin oder ein Beamter verfügbar ist, findet die Anzeigenaufnahme in einem separaten Videochat statt. Benötigt werden zudem ein gültiger Lichtbildausweis sowie die Akzeptanz der Datenschutzbedingungen.

Die Polizei weist darauf hin, dass in der Testphase begrenzte Kapazitäten zur Verfügung stehen und mit technischen Anlaufschwierigkeiten zu rechnen ist. „Wer den Service nutzt, hilft mit, Erfahrungen zu sammeln, um den Ablauf und die eingesetzte Technik zu testen und notwendige Verbesserungen anzustoßen“, schreibt die Polizei. Über eine Umfrage nach der Anzeigenaufnahme könnten Teilnehmende ihre Erfahrungen mitteilen.

Im Notfall oder bei schwerwiegenden Delikten gilt weiterhin: sofort die 110 anrufen. (red)