Das zweiwöchige Programm bietet rund 125 Veranstaltungen. Beim Motto haben sich die Veranstalter für eine Änderung entschieden.
Programm vorgestelltDarum wurde bei der Cologne Pride 2026 das Motto geändert

The Only Naomi (Mitte) und der Vorstand von Cologne Pride.
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Die Feindseligkeit gegen schwule, lesbische, transgeschlechtliche und andere queere Menschen nimmt weltweit zu, auch in Deutschland. Das reicht von verbalen Anfeindungen bis hin zu körperlichen Übergriffen. „Die queere Community ist stärker unter Druck als in der Vergangenheit“, sagte am Dienstag Jens Pielhau vom Vorstand des Vereins „Cologne Pride“.
Sein Vorstandskollege Martin Hommel ergänzte: „Wir haben das Problem, dass wir nicht nach vorne gehen, sondern wieder zurück.“ Anlass der Äußerungen war die Vorstellung des Programms des „Cologne Pride“, der zweiwöchigen Veranstaltungsreihe, die vom 19. Juni bis zum 5. Juli in Köln stattfindet und deren Höhepunkte das dreitägige Straßenfest und die Demonstrationsparade zum Christopher Street Day (CSD) sind.
In den zurückliegenden Jahren stand der „Cologne Pride“ unter dem Motto „Für Menschenrechte – Viele. Gemeinsam. Stark.“ Um deutlicher zu machen, um wessen Interessen und Rechte es geht, haben sich die Veranstalter zur Änderung entschlossen. Von nun an lautet das Motto „Für Queerrechte – Viele. Gemeinsam. Stark.“
Zu den zentralen Forderungen, die der Verein anlässlich des CSD aufgestellt hat, gehört, den Artikel 3 des Grundgesetzes um die Merkmale „sexuelle und geschlechtliche Identität“ zu erweitern, Einrichtungen zur Unterstützung queerer Menschen finanziell abzusichern und „Hasskriminalität und Hatespeech endlich wirksam zu bekämpfen“.
CSD in Köln 2026: Programm mit 125 Veranstaltungen
Das zweiwöchige Programm bietet rund 125 Veranstaltungen, vom Stadtrundgang über Lesungen, Gedenkveranstaltungen und Infoabende bis zu Partys wie der „Mainparty Sex Universe“ am 4. Juli ab 22 Uhr in den MMC Studios in Ossendorf. Eröffnet wird der „Cologne Pride“ am 19. Juni, 18 Uhr, auf dem Elogiusplatz, wo für zwei Wochen wieder ein Sandstrand mit Brunnen geschaffen wird, samt Bar, Lounge und Liegestühlen.
Die offizielle CSD-Eröffnungsparty wird am Freitag, 3. Juli, ab 18 Uhr in der Wolkenburg gefeiert, wo drei Dancefloors zur Verfügung stehen. Auf der Bühne erwartet werden Miriana Conte, die im vorigen Jahr für Malta am Eurovision Song Contest (ESC) teilgenommen hat, Smalltown Boy, der mit der „Best Jimmy Summerville Tribute Show“ zu erleben ist, und Dragqueen Catherrine Leclery.
Fläche für CSD-Straßenfest 2026 wird vergrößert
Die Fläche für das Straßenfest in der Altstadt, das vom 3. bis zu 5. Juli dauert, wird noch einmal vergrößert, auf 18.800 Quadratmeter. Erstmals wird die Augustinerstraße vom Heumarkt bis zur Kleinen Sandkaul in das Fest integriert. Dort finden Stände von Vereinen und politischen Organisationen Platz, die wegen Baustellen nicht in der Gürzenichstraße platziert werden können, und es wird ein Familienbereich eingerichtet.
Neu ist auch der „Les-Beats DJAne Tower“ in der Pipinstraße nahe dem Hotel Maritim, der zum Tanzen zu Musik wie Latin-Rhythmen oder Indie-Rock einlädt und vor allem „FLINTA*-Personen“ ansprechen soll. Mit „FLINTA*“ sind unter anderen Frauen, Lesben, inter- und transgeschlechtliche Menschen gemeint. Getanzt werden kann wie immer auf der „Vodafone Dance Stage“ auf dem Günter-Wand-Platz vor dem Gürzenich.
Musik beim CSD: Auftritte von den Räubern, Luna und Sarah Engels
Die Hauptbühne steht traditionell auf dem Heumarkt. Dort treten zum Beispiel Darsteller des Musicals „Romeo & Julia“, die Räuber, Sängerin Luna, die diesjährige deutsche ESC-Teilnehmerin Sarah Engels und Miriana Conte auf. Geplant sind zudem Podiumsgespräche mit Politikern. Eine Mischung aus Live-Musik, weiteren Acts und Talkrunden biete die Bühne auf dem Alter Markt. Die Moderation am Samstag übernehmen die Kölner Dragqueen The Only Naomi, die bei der Vorstellung des „Cologne Pride“-Programms anwesend war, und der Diversity-Manager Max Appenroth.
Die Demonstration am Sonntag, 5. Juli, wird um 11 Uhr auf der Deutzer Brücke eröffnet, die während des Straßenfests in Richtung Innenstadt gesperrt ist. Eine halbe Stunde später startet die Parade. Die Strecke ist leicht verändert: Der Zug biegt am Heumarkt rechts ab und führt dann über die Gürzenichstraße. Bis zum Rudolfplatz geht es in westlicher Richtung weiter, danach über den Hohenzollernring bis zur Magnusstraße und von dort aus in Richtung Dom. Knapp 200 Gruppen und Vereine sind bisher angemeldet, insgesamt etwa 60.000 Demo-Teilnehmer und -teilnehmerinnen. Bis zu einer Million Zuschauer und Zuschauerinnen werden erwartet.
In Kooperation mit dem Landschaftsverband Rheinland und dem 1. FC Köln wird vor St. Aposteln, gegenüber dem Café „Faßbender“, ein behindertengerechter Bereich eingerichtet. Hier finden Rollstuhlfahrer und -fahrerinnen ebenso Platz wie Blinde und stark Sehbehinderte, für die Blindenreporter des 1. FC Köln das Geschehen beschreiben. Eine Anmeldung per E-Mail an csd@lvr.de ist nötig.