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Köln als KunstwerkProjekt des anonymen Künstlers REF erstreckt sich über Köln

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Die riesige Figur, die den Rhein überschreitet, ist das Werk des Künstlers REF.

  1. Medienstadt, Kulturknotenpunkt, Karnevalshochburg. In Köln ist Kunst in jeder Form omnipräsent.
  2. Was aber fast kein Kölner weiß: Die Stadt ist selbst Objekt der Kunst und zwar im geografischen Sinne.
  3. Wir stellen das stille Kunstwerk vor, in dem wir uns schon lange unwissend bewegten.

Köln – Fast unmerklich und stillschweigend hat ein Künstler unter dem Pseudonym „REF“ die Stadt in sein umfassendes Kunstprojekt „Stadtzeichen“ eingebunden. Und das schon im Juli 2013. Dazu hat er 58 Markierungen, in Form von auf dem Boden befestigten Metall-Plaketten, in ganz Köln verteilt. Miteinander verbunden ergeben die Punkte das Bild einer riesigen Figur, die den Rhein überschreitet.

Wer also Glück hat oder gezielt nach den Plaketten Ausschau hält, findet über die Stadt verteilt Markierungen, die im Gesamten verbunden die Zeichnung des Künstlers zeigen und sich über 27 Kilometer erstrecken. Köln ist neben Berlin (2012) und London (2017) einer von drei Orten weltweit, an denen das Kunstprojekt existiert. Damit ist das Projekt so exklusiv wie subtil. REF beschreibt das Stadtzeichen als einen Beitrag zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum.

Stadtzeichen-Projekt in Köln brauchte etwa ein Jahr

Jedoch betont der Künstler, dass sich die Arbeit als Ganzes nur in der Vorstellung und nicht in der realen Betrachtung vermittelt, weil das Stadtzeichen von der jeweiligen Markierung nur aspektweise wahrgenommen werden kann. Die Ursprungsidee zu dem Stadtzeichen-Projekt kam REF, der an der Kunstakademie Düsseldorf studiert hat, schon im Jahr 1980. Erst das Internet machte eine Umsetzung letztendlich möglich.

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Dieses Zeichen markiert die Punkte des Kunstwerks.

„Mir gefiel der Gedanke, eine Zeichnung soweit zu vergrößern, dass sie einen Teil der Stadt für sich einnimmt.“ Von der Idee bis zur endgültigen Umsetzung verging viel Zeit. Im Jahr 2012 stellte er dann das erste Stadtzeichen in Berlin fertig. Von der Idee bis zur Fertigstellung des Stadtzeichen-Projektes in Köln hat es mit mehreren unentgeltlichen Helfern insgesamt ein Jahr gebraucht. 

Kunstprojekt seit 2013 fertiggestellt

Von der Zeichnung bis zum Stadtzeichen waren mehrere Schritte nötig. Alles ausgehend von einer analogen Zeichnung auf Papier. Dabei erhielten die Ankerpunkte der Zeichnung eindeutige Koordinaten, die auf die Stadtkarte projiziert wurden. An diesen Punkten brachte der Künstler innerhalb von drei Tagen Markierungen an. „Nach dieser Anpassung hat sich das Stadtzeichen in seine Stadt eingefügt, wie ein Schlüssel in das dazugehörige Schloss. Es wurde also sozusagen mit der Stadt vermählt“, so REF. 

Im Juli 2013 stellte der Künstler das Köln-Projekt fertig. Seitdem überdeckt es fünf Quadratkilometer der Stadt. Dies aber stillschweigend, ohne sein Werk oder sich als Künstler der Öffentlichkeit vorzustellen. REF hat verschiedene Gründe, als Pseudonym aufzutreten. Ein Grund: Die Arbeit solle im Vordergrund stehen, nicht der Künstler. So mysteriös wie die Markierung beim ersten Betrachten auf den Passanten wirkt, stellt sich die Frage nach dem Sinn.

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Die riesige Figur, die den Rhein überschreitet, ist das Werk des Künstlers REF.

Vertraute Umgebung neu und anders zu entdecken

Doch den müsse es laut dem Künstler gar nicht unbedingt geben. „Ein Kunstwerk hat keine spezifische Intention, ist nicht Visualisierung oder Illustration von Gemeintem, ist nicht politisches Kabarett, ist nicht Protest (so unterhaltend und wichtig all dies auch sein mag), ist nicht Kommunikation im Sinne von Übermittlung von spezifischer Bedeutung. Wäre es anders, hätten wir es nicht mit Kunst zu tun.“ Bei der Beurteilung einer Arbeit zähle der Eindruck, den die Kunst beim Betrachter hinterlasse und welche Gedanken er sich darüber mache. „Künstler und Betrachter befinden sich hierbei auf Augenhöhe.“ 

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Auf der Website des Künstlers informiert REF über seine öffentlich zugänglichen Arbeiten, wie die der Stadtzeichen-Projekte im öffentlichen Raum. „Das Stadtzeichen Köln bietet den Bewohnern, die damit in Kontakt kommen, die Möglichkeit (durch das thematisch eingefärbte Spiel mit ihrem städtischen Raum) die vertraute Umgebung neu und anders zu entdecken.“ Wie das Werk wirklich auf den Betrachter wirkt, wird REF nie erfahren.

Die Neugierigen können sich aber auf die Suche nach den Markierungen machen und schauen, was das Kunstwerk in ihnen auslöst, bevor es zu spät ist. Denn so unmerklich wie das Projekt entstanden ist, soll es auch wieder verschwinden. „Das Stadtzeichen wird im Laufe der Zeit durch die korrosiven Einflüsse seiner urbanen Umgebung ,unleserlich’, geht unter und gibt damit den öffentlichen Raum auch wieder frei“, merkt der Künstler an. Letzten Endes existiert dann nur noch die Dokumentation des Projektes.