Die mutmaßlichen Betrüger sollen mit Immobilien in ganz NRW einen Schaden von über 8,5 Millionen Euro angerichtet haben.
Landgericht KölnProzess gegen mutmaßliche Immobilienbetrüger aus Leverkusen hat begonnen

Die Angeklagten und ihre Verteidiger am Mittwoch im Kölner Landgericht.
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Systematischer Immobilienbetrug wird fünf Angeklagten vorgeworfen, gegen die am Mittwoch vor dem Kölner Landgericht der Prozess begonnen hat. Es sind vier Männer im Alter zwischen 35 und 57 Jahren und eine 37-jährige Frau. Sie sollen sich zu einer Bande zusammengeschlossen haben, um vorwiegend über ein Unternehmen mit Sitz in Leverkusen illegale Geschäfte in Köln, Essen, Recklinghausen, Krefeld und anderen Städten in Nordrhein-Westfalen abzuwickeln. In arbeitsteiligem Vorgehen sollen die mutmaßlichen Bandenmitglieder Vermögenswerte verschleiert und zwischen Januar 2019 und Juli 2025 einen Gesamtschaden in Höhe von weit über 8,5 Millionen Euro angerichtet haben.
Knapp ein Dutzend Fälle sind angeklagt. Stimmen die Vorwürfe, die von Anstiftung zur Untreue über Betrug und Urkundenfälschung bis zu Erpressung reichen, erwarb die gewerbsmäßig agierende Bande zunächst stark sanierungsbedürftige Immobilien. Zwar seien in der Folge manche Bauarbeiten veranlasst, doch wesentliche Arbeiten der Instandsetzung seien entweder ungenügend oder gar nicht ausgeführt worden. Daher sei die Substanz der Gebäude weitgehend mangelhaft geblieben oder habe sich sogar verschlechtert.
Zahlreich sind die Mängel, von denen in der Anklageschrift zu lesen ist. Die Rede ist zum Beispiel von undichten Dächern, Feuchtigkeitsschäden, der Entfernung von tragenden Wänden, der Missachtung von Brandschutzauflagen, unzureichenden Rettungswegen und mangelnder Standsicherheit des Gebäudes.
Falsche Angaben zu Genehmigungen, Fläche und Mietverhältnissen
Im Wissen um all solche Mängel hätten die Angeklagten Käufer für die bebauten Grundstücke gesucht, heißt es in der Anklage. Zu Täuschung der Interessenten sollen sie falsche Angaben zu Baugenehmigungen, Wohnflächen und Mietverhältnissen gemacht haben. So legten sie nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft bei manchen Abschlüssen notarieller Kaufverträge gefälschte Mietverträge vor, um hohe Mieteinnahmen vorzuspiegeln. In sämtlichen Fällen seien die Käufer von einem guten baulichen und wirtschaftlichen Zustand der Immobilien ausgegangen.
Immer wieder heißt es in der Anklage, der tatsächliche Verkaufswert habe weit unter dem gezahlten Preis gelegen. Der Kölner Fall betrifft eine Immobilie in der Lübecker Straße. Auch hier sollen die Angeklagten von Anfang an einkalkuliert haben, dass sie Sanierungen im angebotenen Umfang nicht zu leisten imstande gewesen seien. Der Anklage zufolge fehlten Fensterbänke, die Fassade war ungedämmt, der Keller lag voller Schutt, und die technischen Installationen ließen zu wünschen übrig. Die Staatsanwaltschaft beziffert den Schaden auf rund 860.000 Euro.
Im Zusammenhang mit einem Geschäft in Viersen soll einer der Angeklagten nach Beschwerden der Käuferin damit gedroht haben, Anteile an einer Vermittlungsgesellschaft an die Mafia zu veräußern. Damit habe er Druck ausüben und eine Einigung erzwingen wollen – und letztlich Erfolg gehabt.
Für den Prozess vor der 28. Großen Strafkammer sind 14 Verhandlungstage bis Ende Oktober vorgesehen. Alle Angeklagten kündigten selbst oder über ihre Verteidiger und Verteidigerinnen an, dass sie sich zur Person und zur Sache einlassen werden. Ein Beschuldigter, der sich in Untersuchungshaft befindet, klagte, in der JVA werde es ihm nicht ermöglicht, telefonisch Kontakt zu seinen Rechtsanwälten aufzunehmen.