Eines der kulturellen Aushängeschilder Kölns ist seit acht Jahren geschlossen – und bleibt es auch bis mindestens Ende 2030.
Neuer Termin in KölnRömisch-Germanisches Museum wird frühestens zwölf Jahre nach Schließung fertig

Die Stadt Köln saniert das Römisch-Germanische Museum (Bild vom Januar 2024). Das dauert länger als geplant.
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Die Sanierung des Römisch-Germanischen Museums (RGM) in Köln wird länger dauern als zuletzt angenommen. Das teilte die Stadt am Montag (31. August) mit. Angepeilt wird nun eine Fertigstellung im dritten Quartal 2030 und damit ein Jahr später als zuletzt gemeldet. Dies ergebe sich aus den Planungen des Generalunternehmers Züblin, der im Juli beauftragt wurde. An den zuletzt prognostizierten Kosten von insgesamt 177 Millionen Euro soll sich laut Stadt nichts ändern.
Museumssanierung: neuer Bauzaun am Kurt-Hackenberg-Platz
Die umfassenden Arbeiten haben begonnen, jedoch wurde Züblin mit weiteren Aufgaben beauftragt. So soll nicht nur das Gebäude außen und innen saniert werden, sondern das Bauunternehmen soll sich auch um den Schutz der bekanntesten Exponate Dionysos-Mosaik und Poblicius-Grabmal kümmern. Während der Baumaßnahmen müssen diese aufwändig abgedeckt oder umhüllt werden, da sie, anders als die anderen Objekte, nicht ausgelagert werden können.
Im Zuge der Sanierung wird es zu Beeinträchtigungen für Bürgerinnen und Bürger und Besucher kommen: Im September 2026 werden der Bauzaun und die Baustelleneinrichtung rund um das Museum errichtet. Das nimmt zusätzliche Flächen am Kurt-Hackenberg-Platzes an der Ostseite des RGM in Anspruch. Auch der Durchgang zwischen Museum und dem südlichen RGM-Studiengebäude steht dann für den Fuß- und Radverkehr nicht mehr zur Verfügung. Geöffnet bleibt aber der nördliche Durchgang zwischen RGM und Dombauhütte.
RGM in Köln: Untätigkeit und Pannen
Die Geschichte der geplanten Sanierung des Römisch-Germanischen Museums ist von Untätigkeit, langen Verzögerungen und Kostensteigerungen geprägt. Das RGM musste Ende 2018, also vor bald acht Jahren, schließen. Obwohl der Sanierungsbedarf Jahre zuvor bekannt war, war nichts passiert. Der Brandschutz für das denkmalgeschützte Gebäude von 1974 musste immer Jahr für Jahr verlängert werden, 2018 lief dann die Betriebserlaubnis aus.
Lange war eine Wiedereröffnung 2021 geplant gewesen – es wurde zum Entsetzen der Kölner Politik und Gesellschaft aber kurz vor der Schließung klar, dass eine Sanierung weitaus länger dauern würde. Denn bis dahin gab es keinerlei Pläne der Verwaltung, wie die Sanierung ablaufen soll. Nun war auf einmal von sechs Jahren statt drei Jahren Schließung die Rede.
Schock bei Schließung des Römisch-Germanischen Museums
Auch dieser Zeitrahmen ließ sich nicht halten: Anfang 2024 wurde von einem Beginn der Sanierung Ende 2025 ausgegangen, Eröffnung wäre dann „im ersten Quartal 2028“ gewesen. Seitdem hat sich der Termin immer weiter nach hinten verschoben. Bis zum Sommer dieses Jahres war Ende 2029 angepeilt worden, nun wird es Ende 2030. Sollte die Stadt den Termin einhalten können, würde die Sanierung zwölf Jahre gedauert haben.
Die zeitlichen Verzögerungen gingen einher mit einer Kostenexplosion. War 2022 noch von 91 Millionen Euro die Rede gewesen, hat die Stadt inzwischen die Gesamtsumme von 177 Millionen Euro genannt. Zumindest steht seit Juli mit der Züblin AG der Generalunternehmer fest. Der Konzern setzt auch die Sanierung der Zentralbibliothek um. Ursprünglich hatte die Suche nach einem Generalunternehmer bis September 2025 abgeschlossen sein sollen. Zwischenzeitlich gab es auch noch Streitigkeiten mit einem Generalplaner, dem Münchener Büro Allmann Wappner. Die Zusammenarbeit war von der Stadt beendet worden.
Die Stadt verweist immer wieder auf die besonders schwierigen Umstände bei der Sanierung des RGM: Die Arbeiten seien sehr komplex, zudem solle der Generalunternehmer auch die Wiedereinrichtung des Museums in Teilen übernehmen.
Die Sammlung des RGM war – bis auf das Dionysos-Mosaik und das Poblicius-Grabmal – bereits 2023 ausgelagert und das Gebäude entkernt worden. Ende 2019 hatte das Museum im umgebauten Belgischen Haus interimsmäßig eröffnet. Dort blieben jedoch die Besucherinnen und Besucher aus. Bis zur Schließung gehörte das Haus zu den bestbesuchten archäologischen Museen in Deutschland mit bis zu 185.ooo Interessierten im Jahr.
Kritik der Kölner FDP
Die Kölner FDP kritisiert die erneute Verzögerung bei den Sanierungsarbeiten hart. Das Römisch-Germanische Museum drohe, mit einer Schließzeit von mindestens zwölf Jahren zur „antiken Ruine“ zu werden, heißt es in einer Mitteilung der Fraktion von FDP/KSG (Kölner Stadtgesellschaft). „Das kann nicht der Anspruch einer Millionenstadt mit einer solchen kulturellen Bedeutung sein“, so die Fraktion. Geschäftsführer Ulrich Breit fordert „Konsequenzen für das städtische Baumanagement“.
