Die Open-Air-Saison hat begonnen. Was findet statt und was tut sich in Sachen neuer Flächen? Eine Bestandsaufnahme.
Stadion, Tanzbrunnen, SüdbrückeSo steht es um den Kölner Open-Air-Sommer – Neue Location?

Neben dem Summerjam wurde der Fühlinger See nur vereinzelt für Konzerte genutzt. 2019 trat dort die Kölner Band AnnenMayKantereit auf. (Archivbild)
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Sommer ist Open-Air-Zeit. Und die Lust auf Konzerterlebnisse unter freiem Himmel scheint groß zu sein. Tickets für die großen Namen, die in diesem Jahr auf den Open-Air-Bühnen der Stadt stehen, sind begehrt – und teilweise schon lange vergriffen. Doch abseits von Stadion und Tanzbrunnen birgt das Open-Air-Thema aufgrund der Flächenknappheit in Köln und komplizierter Verfahren Konfliktpotenzial. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Open-Air-Sommer 2026.
Welche großen Open-Airs finden in diesem Sommer in Köln statt?
Die etablierten Open-Air-Spielstätten begrüßen auch in diesem Sommer nationale und internationale Stars. Im Rhein-Energie-Stadion steht Schlager-Königin Helene Fischer zweimal auf der Bühne, genau wie die Toten Hosen. Dazu kommen Konzerte von AnnenMayKantereit und BAP.
Im Tanzbrunnen stehen gewohnt lokale Größen wie die Bläck Fööss und Köbes Underground auf der Bühne, ein Auszug aus dem weiteren Programm für den Sommer: Chris de Burgh, Mark Forster, Helge Schneider, Seal oder Rick Astley. Auf dem Roncalliplatz ist wie berichtet die Konzertreihe „Weltstars auf dem Roncalliplatz“ ausgefallen. Bislang ist der Veranstaltungskalender im Sommer dort leer.
Was ist mit dem Fühlinger See?
Die Open-Air-Spielstätte, die seit Jahren Heimat des Summerjam Festivals ist und die im vergangenen Jahr erstmals auch das neue Rainbow Festival beheimatete, spielte als Ausrichtungsort für Einzelkonzerte zuletzt eine eher kleinere Rolle. 2023 trat die Band Kraftklub dort auf, 2019 die Kölner Musiker von AnnenMayKantereit. In diesem Jahr stehen gleich zwei Konzerte auf dem Plan. Nina Chuba tritt am 25. Juni auf, der Auftritt von Bunt., einem deutschen DJ, folgt am 22. August. Beide Konzerte sind bereits ausverkauft, 20.000 Besucher werden jeweils dabei sein. Hinter den beiden Konzerten stehen die Veranstalter David Pick, der unter anderem den Club Garagen in Ehrenfeld betreibt, und Marius Brózi, Veranstalter des Summerjam. „Die Kulisse ist einfach traumhaft“, sagen die beiden.

Die 90er-Live-Open-Air-Party 2022 am Fühlinger See. Auf der Bühne LayZee fka Mr. President (Archiv)
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Der Aufwand für Konzerte am Fühlinger See sei allerdings groß. „Man darf nicht vergessen, dass der See kein fertiger Eventpark ist. Die gesamte Infrastruktur für so viele Menschen muss jedes Mal neu aufgebaut und sensibel abgestimmt werden.“
Bekommt die Südbrücke endlich eine dauerhafte Genehmigung?
Seit die ersten Konzerte in der Südbrücke nahe der gleichnamigen Brücke stattfanden, noch zu Pandemie-Zeiten, sind fünf Jahre vergangen. Auf eine Genehmigung für eine dauerhafte Nutzung warten die Betreiber der Location Südbrücke immer noch. Die Stadt bestätigt, dass der Bauantrag noch bearbeitet wird. Betreiber Boris Witscke sagt: „Wir sind zuversichtlich, dass der Bauantrag nun in den letzten Zügen ist.“

Südbrücken-Betreiber Boris Witschke mit Kira Wolter auf dem Open-Air-Gelände.
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Weshalb das so lange dauert? Die Stadt äußert sich nicht zu Details in laufenden Verfahren. Witschke sagt, dass die Verzögerung zum Teil auch der Südbrücke selbst geschuldet sei. „Wir sind im Umgang mit so komplexen Verfahren natürlich auch unerfahren, haben zwar professionelle Hilfe, sogar fast kollegiale Unterstützung durch Stadt, Klubkomm und Stadtgesellschaft, aber die Details müssen schon auch von uns kommen.“ Aktuell stehen auf der Homepage für den Sommer acht Termine: unter anderem das zweitägige Event mit den Rappern Lugatti&9ine.
Das Gelände bietet Platz für Konzerte, Märkte und Partys, aber auch für kleinere Veranstaltungen wie Theateraufführungen sowie soziale Projekte. Ohne dauerhafte Nutzungsgenehmigung sei das Projekt jedoch finanziell gefährdet. „Wir müssen als wichtige Kultureinrichtung für junge Menschen, von denen es in Köln ja nicht zu viele gibt, dauerhaft spielen können, und da ist Planungssicherheit das A und O.“

Eingang zum Biergarten an der Location Südbrücke an der Alfred-Schütte-Allee.
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Gibt es wieder Konzerte auf der Rennbahn?
Im vergangenen Jahr traten die Fantastischen Vier und die Band Provinz auf der Rennbahn in Weidenpesch auf, in diesem Sommer gibt es dort keine Konzerte. „Leider haben wir nicht die optimale Kombination aus Inhalt, Datum und wirtschaftlicher Grundlage gefunden“, sagt Geschäftsführer Philipp Hein über die Suche nach einem passenden Veranstalter. Für die kommenden Jahre stehe die Rennbahn bereits in „aussichtsreichen Gesprächen“.
Was ist mit dem Kulturhof in den Hallen Kalk, wo im vergangenen Jahr die „Kalkairs“ stattfand?
Vereinzelt werden Veranstaltungen stattfinden, jedoch nicht so umfangreich wie im vergangenen Jahr. Meryem Erkus vom Kulturhof sagt: „Für die Programmförderung waren wir leider zu spät, deshalb gibt es dieses Jahr keine von der Verantwortungsgemeinschaft Osthof organisierte Kalk-Airs-Reihe.“ Trotzdem seien einige Events geplant, wie die Lange Tafel der Baukultur in Kooperation mit der Stadt Köln am 19. Juni. Der Kulturhof werde sich aber noch auf den Infrastrukturfonds für Open-Air-Stätten der Stadt bewerben, damit das Gelände weiter optimiert werden könne. Einige Open-Air-Kinoabende seien für den Spätsommer in Planung, so Erkus. Bei gutem Wetter sei zudem mittwochs der Biergarten ab 18 Uhr im Kulturhof geöffnet.
Sind neue Open-Air-Flächen in Aussicht?
In diesem Sommer will Veranstalter Uli Tanas auf einem Teil des Max-Becker-Areals wie berichtet eine neue Location eröffnen: The Max. Ein Beachclub mit Beachvolleyballfeldern, einem Biergarten, einer Bühne für Konzerte und einem Platz für Märkte. Paulina Rduch, erste Vorsitzende der Kölner Klubkomm, sagt: „Zunächst freuen wir uns darüber, dass eine neue Fläche entsteht. Insgesamt ist jede neu gewonnene Open-Air-Fläche für Köln eine positive Entwicklung!“
Auf dem ehemaligen 4711-Werksgelände zwischen Ehrenfeld und Bickendorf plant Schrotty-Betreiber Yediyar Isik in diesem Jahr 24 Veranstaltungen, auch ein Weihnachtsmarkt ist angedacht. Die Location, eine Zwischennutzung, heißt „Quartier B“, angelehnt an das neue Wohnquartier Bickendorf, das hier in einigen Jahren entstehen soll. Los geht es am 20. Juni von 14 bis 22 Uhr mit einem Opening-Event. Die Kölner Band Miljö tritt am 20. Juni auf, es gibt eine Ecke für Kinder mit Hüpfburg sowie Getränke- und Essensstände. Der Eintritt ist frei. Vergangenes Jahr fanden hier bereits an zwei Wochenenden ein Kunst- und Vintagemarkt statt.
Wie ist die Open-Air-Konkurrenz in NRW aufgestellt?
Es gebe viele große Künstler, die gerne Open-Airs in Köln spielen würden, ist aus der Veranstalter-Branche zu hören. Doch die Auftrittsmöglichkeiten seien begrenzt. Viele Künstler würden sich daher stattdessen für einen Sommerauftritt in anderen Städten entscheiden. In der Bonner Rheinaue finden in diesem Sommer 25 Konzerte statt, auf dem Düsseldorfer Messeparkplatz eröffnet in diesem Jahr der „Open Air Park“, der mit maximal 80.000 noch einmal ganz andere Dimensionen hat. Internationale Superstars wie Pitbull, System of a Down oder One Republic treten dort in diesem Jahr auf.
