Beim Social Dog Walk kommen Hunde und ihre Besitzer zur gemeinschaftlichen Gassi-Runde zusammen.
Vier Beine und ganz viel OxytocinSocial Dog Walk in Köln bringt Hundebesitzer zusammen

Im Beethovenpark fand der erste „Social Dog Walk“ in Köln statt.
Copyright: Martina Goyert
Pia, Molly und Gordon treffen sich am Decksteiner Weiher zum Spazierengehen. Für einen Sonntag in Köln wäre das nichts Besonderes, wären die drei nicht auf vier statt auf zwei Beinen unterwegs. Beim ersten Kölner Social Dog Walk trafen sich am vergangenen Wochenende zahlreiche Hunde und ihre Halterinnen und Halter zum gemeinsamen Gassigehen, Kennenlernen und Austauschen.
Organisiert wurde der gemeinsame Spaziergang von der Tierfuttermarke Just Russel. Mit dem Ziel, Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer zu vernetzen und aus der Gassi-Runde ein Gemeinschaftserlebnis zu machen, organisiert die Marke die Social Dog Walks regelmäßig in Belgien und Frankreich. Alicja Podchul, die den Walk heute mit vorbereitet hat, erzählt, warum das Konzept jetzt auch nach Deutschland kommen soll: „Hunde bringen Menschen zusammen wie kaum etwas anderes: Sie ermöglichen Begegnungen und schaffen Vertrauen zwischen Fremden und das auf eine Art, wie es Menschen allein selten gelingt.“ Durch die gemeinsamen Spaziergänge versuche die Marke nicht nur ihre Produkte zu bewerben, sondern möchte auch die Bedürfnisse der Hundebesitzer kennenlernen, so Podchul.
Hunde für ein langes Leben?
Dass Hunde für das menschliche Wohlbefinden förderlich sein können, lässt sich auch wissenschaftlich belegen. Eine Studie der Universität Uppsala ergab bereits 2017, dass Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer verhältnismäßig seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben. Der vermutliche Grund ist auch beim Social Dog Walk klar: Wer einen Hund hat, bewegt sich meist mehr und hält so sein Herz-Kreislaufsystem gesund.
Just Russel verweist außerdem auf eine Studie der Pet Alliance Europe, die ergab, dass Kinder mit Hunden in der Familie sich eine Stunde mehr pro Tag bewegen als ihre Altersgenossen ohne Hunde. Außerdem schüttet der menschliche Körper sowohl beim Hundestreicheln als auch bei positiven zwischenmenschlichen Interaktionen den Botenstoff Oxytocin im Gehirn aus, der beruhigend und angstmindernd wirkt.
Für Mopshündin Molly ist es heute die erste gemeinschaftliche Gassi-Runde. Ihr Frauchen Kira freut sich über das Angebot: „Molly lernt auch gern andere Hunde kennen und wir freuen uns auch sehr, mal mit anderen Hundehaltern aus der Gegend in Kontakt zu kommen.“ Herrchen Tom ergänzt: „Wir sind noch nicht so lange in Köln, da ist das eine super Gelegenheit. Es wäre toll, wenn so etwas öfter angeboten werden würde.“ Während Molly aufgeregt die eintrudelnden Hunde begrüßt, ist Gordon erstmal zurückhaltend. Der weiße Pudel ist mit Frauchen Liz da, die sichtlich stolz auf ihn ist: „Gordon ist eher ein Angsthund und wir haben sehr viel geübt, dass er in solchen Gruppen so selbstbewusst mitgehen kann. Er braucht seine Zeit, aber dann macht es ihm Spaß.“
Das Konzept geht auf
Während eine Mitarbeiterin einen Mülleimer mit der Aufschrift „Dog Shit“ wie einen Rucksack schultert, formiert sich die Gruppe auf der Hundewiese, bereit zum Abmarsch. Wenig später spazieren sie dann gemeinsam um den Decksteiner Weiher. Auf der rund 45-minütigen Gassi-Runde kommen die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer schnell ins Gespräch. Erfahrungen werden ausgetauscht, Tipps weitergegeben und sogar die nächsten Spaziergänge verabredet. Auch unter den Hunden scheint das Konzept aufzugehen: Immer wieder wird gespielt, geschnuppert und gemeinsam und allein über die Wege getobt.
Weitere Social Dog Walks sind zunächst nicht geplant. Nach dem Sommer soll das Format jedoch zurückkehren und dann voraussichtlich halbjährlich stattfinden. Der Auftakt lässt jedenfalls vermuten, dass das Interesse groß genug ist. Als die Gruppe wieder an der Hundewiese ankommt, bleiben viele noch eine Weile stehen, plaudern weiter oder lassen ihre Hunde miteinander spielen. Der erste Social Dog Walk endet damit fast genauso, wie er begonnen hat: als Treffpunkt für neue Bekanntschaften, auf zwei und auf vier Beinen, aber mit mehr Oxytocin als vorher.