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KlinikenSPD fordert unabhängige Kommission zur Zukunft der Krankenversorgung

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(Symbolbild)

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Köln – Die Kölner SPD fordert die Untersuchungen für eine mögliche Übernahme der städtischen Kliniken durch die Uniklinik zu stoppen. Die Stadt dürfe ihre Kliniken „nicht verhökern“. Stattdessen brauche man „ein Gesamtkonzept für die Kooperation“ der beiden Häuser mit dem Ziel, alle Patienten in allen Teilen der Stadt hervorragend zu versorgen und die klinische Forschung voranzutreiben. Dazu solle der Stadtrat eine unabhängige Experten-Kommission einsetzen, „die die medizinischen, organisatorischen, rechtlichen und ökonomischen Voraussetzungen für eine künftige vernetzte Krankenhausstruktur in Köln prüft“, heißt es in einem Positionspapier, das vom SPD-Gesundheitsexperten Prof. Karl Lauterbach entwickelt wurde. Er leitet bereits eine vergleichbare Kommission in Berlin.

CDU, Grüne und FDP hatten im Rat beschlossen, ein Beratungsunternehmen mit der Prüfung einer Übernahme zu beauftragen und den Marktwert der städtischen Kliniken zu ermitteln. Sie haben große Finanzprobleme – bis Ende 2021 muss die Stadt bis zu 91 Millionen Euro zuschießen.

Die Frage der Sanierung müsse man strikt trennen von den Herausforderungen, die sich aus der rasanten Weiterentwicklung der Medizin ergeben, sagte Lauterbach. Die Annahme, durch eine Übernahme löse man die wirtschaftlichen Probleme der städtischen Kliniken, sei falsch. Die Frage sei, wie man künftig sicherstelle, dass alle Patienten eine Versorgung auf höchstem Niveau erhalten – unabhängig von wirtschaftlichen Erwägungen. Köln sei hervorragend geeignet, um als Standort für Spitzenmedizin ausgebaut zu werden. Ein Sprecher der Uniklinik sagte, man werde sich „einer Mitarbeit in einer Experten-Kommission nicht verschließen“. Man halte aber am bisherigen Konzept fest und hoffe, „zeitnah“ in Gespräche eintreten zu können. (fu)

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