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NachgehaktStadt Köln entschärft Fahrradfalle an der Severinsbrücke

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Seit Kurzem eindeutig beschildert: die Auffahrt für Radfahrer zur Severinsbrücke auf der Deutzer Seite.

Seit Kurzem eindeutig beschildert: die Auffahrt für Radfahrer zur Severinsbrücke auf der Deutzer Seite. Links sollen Fußgänger gehen, rechts über einen anderen Weg die Radler. Das neue weiße Schild weist jetzt eindeutig den Weg. 

Nach mehreren teils schweren Unfällen ist die Beschilderung an der rechtsrheinischen Auffahrt endlich eindeutig.

Es hat zwar einige Monate gedauert, doch jetzt hat das Dezernat für Mobilität die Gefahrenstelle für Radfahrer entschärft, die von Deutz kommend auf die Severinsbrücke fahren wollen. Am Abend des 16. Dezember 2025 hatte Carsten Brennecke auf dem Weg zur Weihnachtsfeier der Produktion und Blattplanung des DuMont-Verlags im Volksgarten auf der Fahrradrampe zur Brücke bei einem Alleinunfall schwere Verletzungen erlitten (wir berichteten).

Brennecke, ein erfahrener und umsichtiger Radfahrer, fährt diese Route an diesem Abend zum ersten Mal. Er verlässt das Rheinufer an der Deutzer Werft. „Ich wollte auf die Brücke fahren. Der Radweg wird an dieser Stelle anders geführt als die Straße. Man fährt durch eine Wohnstraße, unter einer Brückenzufahrt für die Autos hindurch“, sagt er. „Das ist alles ziemlich verwinkelt und abends stockdunkel.“ Brennecke folgt dem Radweg, der einen Rechtsknick macht, und tritt in die Pedale, um den Anstieg auf die steile rechtsrheinische Rampe zu bewältigen. 

Ich hatte keine Chance, auszuweichen
Carsten Brennecke, Unfallopfer

Das Hindernis vor ihm, ein rechtwinkliges Drängelgitter auf dem unbeleuchteten Weg, das er links umfahren müsste, nimmt er erst im letzten Moment wahr. Es ist völlig verrostet, die Reflektorfarbe abgeblättert. „Ich hatte keine Chance, auszuweichen.“

Brennecke stürzt, auf den Kopf und die linke Schulter, zieht sich eine Schädelprellung zu. Das Schultereckgelenk ist gesprengt, die Bänder sind gerissen, das Schlüsselbein verschoben. Sein Fahrrad ist Schrott. Durch die Wucht des Aufpralls ist der Rahmen verzogen, Ober- und Unterrohr sind eingeknickt.

Was er als Ortsunkundiger aufgrund der nicht eindeutigen Schilder nicht weiß: Er könnte auch vor der Auffahrt mit dem Drängelgitter rechts fahren und über einen etwas weiter geschwungenen Weg auf die Brücke gelangen.

So sah die Rampe zur Severinsbrücke bisher aus. Radfahrer dürfen sie nicht nutzen, aber im Dunkeln waren die Schilder weit vor der Rampe kaum zu erkennen.

So sah die Rampe zur Severinsbrücke bisher aus. Radfahrer dürfen sie nicht nutzen, aber im Dunkeln waren die Schilder weit vor der Rampe kaum zu erkennen.

Nachdem diese Redaktion Mitte Januar über den Fall berichtet, melden sich weitere Opfer, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. „Mir ist im November 2022 exakt das Gleiche passiert“, sagt Barbara Steinbach-Zander. „Ich habe mir einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen, der mein Leben verändert hat. Ich leide heute noch darunter.“

Wie Brennecke ist auch Steinbach-Zander eine erfahrene Radlerin und an jenem Abend im November 2022 zum ersten Mal auf diesem Radweg unterwegs. Auch sie übersieht das Drängelgitter.

Verwaltung wehrt zunächst ab

Nach dem Unfall steigt sie im ersten Schock sogar noch aufs Rad, fährt unter Schmerzen nach Hause. „Das war ein Fehler. Wir haben erwogen, die Stadt zu verklagen, aber ich habe ja keinen Zeugen.“ Auf einen Aushang, den ihr Mann an der Unfallstelle aufhängt, meldet sich niemand.

Die Stadtverwaltung, vom „Kölner Stadt-Anzeiger“ auch mit diesem zweiten Fall konfrontiert, wehrt zunächst ab. Die Beschilderung 50 Meter vor der Auffahrt zur Brücke sei eindeutig. „Links ist ein Fußgänger-Piktogramm und rechts ein Radweg-Piktogramm auf dem Schild abgebildet. Das legt für den Bereich links des Schmalstrichs die Gehwegnutzung und rechts des Schmalstrichs die Radwegnutzung fest. Rad- und Fußverkehr sind mit einer weißen durchgezogenen Linie voneinander getrennt. Der Rad-Wegweiser gilt für die Radwegfläche“, heißt es wörtlich.

Auf Nachfrage bestätigt der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC), man habe bereits im September 2022 bei der Stadt angeregt, die Fahrradwegweisung zur Severinsbrücke zu verbessern, „um es auch ortsunkundigen Radlern zu ermöglichen, die Brücke effektiv zu nutzen“.

Genau das ist jetzt passiert. Nach einem Provisorium, das ein paar Monate Bestand hatte, ist die Beschilderung nun klar und eindeutig. Radfahrer müssen den sanfteren Bogen auf die Severinsbrücke nehmen, der etwas länger, dafür weniger steil ist. Geradeaus auf die Rampe zu fahren, ist verboten. Sie ist ausschließlich Fußgängern vorbehalten.