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Gewalt unter JugendlichenStadt plant  Kampagne gegen Messer und Co.

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Kerzen und Blumen auf der Zülpicher Straße erinnern an das Opfer der tödlichen Messerstecherei.

Auf der Zülpicher Straße kam im August 2021 nach einem Streit unter Jugendlichen zu einer tödlichen Messerstecherei. Das Opfer war 18, der Täter 17 Jahre. 

Immer mehr Jugendliche tragen Waffen wie Messer mit sich. Die Stadt will mit einer Social-Media-Kampage gegensteuern. 

„Köln safe ...“ So soll der Titel einer Kampagne gegen Gewalt unter Jugendlichen lauten. Die Stadt reagiert damit auf die zunehmende Gewalt bei jungen Menschen unter 21 Jahren. Sie spiegelt sich in der Kriminalitätsstatistik der Polizei für das Jahr 2022 wider. Auch in der jüngsten Zeit kam es (wie berichtet) immer wieder zu Messerangriffen.

„Wir wollen unaufgeregt den Diskurs eröffnen. Noch sind wir in der Entwicklung und im kreativen Prozess“, erklärte Gabriele Bänsch von der städtischen Fachstelle Gewaltprävention. Gemeinsam mit der Sprecherin der AG Gewaltprävention, Mechthild Böll (Grüne), stellte Bänsch das Projekt im Jugendhilfeausschuss vor.

Neue Internetseite soll Angebote bündeln

Fest steht bisher, dass eine Social-Media-Kampagne entstehen soll. Sie soll im September an den Start gehen. Über Filme, die zusammen mit Jugendlichen entwickelt werden, aber auch über Hinweise auf Plakaten soll die Aufmerksamkeit auf eine neue Internetseite gelenkt werden. Dort sollen Jugendliche, aber auch Lehrkräfte auf Angebote hingewiesen werden. „Teilweise sind das bereits bestehende Workshops, teilweise welche, die neu entwickelt werden“, sagte Böll, die Mitbegründerin und geschäftsführende Vorständin des Vereins fair.stärken ist. Der Verein setzt sich für Kinder und Jugendliche ein und bietet unter anderem Sozialtrainings und Gewaltprävention an. Ziel der Kampagne ist es, Jugendliche für das Thema Gewalt zu sensibilisieren und Alternativen zu Waffengewalt aufzuzeigen.

Eine Zahl, die uns erschreckt hat.
Mechthild Böll

Im Vorfeld der Kampagnenplanung hatte es eine Umfrage unter Jugendlichen bei verschiedenen Trägern gegeben. „56 Prozent der Jugendlichen hatten Gewalterfahrungen. 35 Prozent haben angegeben, dass sie eine Waffe bei sich tragen“, erläuterte Böll, „Das ist eine Zahl, die uns erschreckt hat.“ Als Grund für das Mitführen einer Waffe nannten die Jugendlichen, dass sie sich so verteidigen könnten und sich sicherer fühlten. Oft käme die Aussage: „Ich habe ja nur deswegen ein Messer, weil es alle haben.“ Während Messer eher bei Jungen ein Thema sei es bei Mädchen Pfefferspray.

Die Kampagne werde zwar nicht unmittelbar zur Folge haben, dass sich Gewalt verringere, sie sei aber „ein Baustein unter vielen“, führte Böll aus. Viele verschiedene Akteure hätten bereits signalisiert, dass sie sich an der Anti-Gewalt-Kampagne beteiligen möchten.