Köln – Die Oberstufe der Integrierten Gesamtschule Innenstadt (IGIS) am Severinswall zieht möglicherweise übergangsweise in den Altbau des Rautenstrauch-Joest-Museums am Ubierring.
Schuldezernentin Agnes Klein sagte: „Wenn es zeitlich und finanziell vertretbar ist, halte ich das für eine gute Lösung.“
Die IGIS ist zum Jahr 2014/2015 gestartet, zunächst an einem von später zwei Standorten: Die Schüler der Klasse fünf bis zehn, also der Sekundarstufe eins, lernen an der Frankstraße nahe der Mauritiuskirche. Es handelt sich um die frühere Konrad-Adenauer-Schule. Der zweite Standort ist die auslaufende Theo-Burauen-Realschule am Severinswall. Ab 2020/2021 soll dort das Oberstufenzentrum eröffnen, die Schüler wechseln nach der Klasse zehn in die Südstadt. Später sollen an beiden Standorten insgesamt mal rund tausend Schüler lernen.
Zeitfrage spielt große Rolle
Eigentlich sollte der Schulbetrieb am Severinswall in Containern weiterlaufen, während die Bauarbeiter die Schule abreißen und ein neues Schulgebäude samt zwei Turnhallen für 240 Schüler bauen. „Das ist der Horror“, sagte Klein. Zudem sei es am Severinswall sehr eng, auch technisch entstünden Probleme. Deshalb suchte die zuständige Gebäudewirtschaft nach einer Interimsheimat bis 2020, das Problem: Sie müssen wegen des zweitens Standorts in der Nähe der Frankstraße liegen. In der Südstadt wäre das Kriterium erfüllt, die Gebäude liegen Rücken an Rücken. Und: Die Immobilie gehört der Stadt. Allerdings sind die Räume deutlich größer als Klassenräume, auch Heizung und Elektrik sind veraltet.
Die Zeitfrage spielt zudem eine Rolle: Denn die ersten Schüler des Standorts Frankstraße schließen 2020 die Klasse zehn ab, brauchen dann das neue Oberstufenzentrum. Heißt: Bis dahin muss der Neubau stehen oder ein mögliches Interim im alten Museum ausgedehnt werden – falls es für den Schulbetrieb geeignet ist.
Mittlerweile befindet sich der alte Museumsbau nahezu immer in der Verlosung, wenn ein großes Gebäude gesucht wird. Zuletzt hatte die in der Stadt auf 27 Standorte verstreute Kunsthochschule für Medien (KHM) überlegt, dort einzuziehen. Doch sie sagte im April ab: zu wenig Fläche.
Das frühere Völkerkundemuseum war 1906 in der Südstadt am Ubierring eröffnet worden, wo es bis Anfang 2008 seine Heimat hatte. Seit 2010 stellt es im Neubau an der Cäcilienstraße am Neumarkt aus. Nach der Schließung diente es bis 2017 als Depot für Kunstwerke, seither steht es leer.
