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1,7 Millionen Euro investiert Umgestaltung an Dürener Straße/Gürtel beendet

Köln – Fast acht Jahre ist es her, dass an der unfallträchtigen Kreuzung Dürener Straße/Gürtel eine Radfahrerin tödlich verunglückte. 2011 beschloss der Stadtrat den Umbau des Knotenpunkts, danach passierte zunächst nicht viel. Erst Anfang 2016 wurde der freilaufende Rechtsabbieger vom Stadtwaldgürtel zur Dürener Straße stadtauswärts, wo der tödliche Unfall geschah, mit Pollern abgesperrt. Die eigentliche Umgestaltung startete im Sommer 2017 und wurde gestern beendet.

Mit gut 1,7 Millionen Euro habe man hier viel Geld investiert, das aber gut angelegt sei, sagt Verkehrsdezernentin Andrea Blome. Klaus Harzendorf, Leiter des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik, betont, wie komplex die Situation an dieser Kreuzung ist, die täglich von zwei Stadtbahnlinien, rund 35 000 Autos, 5000 bis 7000 Radfahrern sowie Tausenden Fußgängern frequentiert wird. Um Sicherheit und Verkehrsfluss zu verbessern, hat die Stadt die Verkehrsführung neu geordnet. Dank neuer, verkehrsabhängig gesteuerter Ampelanlagen können die Wartezeiten je nach Auslastung der Kreuzung verändert werden. Auch die Fahrbahndecke wurde erneuert, sämtliche Bauarbeiten mussten bei laufendem Verkehr durchgeführt werden.

Missverständliche Schilder

Schwerpunkt der Neuplanung sei die Optimierung für Radfahrer gewesen, sagt die Stadt. Doch längst nicht jeder Radler ist mit dem Ergebnis zufrieden. „Entlang des Gürtels hat man das ganz gut gelöst, aber nicht an der Dürener“, sagt Armin Beuscher (59), der die Kreuzung seit über 30 Jahren kennt. Er kritisiert etwa die Radverkehrsführung auf der Dürener Straße stadteinwärts. In Höhe Falkenburgstraße steht ein Schild „Radweg Ende“, dahinter teilt sich die rote Markierung auf der Fahrbahn. Geradeaus geht es auf dem alten Radweg weiter, links führt die Markierung auf die Fahrbahn, die an dieser Stelle sehr schmal ist. „Soll ich hier absteigen? Oder muss ich auf die Fahrbahn fahren? Das ist mir zu gefährlich“, sagt Anwohner Werner Krempl (75). Er folgt dem Radweg. Zu Recht – das Schild besagt nur, dass die Radwegebenutzungspflicht endet. Der Radler hat also die Wahl, ob er Radweg oder Fahrbahn benutzt. „Das versteht doch keiner“, meint eine erboste Anwohnerin. „Das Schild ist missverständlich. Leider bietet die Straßenverkehrsordnung hierzu keine vernünftige Lösung“, sagt Christoph Schmidt, Vorsitzender des ADFC Köln. Er frage sich aber, „warum die Stadt hier zwei schlechte Lösungen statt einer vernünftigen anbietet“.

Folgt man dem Radweg, endet dieser plötzlich mitten auf dem Gehweg. Die Beschilderung sagt: Gehweg, Radfahrer frei. „Aber wenn Sie dort mit dem Rad unterwegs sind, denken viele Fußgänger, Sie dürften dort nicht fahren. Das sorgt für Konflikte und Streit“, kritisiert Reinhard Zietz vom Verkehrsclub VCD. Hier gebe es „erheblichen Nachbesserungsbedarf“. Das sieht auch Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker (CDU) so. Sie forderte Harzendorf zum Handeln auf. Der versprach, man werde sich die Stelle noch einmal ansehen.