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Verkehrsknotenpunkt in KölnVerbesserung für Radfahrer an der Südbrücke steht auf der Kippe

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Für Radfahrer ist es mühsam, auf die Südbrücke hoch- und auch wieder runterzukommen.

Für Radfahrer ist es mühsam, auf die Südbrücke hoch- und auch wieder runterzukommen.

An der Südbrücke wird die Beleuchtung erneuert. Eine beschlossene Erleichterung für Radfahrer soll dagegen womöglich entfallen.

An der Südbrücke wird derzeit gearbeitet. Die Rhein-Netz GmbH, eine Tochter der Rhein-Energie, wartet die Beleuchtung des Bauwerks und setzt sie instand. Bis Anfang Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Während an der Beleuchtung gearbeitet wird, steht eine seit Jahren geforderte und vor Jahren beschlossene Erleichterung für Radfahrer auf der Kippe: elektrische Schiebehilfen an den steilen Treppenaufgängen.

Wer die Südbrücke mit dem Fahrrad überqueren will, muss sein Rad auf beiden Seiten über die Treppen nach oben und unten bewegen. Zwar gibt es dafür Schieberinnen, doch das Hochhieven und Runderschieben kostet viel Kraft. Gerade schwere Fahrräder, Pedelecs oder Räder mit Kindersitz oder Gepäck hier hoch- und runterzubekommen, ist eine echte Herausforderung.

Die Beleuchtung der Südbrücke wird bis Anfang Oktober gewartet und instandgesetzt.

Die Beleuchtung der Südbrücke wird bis Anfang Oktober gewartet und instandgesetzt.

Die Bezirksvertretung Innenstadt hatte bereits im Dezember 2022 beschlossen, die vorhandenen Fahrradschienen zu modernisieren. Vorgeschlagen hatte sie ein System, bei dem ein elektrisch angetriebenes Förderband das Fahrrad beim Hinaufschieben unterstützt. Beim Abstieg sollten Bürstenleisten die Räder bremsen. Auch die Bezirksvertretung Porz fasste Anfang 2023 einstimmig einen entsprechenden Beschluss und forderte, die Schiebehilfen noch vor einer möglichen späteren Rampenlösung umzusetzen.

Schiebehilfen auf Kippe wegen Kosten

Auf Nachfrage dieser Zeitung erklärt die Verwaltung nun jedoch, sie empfehle aufgrund der schlechten Haushaltslage, auf die Installation einer elektrischen Schiebehilfe zu verzichten. „Die zu erwartenden Wartungskosten sind hierfür wesentlich höher als bei dem bereits funktionierenden System mit der konventionellen Schiebehilfe“, teilt ein Stadtsprecher mit.

Zudem plane die Bahn eine Erweiterung der Südbrücke im Zusammenhang mit einer möglichen Tangentialverbindung. Dabei könne es erhebliche Veränderungen an den Zugängen geben. Die Ergebnisse dieser Planungen seien abzuwarten. Bis dahin seien seitens der Stadt keine baulichen Maßnahmen vorgesehen.

Reinhold Goss, Mitglied der Bezirksvertretung Innenstadt für Bündnis 90/Die Grünen und früher ehrenamtlicher Fahrradbürgermeister der Stadt, hält die Haltung der Verwaltung für falsch. „Die Südbrücke ist ein wichtiger Knoten im städtischen Verkehr und eine bedeutende Verbindung auch für Radfahrer. Gerade weil die anderen geplanten Rheinquerungen für Fußgänger und Radfahrer – in Höhe Mülheim und Deutz – wohl nicht kommen oder nicht so bald, ist eine vergleichsweise einfache Verbesserung für Radfahrer auf der Südbrücke sehr sinnvoll“, sagt er.

Südbrücke auch wichtig für Radfahrer

Vor knapp vier Jahren hatte Goss in den Niederlanden zu den Kosten für eine elektrische Schiebehilfe recherchiert und konkrete Angebote über rund 130.000 Euro erhalten. „Selbst wenn man von einer Kostensteigerung ausgeht und heute um die 300.000 Euro erforderlich wären, ist dies für eine wichtige Verkehrsverbindung keine große Summe“, sagt Goss. Er will sich dafür einsetzen, das Thema erneut in die Bezirksvertretung Innenstadt zu bringen. Mit Beginn der politischen Beratungen nach der Sommerpause rechnet er ohnehin mit einem „Hauen und Stechen“ um die knappen Haushaltsmittel.

Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Köln fordert eine kurzfristige Verbesserung. „Die Brücke ist heute für viele Radfahrende schlicht nicht nutzbar. Wer ein schweres Pedelec, ein Lastenrad oder ein Fahrrad mit Gepäck über die Treppen bewegen müsse, stößt mit den vorhandenen Schieberinnen schnell an Grenzen“, sagt Christoph Schmidt vom ADFC. Eine elektrische Schiebehilfe könne ein Ansatz sein, die Stadt solle aber auch andere technisch und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen prüfen. „Einfach auf eine kurzfristige Verbesserung zu verzichten und gleichzeitig die langfristige Lösung – ein Radschnellwegring entlang des Eisenbahnrings, der auch über die Südbrücke führen soll – nicht voranzubringen, kann jedenfalls nicht die Antwort sein“, sagt Schmidt.

Einen weiteren Ansatz hält die Verwaltung grundsätzlich für sinnvoll: Rad- und Fußverkehr auf der Brücke stärker zu entzerren. Vorgesehen ist, dass Radfahrer die beiden Seiten jeweils nur in eine Fahrtrichtung nutzen. Einen entsprechenden Vorschlag hat die Verwaltung erarbeitet. Er werde derzeit intern abgestimmt und anschließend mit der Bezirksvertretung Innenstadt besprochen, so der Stadtsprecher. Wann der Rat über die elektrischen Schiebehilfen entscheidet, steht noch nicht fest.