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„Das nächste Highlight“Schultüten, Stundenpläne und ein bisschen Aufregung

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ARCHIV - 11.08.2022, Nordrhein-Westfalen, Ratingen: Ein Erstklässler hält eine Schultüte am ersten Schultag. (zu dpa: «Der erste Schultag: Fünf Tipps für einen sicheren Weg») Foto: Rolf Vennenbernd/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Donnerstag werden die Erstklässler eingeschult, eine Schultüte gehört sicher zu den wichtigsten Accessoires dieses Tages (Archiv). 

Mittwoch beginnt die Schule, Donnerstag starten die neuen Erstklässler. Wie fühlen sich Lehrer, Schüler, Eltern und Schulleiter jetzt? Wir haben uns umgehört.

Rund 150.000 Schülerinnen und Schüler lernen in Köln an 309 Schulen – Mittwoch geht es für den Großteil wieder los, die Erstklässler folgen dann am Donnerstag. Aufgeregt, vorfreudig, gelassen – die Menschen, mit denen wir vorab gesprochen haben, blicken ganz unterschiedlich auf das neue Schuljahr.

Vera Faust, Sonderpädagogin an der Friedrich-List-Grundschule in Porz

28.08.2026, Köln: #Schulstart Vera Faust ist Sonderpädagogin an der GGS Friedrich List in Porz - von ihr bräuchten wir bitte ein Foto im Schulumfeld. Foto: Arton Krasniqi

Vera Faust ist Sonderpädagogin an der GGS Friedrich List in Porz.

In der Woche vor dem Schulstart ist bei uns vor allem Räumen und Putzen und Möbelrücken angesagt, aber wir schauen natürlich auch auf Stundenpläne und überlegen, wer welchen Unterricht übernimmt. Die Klassenräume haben wir schon teils neugestaltet. Hier an der GGS Friedrich List haben wir acht Klassen, und besonders ist: Alle sind Familienklassen, jeweils etwa 28 Kinder lernen von der ersten bis zur vierten Klasse zusammen. Gemeinsames Lernen ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Konzepts. Wir sind davon überzeugt, dass Heterogenität das Lernen bereichert.

Fünf bis sechs Kinder einer Klasse haben einen Förderbedarf, viele sind zudem keine Deutsch-Muttersprachler. Unsere Klientel ist spannend, und es läuft alles über Beziehungen: zu den Kindern natürlich, aber auch zu den Familien, wir machen eine ganz intensive Elternarbeit. Mittwoch kommen die Kinder der zweiten bis vierten Klassen zurück, außerdem ein neues Kind in die dritte Klasse – und am Donnerstag kommen dann acht Erstklässler.


Kuba Charls Lorenz (6) wird am Donnerstag eingeschult

28.08.2026, Köln: i-Dötzchen: Am Mittwoch ist für Kuba Charls Lorenz (6) der erste Schultag in der Gemeinschaftsgrundschule Balthasarstraße. Foto: Arton Krasniqi

Donnerstag ist der große Tag für Kuba Charls Lorenz (6): Er wird eingeschult.

Am Donnerstag werde ich eingeschult. Ich komme in die Rabenklasse an der Balthasar-Schule. Mein großer Bruder war auch schon auf dieser Schule, und ich freue mich, dorthin zu gehen, wo er auch war. Manche meiner Freunde sehe ich jetzt nicht mehr den ganzen Tag, weil sie auf eine andere Schule gehen. Das finde ich schon doof.

Ich habe schon eine Schultüte, hoffentlich ist da eine Nintendo Switch 2 drin – die neue, nicht die alte, schwarze, darauf würde ich Mario Kart spielen. Mein Schulranzen ist Rot-Blau. Eigentlich wollte ich unbedingt Orange-Blau, aber das gab es nicht. Den Ranzen selbst hat meine Mutter ausgesucht. Aber ich darf mir Pokémon-Sticker draufkleben, die ich mir selbst ausgesucht habe.

In den Sommerferien war ich schon mal in meiner neuen Schule, bei der Ferienbetreuung. Da durften wir Erstklässler in der letzten Woche zum ersten Mal mitmachen. Das war schon ziemlich cool. Da kann man mega Sachen tauschen: Pokémonkarten oder Fußballkarten. Meine Freunde haben alle welche, ich habe noch keine. Manche haben sogar noch ganz alte Karten, von 2016 oder 2014. Aber vielleicht kriege ich ja welche zur Einschulung.

Aufgeregt bin ich, würde ich sagen, zu 100 Prozent. Meine Lehrerin kenne ich schon, aber welche Fächer ich habe, weiß ich noch nicht. Aber ich stelle mir vor, dass es Mathematik gibt, und vielleicht einen Mathetest oder einen Wissenschaftskurs oder Ausflüge. Ich finde die Schule schon jetzt ultra-cool. Einen Jungen aus meiner Klasse kenne ich schon, der heißt Julian. 

Am ersten Schultag nehme ich auf jeden Fall meinen Schulranzen mit, eine Trinkflasche – und Pokémon- oder Fußballkarten, falls ich bis dahin welche zum Tauschen habe. Und Freunde suche ich natürlich auch. Zu essen wünsche ich mir Chicken-Nuggets und Pommes. Mein Lieblingsfach wird wahrscheinlich Deutsch oder Mathe, aber auch Ausflüge und der Wissenschaftstest interessieren mich. Und im Sportunterricht, in der Turnhalle, habe ich auch Lust, mitzumachen.


Marc Düssel führt den Schreibwarenladen Düssel in Nippes

Marc Düssel verkauft Hefte, Stifte und alles, was man zum Schulstart so braucht.

Das Geschäft zum Schulstart läuft, der große Ansturm ist bei uns immer am ersten Schultag, einen Tag davor und danach. Hier geht es dann richtig heiß her: Wir arbeiten an diesen Tagen zu viert, manchmal sogar zu fünft im Laden. Dann kann ich schon mit fünfmal so viel Umsatz wie an normalen Tagen rechnen. Aktuell sind vor allem Eltern mit ihren Kindern da, die nach den Sommerferien in die erste Klasse kommen. Die anderen bekommen ihre Listen oft erst nach Schulstart.

Einen besonderen oder neuen Trend hab’ ich dieses Jahr noch nicht beobachtet. Bunt soll es halt bei den meisten sein. Und die Leute kaufen wieder weniger Pappe und mehr Plastikhefter. Was aber immer gleich bleibt: Vokabelhefte gehen am schnellsten weg. Am Tag könnten das schon mal so 300 bis 400 Stück sein. Wir haben aber von allem Tonnen da, keine Sorge. Mein Tipp: Wer zum Büchereinschlagen kommen möchte, soll am besten die Eltern vormittags vorbeischicken – dann ist weniger im Laden los.


Angelika mit Michael Caspers, Hausmeister-Ehepaar

28.08.2026 Köln. Hausmeister an der Gemeinschaftsgrundschule Lohmarer Straße. Michael (l.) und Angelika Caspers. Foto: Alexander Schwaiger

Michael (l.) und Angelika Caspers

Mein Mann und ich, wir sind beide als Hausmeister an Schulen: Er arbeitet seit 2010 an der Grundschule in Gremberg, und hier wohnen wir auch. Ich fange kommende Woche an der Grundschule in Höhenberg neu an, vorher war ich lange an einer weiterführenden Schule. Witzig ist: Früher sind wir selbst als Schüler auf unsere jetzigen Schulen gegangen: er in Gremberg, ich in Höhenberg. Wir haben da angefangen, und wir hören da auf, sagen wir beide immer. Ich soll im kommenden Jahr in Rente gehen, mein Mann dann 2028.

Bevor die Schule wieder anfängt, ist immer viel zu tun. Wir schauen, dass alles an Ort und Stelle ist. Hier in Gremberg muss die Aula parat gemacht werden, weil dort die Schülerinnen und Schüler begrüßt werden: Tische, Stühle, die Musikanlage, alles muss an seinen Platz. In der Schule selbst mussten Möbel getauscht und andere auf den Sperrmüll gestellt werden, das ist schon anstrengend. Aber es ist eine tolle Arbeit, man kann sich ganz viel selbst einteilen. Und die Kinder wachsen einem ans Herz. Aufgeregt bin ich nicht vor meinem ersten Arbeitstag an der neuen Schule, ich habe da schon einmal Vertretung gemacht und kenne die. 


Katia Winters Sohn Leo wird am Donnerstag an der GGS Antwerpener Straße eingeschult

Eben noch im Urlaub: Katia, Alex, Tilda und Leo Winter. Tilda kommt jetzt in die vierte, Leo in die erste Klasse.

Eben noch im Urlaub, jetzt schon wieder im Alltag: Katia, Alex, Tilda und Leo Winter. Tilda kommt jetzt in die vierte, Leo in die erste Klasse.

Wir sind hier im Moment alle recht entspannt – unsere Tochter Tilda kommt jetzt in die vierte Klasse, wir haben das also schon alles einmal vor drei Jahren durchgespielt. Unser Sohn Leo freut sich, vor allem auf die Schultüte. Er ist nicht wahnsinnig aufgeregt, aber er kennt die Schule natürlich auch schon vom Abholen seiner großen Schwester, und er weiß, wie das alles abläuft. Außerdem kennt er schon viele Kinder aus seiner Klasse, weil sie zusammen in der Kita waren.

Schön ist, dass die Viertklässler Patenschaften für die neuen Erstklässler übernehmen. Die Paten zeigen den neuen Kindern alles, sie bekommen ein kleines Willkommensgeschenk, und diese Patenschaft gibt dann noch einmal ein Stück Sicherheit. Vor den Ferien haben wir bei einem Elternabend eine Liste bekommen mit allem, was wir besorgen müssen, und wir haben auch alles zusammen.

Am Wochenende haben mein Mann Alex und ich die Schultüte gebastelt, uns macht das Spaß. Tilda wünschte sich damals eine im Stil einer Eistüte, Leo wollte gern eine Nasa‑Schultüte. Die darf er auch vor Donnerstag nicht sehen. Da kommen kleine Ufos rein, Süßigkeiten und ein Paar Torwarthandschuhe, auf die freut er sich total. Und die letzten Tage zählt er schon auch runter, das ist halt das nächste große Highlight.


Dominique Limbach, Schulleiterin an der Mathilde-von Mevissen-Grundschule in Nippes

Dominique Limbach ist Schulleiterin an der Mathilde-von-Mevissen Grundschule in Nippes.

Es ist wie immer viel zu tun vor Schulstart. Wir haben dieses Jahr aber eine Konrektorin, das Schulamt hat alle offenen Stellen besetzt. Das ist nicht selbstverständlich. Die Ferien beginnen für mich immer in der zweiten Ferienwoche und enden am Anfang der letzten Woche der Ferien. Ich bin also seit vergangenem Montag hier und bereite mit meinen Kolleginnen und Kollegen zusammen den Schulstart vor. Gerade sind die Tage, auch wenn viel ansteht, noch Luxus. Wir fangen erst um neun an – ein guter Übergang zum Schuljahr, wenn es dann spätestens um halb acht schon losgeht.

Aktuell warten wir noch auf Bücherlieferungen, planen Konferenzen und die Einschulungsfeier. Die wird am Donnerstag stattfinden, dafür ist ein Fest auf dem Schulhof geplant. Die Stundenpläne sind schon erstellt, das habe ich gemeinsam mit meiner Kollegin gemacht. Ich freue mich auf das neue Schuljahr, das ist immer wieder aufregend. Neue Kolleginnen und Kollegen, aufgeregte Eltern und Großeltern und die Kinder, die von ihren Ferien erzählen: Das wird gut.


Stefanie Schröter, Lehrerin an der Stefan-Lochner-Grundschule im Rathenauviertel

Stefanie Schröter unterrichtet an der Stefan-Lochner-Grundschule im Rathenauviertel.

Stefanie Schröter unterrichtet an der Stefan-Lochner-Grundschule im Rathenauviertel

Wir haben für das kommende Schuljahr eine neue Bibliothek an unserer Schule eingerichtet. Gerade waren wir noch einmal bei Ikea, haben Lampen gekauft für gemütlicheres Licht und Kunstblumen zur Dekoration. Wir hoffen, dass wir dort Ruhepausen für die Kinder anbieten können. Wir haben nur einen kleinen Schulhof und in dem Altbau eher wenig Platz für unsere rund 200 Schülerinnen und Schüler. Deshalb freuen wir uns auf die neue Bibliothek.

Außerdem muss ich aktuell die Unterrichtsmaterialien vorbereiten. Da hol’ ich mir manchmal auch Inspiration von Instagram, wo Kolleginnen Beispiele aus ihrem Unterricht zeigen. Auch die Sitzordnung für den Klassenraum beschäftigt mich. Ich überlege, wer passt zu wem? Aktuell habe ich eine zweite und dritte Klasse, die Kinder wollen oft neben ihren Freunden sitzen. Das verstehe ich. Manchmal geben sie anderen Kindern dadurch aber keine Chance, sind vielleicht etwas voreingenommen. Deshalb finde ich es schön, Kinder nebeneinander zu setzen, die sich noch nicht so gut kennen. Immer wieder entstehen daraus neue Freundschaften. Auch meine Tochter hat ihre beste Freundin so kennengelernt.


Yuki Schaefer, 9 Jahre alt, startet in ihr letztes Grundschuljahr an der Annstraße in Raderberg

Yuki Schaefer (9) aus Raderthal

Sechs Wochen Schulferien sind schon eine lange Zeit. Ich war in Dänemark und in Marseille, meine Oma habe ich im Norden besucht, dort konnte ich wieder reiten. Es war schon viel los. Jetzt freue ich mich wieder auf die Schule und meine Freundinnen, die Emma zum Beispiel, mit ihr habe ich nur einmal telefoniert, und einmal habe ich sie kurz gesehen. Eigentlich gehe ich gerne zur Schule. Wir haben den Pinguin als Klassentier. Kunst und Mathematik mag ich sehr gerne, im Kopfrechnen bin ich ganz gut. Deutsch gehört nicht zu meinen Lieblingsfächern.

Es ist mein letztes Jahr auf der Grundschule, wenn alles gut geht, bin ich nächstes Jahr auf dem Gymnasium, das auch mein Bruder besucht. 


Anna Lena Ritter, Leiterin des Amtes für Schulentwicklung

Anne Lena Ritter, Leiterin des Amtes für Schulentwicklung der Stadt Köln

In den letzten Tagen vor Schulstart befinden meine Kolleginnen, Kollegen und ich uns im Endspurt, die letzten für den Unterrichtsbeginn an den Schulen notwendigen Vorbereitungen vorzunehmen. In den Sommerferien werden in der Regel vielfältige, unterschiedliche Arbeiten an den Schulen durchgeführt. Diese Arbeiten müssen abgenommen, Lieferungen überprüft sowie Begehungen mit Schulleitungen durchgeführt werden, beispielsweise zur Inbetriebnahme neuer Räume. Meine Kollegen und ich wünschen den Schülerinnen, Schülern und dem Schulpersonal einen guten Start und freuen uns auf die Zusammenarbeit im neuen Schuljahr.