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Gut LeidenhausenKölner Wildtierstation muss Aufnahme stoppen

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Junge Mauersegler sind bei Hitze besonders gefährdet.

Junge Mauersegler sind bei Hitze besonders gefährdet. (Archivfoto)

Die Wildtierstation im Umweltbildungszentrum auf Gut Leidenhausen kann keine Wildtiere mehr aufnehmen. Grund ist nicht nur der heiße Sommer.

Aufnahmestopp: Die Ampel auf der Webseite, die die Kapazitäten der Wildtierstation auf Gut Leidenhausen anzeigt, leuchtet rot. Die Helfer können sich um keine weiteren verletzten oder geschwächten Tiere mehr kümmern. Der erste Grund dafür ist die Natur, der zweite finanzieller Natur. Auf der einen Seite ist der diesjährige Sommer in Westeuropa der heißeste in der Geschichte. Die anhaltende Hitze setzt besonders Jungvögeln zu. Immer mehr Tiere benötigen Hilfe. Auf der anderen Seite sind die Fördermittel der Stadt Köln für dieses Jahr schon aufgebraucht und mehr Pflege schlicht nicht finanzierbar.

„Wir kümmern uns im Moment nur um Mauersegler und Igel“, sagt Robert Schallehn, Leiter des Umweltbildungszentrums Gut Leidenhausen. Normalerweise nimmt die Wildtierstation verletzte Singvögel, Igel, Bilche und Spechte auf. Der Grund für die Einschränkung: Es fehlt Geld. Seit einem Stadtratsbeschluss von 2023 fördert die Stadt Köln die Wildtierstation. Die Summe für dieses Jahr ist aufgebraucht. Momentan verhandelt das Umweltbildungszentrum mit der Stadt, ob es überhaupt noch einmal zu einer Förderung kommt. Haushaltsabwägungen der Stadt Köln könnten dem möglicherweise im Wege stehen, vermutet Schallehn.

Mauersegler stürzen aus ihren Nestern

Durch die Hitze der vergangenen Wochen ist der Bedarf dabei besonders groß. „Das Problem mit den Mauerseglern ist noch einmal stärker als im letzten Jahr“, sagt Schallehn. „Sie sind aufgrund der Hitze einfach aus ihren Nestern gesprungen.“ Mauersegler bauen ihre Nester unter Dächern. Dort wird es in der Sommerhitze kochend heiß. Viele Vogelbabys, die noch nicht fliegen können, stürzen sich in die Tiefe, wenn sie die Temperaturen nicht mehr ertragen können. Der Höhepunkt der Krise sei aber jetzt schon vorbei, so Schallehn. Weil die Brutzeit Ende Juli endet, sind bald alle Jungtiere flügge geworden.

Igel finden hohen Temperaturen nur wenige Würmer und Käfer als Nahrung. Im Bild schleckt sich ein Igel über den Mund.

Igel finden hohen Temperaturen nur wenige Würmer und Käfer als Nahrung.

Auch die Igel kommen mit der Hitze nicht gut zurecht. „Sie finden wenig Nahrung“, erklärt Schallehn. Wegen der Trockenheit ziehen sich Regenwürmer in tiefere Erdregionen zurück. Auch andere Insekten wie Schmetterlingsraupen, Ohrwürmer, Kellerasseln und Laufkäfer sind schlechter für die Igel erreichbar. 

In der Wildtierstation arbeiten drei feste Mitarbeiter und etwa 15 Ehrenamtler, die sich regelmäßig um die Tiere kümmern. Wann die Wildtierampel wieder auf grün schaltet, ist noch unklar. Bis dahin müssen sich alle, die ein verletztes oder geschwächtes Tier finden, an private Auffangstationen oder Tierheime wenden.