Köln – Aus der Traum: Mit der Niederlage von Andreas Kossiski in der Stichwahl sind die Kölner Sozialdemokraten auf dem harten Boden der Realität angekommen. Dem Wunschdenken von Partei und Fraktion in den vergangenen Wochen, der SPD stünde der Weg zurück an die Macht im Rathaus offen, folgt die bittere Erkenntnis, dass man sich in den nächsten fünf Jahren wohl auf den harten Oppositionsbänken wiederfindet – und das mit einer von 27 auf 19 Sitze geschrumpften Fraktion.
Dass Kossiski unter diesen Vorzeichen Verantwortung im Stadtrat übernehmen will, hat viele überrascht, auch bei den Genossen. Als Spitzenkandidat kann er selbstverständlich Anspruch auf den Fraktionsvorsitz erheben, und seine Begründung, nach vielen Absichtsbekundungen im Wahlkampf wolle er sich jetzt tatsächlich um Kommunalpolitik kümmern, ist legitim.
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Doch die Art und Weise, wie Kossiskis Kandidatur publik gemacht wurde, verdeutlicht einmal mehr, wie tief zerstritten und zerrissen die Partei ist. Am Wahlabend betont Kossiski, er wolle Gräben zuschütten. Der amtierende Fraktionschef Christian Joisten steht konsterniert daneben. Vertrauensvolle Zusammenarbeit sieht anders aus. Egal wie die Wahl am Mittwoch ausgeht: Die Konflikte werden wohl noch lange bleiben.



