Karl Lauterbach schwärmt von der Pride-Parade, und eine andere prominente Kölner Politikerin feiert sogar Geburtstag beim CSD.
„So viele waren hier noch nie“Kölner CSD mit Besucher-Rekord – auch Prominente begeistert
Der CSD in Köln war ein voller Erfolg – das lässt sich am Montagmorgen sagen. Laut Cologne Pride kamen allein am Sonntag 1,5 Millionen Menschen zur großen Parade und zum Straßenfest. Die Veranstalter sprechen von einem „Rekord in der Regenbogenhauptstadt“ Köln: „Wir waren der größte Cologne Pride, den wir bisher hatten.“ Man habe gezeigt, dass das Motto „Viele. Gemeinsam. Stark!“ nicht nur ein leerer Satz sei, sondern „in Köln gelebte Praxis“, heißt es bei Instagram. „Danke Köln“, sagen die Veranstalter.
„Dass es so voll war wie noch nie war ein übereinstimmender Eindruck“, sagt Niklas Kaiser von Cologne Pride auf Nachfrage dieser Redaktion. Besonders viel Andrang herrsche traditionell auf den Ringen. „Wenn man vom Rudolfplatz auf die Ringe einbiegt, ist alles voll. Das ist schon ein Gänsehautmoment.“ Wie Cologne Pride die Besucherzahlen ermittelt? „Anhand von Bildern aus der Luft, die sowohl wir als auch die Polizei macht. Außerdem gibt die Personendichte sowohl auf Plätzen als auch an der Demostrecke Hinweise auf die Besucherzahl.“

CSD in Köln
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Laut Kaiser knackte der CSD erstmals im Jahr 2002 die Millionenmarke, als der Europride nach Köln kam. „Seitdem haben wir einen fixen Vergleichswert.“ Cologne Pride sei während der Veranstaltung im engen und regelmäßigen Austausch mit der Polizei, auch was den Besucherandrang angeht. Auf Nachfrage bestätigt ein Polizeisprecher jedoch die Zahl 1,5 Millionen allein für den Demo-Sonntag nicht. „Wir führen Zählungen durch, um unsere Einsatzkräfte zu koordinieren und zu entscheiden, ob wir zusätzliches Personal benötigen.“
Polizei: „Der CSD ist wesentlich ruhiger als Karneval“
Die Polizei führt nach Angaben des Sprechers in bestimmten Zeitfenstern vereinzelt Zählungen an Hotspots durch und nimmt Schätzungen vor. „Dass sich 60.000 Personen an der Demo beteiligt haben, wie vom Veranstalter angemeldet, entspricht dem, was gestern durch Köln gelaufen ist.“ Es seien „definitiv“ über eine Million Besucher gewesen, so der Sprecher, aber die Polizei lege sich nicht fest, ob es 1,2 oder 1,5 Millionen waren.
Fest stehe: „Die Stadt war rappelvoll.“ Und das Wichtigste laut des Sprechers: „Was uns Freude bereitet, ist, dass beim CSD friedlich und ausgelassen gefeiert wurde. Bis auf kleinere Einsätze ist wenig passiert. Die Versammlungsteilnehmenden sind interessiert daran, Spaß zu haben. Der CSD ist wesentlich ruhiger als Karneval, wo Leute eher über die Stränge schlagen.“
Bis spät in die Nacht feierte die queere Community mit vielen Freundinnen und Freunden auf den Straßen und in den Kneipen bei gutem Wetter weiter.
Reul mit Radler und klarer Ansage
In diesem Jahr war besonders viel Polit-Prominenz beim Zug zu sehen. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zeigte sich angesichts des Anstiegs queerfeindlicher Taten besorgt. Er fuhr zusammen mit Grünen-Vertretern auf einem Wagen und kam auch beim Verband der Feuerwehren NRW (VdF) vorbei. „In diesem Land kann jeder so leben wie er möchte, wenn er sich an die Regeln hält“, sagte der Innenminister.
„Der Teil des Staates, für den ich stehe, die Polizei, der schützt alle!“, stellte der CDU-Politiker klar. Bei Instagram wünschte Reul „Zum Wohle, Kölner CSD!“, stieß mit einem Früh-Radler an und ließ sich darüber hinaus auch mit Dragqueens ablichten.
Karl Lauterbach schwärmt vom Kölner CSD
Karl Lauterbach zeigte sich begeistert vom diesjährigen CSD. Der Kölner SPD-Abgeordnete und ehemalige Bundesgesundheitsminister nimmt regelmäßig an der Parade teil, aber 2026 sei der Zuspruch besonders groß gewesen, so Lauterbach in den sozialen Medien. „So viele Menschen waren hier noch nie auf der Straße“, schreibt er. Die Stimmung sei glücklich und zuversichtlich gewesen, der „pessimistische Jammerton“ habe eine Pause gemacht.
„Alle demokratischen Parteien sind hier gemeinsam auf der Straße“, schrieb Lauterbach auf Instagram.
Berivan Aymaz mit Geburtstagskuchen auf Kölner Parade
Traditionell waren viele Grünen-Politiker und -Politikerinnen in Köln dabei, darunter auch der Kölner Abgeordnete Sven Lehmann und Claudia Roth, die in die Menge rief: „Ich sehe euch selbstbewusst und ich sehe euch wunderschön!“
Auch Berivan Aymaz, Vizepräsidentin des NRW-Landtags und ehemalige Grüne Kölner OB-Kandidatin, war dabei. „Ganz Köln feiert die Liebe, die Freiheit und die Vielfalt – was für ein starkes Zeichen!“, schrieb sie bei Instagram. Aymaz lief zu Fuß auf der Strecke und suchte den Kontakt zu vielen Besucherinnen und Besuchern, ließ sich aber auch mit der Leverkusener Abgeordneten Nyke Slawik, ebenfalls Grüne, ablichten.
Aymaz hatte am Sonntag einen doppelten Grund zu feiern, denn sie hatte auch Geburtstag. Auf einem Bild in ihrer Instagram-Story ist sie mit einem kleinen Kuchen und Kerze auf der Strecke zu sehen, den ihr offenbar Tim Achtermeyer, NRW-Vorsitzender der Grünen, überreicht hat.