Der Eintritt kostet mit zwölf Euro nicht zu knapp. Der Touristenrummel dort ist seitdem weg. Doch jetzt gibt es eine Ausnahme.
AusnahmetageKölner Dom zeitweise gratis – Schock-Werner bekräftigt Kritik am Eintrittsgeld

Der Eintritt zum Kölner Dom ist diese Woche vier Tage gratis. (Archivbild)
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Der Eintritt zum Kölner Dom ist in dieser Woche zeitweise gratis. Wegen der sogenannten Dreikönigswallfahrt wird kein Eintritt verlangt.
Normalerweise kostet der Besuch des Doms seit 1. Juli zwölf Euro Eintritt. Nur einen kleinen Teil des Gebäudes kann man noch gratis besuchen, um dort zu beten. Begründet wurde die Einführung des Eintrittsgelds damit, dass der Unterhalt des Baus immer teurer werde.
In dieser Woche führt nun außerhalb der Gottesdienste ein Pilgerweg durch den Dom. Er ist am Donnerstag (24.9.) und Freitag (25.9.) jeweils von 14.00 bis 18.00 Uhr, am Samstag (26.9.) von 10.00 bis 17.00 Uhr und am Sonntag (27.9.) von 13.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. „Der Eintritt ist frei“, sagte der Domsprecher. Die vielen Gottesdienste, die während der Dreikönigswallfahrt im Dom stattfänden, seien - wie alle Gottesdienste im Dom - ebenfalls kostenfrei zugängig.
Ehemalige Dombaumeisterin sieht Vor- und Nachteile
Die ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner (79), die sich kritisch zur Einführung des Eintrittsgelds geäußert hatte, stellt nach zweieinhalb Monaten fest, dass die Zahl der Besucher deutlich zurückgegangen ist.
Das habe ein Plus und ein Minus, sagte Schock-Werner der Deutschen Presse-Agentur. Das Plus bestehe darin, dass der Besuch des Doms jetzt wesentlich angenehmer sei. „Der Rummel ist nicht mehr da. Früher war es ja vor allem am späten Vormittag schon so ein bisschen Bahnhofsatmosphäre. Und das ist jetzt weg. Es sind immer noch Menschen im Dom, aber deutlich weniger. Es ist ruhiger geworden, die Menschen gehen langsam durch, schauen sich alles in Ruhe an. Es hat so einen Hauch Museumsatmosphäre.“ Das sehe sie positiv.
Das Minus sei für sie, dass der Dom seine Funktion als Identifikationspunkt aller Kölnerinnen und Kölner einbüßen könne. „Das Besondere an Köln ist ja, dass es "unser Dom" ist. Das hat mich von Anfang an fasziniert: die hohe Identifikation der Kölner mit dieser Kirche. Das kenne ich aus keiner anderen Stadt. Und ich fürchte, das geht ein bisschen verloren, wenn die Kölner nicht ohne weiteres reinkommen.“
Die ehemalige Dombaumeisterin, die auch Präsidentin des Zentral-Dombau-Vereins ist, sagte, die Mitgliederzahl des Vereins sei im Zuge der Einführung des Eintrittsgelds um etwa ein Drittel auf 30.000 gestiegen. Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins haben freien Eintritt zum Dom. (dpa/red)
